Gefrorenes Fleisch grillen-Roastbeef-grilltest-fleischtest-rezept-glatte Oberfläche-die frau am grill-Eisfleisch

Gefrorenes Fleisch grillen – der große Test

Es passiert nicht oft, aber manchmal stehen die besten Freunde am Wochenende unangemeldet vor der Haustüre. Vielleicht noch mit einer Flasche Wein in der Hand. Der Nachmittag nimmt seinen Lauf und plötzlich stellt sich der große Hunger ein – doch der Kühlschrank ist Großteils leer. Da würde es sich doch gut treffen, wenn man in nicht allzu langer Zeit etwas zaubern könnte. Wie zum Beispiel gefrorenes Fleisch grillen. Aber klappt das auch? Und wenn ja wie und auf was muss geachtet werden? Und welches gefrorene Fleisch kann gegrillt werden? Welche Sorten? Welche Größen? Mit oder ohne Marinade? Hier der große Test…

Immer über neueste Video-Rezepte informiert bleiben? Dann hier kostenlos meinen YouTube-Kanal abonnieren.

Bisherige Tests bezüglich gefrorenes Fleisch grillen fanden eigentlich nur mit Rindersteaks statt…

Wer sich im Internet schlau macht, erkennt ziemlich schnell: Bisher wurden etliche Tests durchgeführt um gefrorenes Fleisch zu grillen. Dabei handelte es sich aber vornehmlich um Rindersteaks. Doch wie sieht es mit einem großen ganzen Stück Entrecote aus? Wie reagiert eine marinierte Hühnerbrust wenn man diese in gefrorenem Zustand auf den Grill legt? Wie eine marinierte Bauchscheibe oder ein Nackensteak? Das gilt es herauszufinden.

Gefrorenes Fleisch grillen-Hühnerbrust-Roastbeef-Entrecote-Nackensteak-Hühnerbrust-rezept
Die gefrorenen Test-Exemplare im Uhrzeigersinn von links oben: Hühnchen, Entrecote, Roastbeef, Schweinebauch und Nackensteak.

Welches Fleisch kann man verwenden?

Nun liegt als erster Gedanke nahe, dass gefrorenes Fleisch ja gleich gefrorenes Fleisch ist. Und es keinen Unterschied macht, ob man Rindfleisch, Schweinefleisch oder Geflügel im gefrorenen Zustand grillt. Doch Stopp! Wenn wir uns mal vor Augen halten in welchem Zustand wir normalerweise diese Fleischarten grillen wird gleich ein Glöckchen klingeln.

Das Rindfleisch grillen: Egal ob Entrecôte, Roastbeef, T-Bone-Steak, Filet oder Flap Meat: Alle diese Stücke vom Rind werden meist unmariniert auf den Grill gelegt. Der Grund: Das Fleisch ist sehr fein und weist einen tollen Eigengeschmack auf. Lediglich vor dem Grillen ein wenig Salz drüber, danach noch eine Prise Pfeffer. Das war es meistens. Außer das Fleisch wird eventuell für ein Grillrezept in einem Asia-Wok verwendet – aber da grillt man es ja auch nicht im Stück.

Schwein und Geflügel grillen: Hier werden die wenigsten Menschen das Fleisch unmariniert auf den Grill legen. Sondern das Fleisch schon mariniert kaufen oder nach eigenem Gutdünken mit einer Gewürzmischung verfeinern.

Gefrorenes Fleisch grillen – eine weitere Voraussetzung: die glatte Oberfläche

Wer gefrorenes Fleisch grillen möchte sollte sich über eine klar sein: das Fleisch muss eine einigermaßen glatte Oberfläche besitzen. Sonst liegt es nicht komplett auf dem Grillrost auf und die Hitze kommt beim Grillen nicht gleichmäßig ans Fleisch.

Fleischscheiben bzw. Steaks: hier empfiehlt es sich das Filet, Entrecote oder Roastbeef im Stück zu kaufen und leicht im Kühlschrank anzufrieren (zirka 3-4 Stunden). Wenn man sich nun Scheiben aus dem kompletten Stück schneidet werden diese aufgrund des angefrorenen Fleisches ganz glatt.

Ein ganzes gefrorenes Stück Fleisch gefroren grillen: das Stück Fleisch einfrieren mit einem Brett und einem darauf platzierten Gewicht beschweren. So wird die Oberfläche glatt. Und gleichzeitig natürlich darauf achten, dass die Unterseite auch auf einer ebenen Fläche liegt. So erhalten beide Seiten eine waagrechte Fläche. Natürlich kann man hierfür auch Schraubzwinger verwenden…

Gefrorenes Fleisch grillen-Entrecote-Nackensteak-Hühnerbrust-rezept-glatte Oberfläche

Welche gefrorenen Stücke standen zum großen Test zur Verfügung?

  1. Eine unmarinierte Scheibe Roastbeef
  2. Ein unmariniertes Entrecote im Stück (ca. 1,2 Kilogramm)
  3. Eine marinierte Hühnerbrust
  4. Ein mariniertes Stück Schweinebauch
  5. Ein mariniertes Nackensteak

Mit welcher Marinade wurde beim Test gearbeitet?

Ehrlich: Ich habe hier keine großartige Marinade gewählt: ein wenig Paprikapulver, Salz und Pfeffer ins Sonnenblumenöl. Alle schön vermischt und das Schweinefleisch darin mariniert. Fürs Hühnchen habe ich mich für Currypulver, Salz und Pfeffer entschieden.

Welche Hitze und Grillmethode wurde gewählt?

Vorweg: Ich habe mich für den Gasgrill entschieden, weil ich hier die Hitze für diesen länger andauernden Test besser konstant halten kann als im Kugelgrill, der mit Holzkohle oder Briketts befeuert wird. Generell bin ich in meinen Test davon ausgegangen, dass ich das betreffende gefrorene Fleisch genauso grille, als ob es nicht gefroren wäre. Das bedeutet wie folgt:

Rindfleisch: Bei maximaler Hitze (über 350 Grad) von allen Seiten scharf angrillen und dann in der indirekten Hitze bei 120 bis 140 Grad auf die gewünschte Kerntemperatur ziehen. Für meinen Geschmack sind das 55 Grad. Wenn man das Fleisch sodann noch 10 Minuten ruhen lässt erreicht es eine Kerntemperatur von 56-57 Grad und sollte wunderbar medium sein.

Schweinefleisch: Hier verwenden die meisten Menschen Halsgradscheiben oder Bauchscheiben. Diese werden natürlich nie maximal scharf angegrillt, sondern eher gleichmäßig bei einer konstanten Temperatur von circa 230 Grad von beiden Seiten gegrillt.

Geflügel: Hier verhält es sich ebenso wie beim Schweinefleisch, nur dass ich noch ein wenig vorsichtiger mit der Temperatur wäre. Das Geflügel enthält weniger Fett wie besagtes Schweinefleisch und kann deshalb schneller austrocknen.

Die Ergebnisse im Einzelnen:

Roastbeef Scheiben: Geschmacklich sehr gut, außen etwas dunkel, ledrige Optik, wenig knusprige Außenhaut, zart und saftig

Entrecote im Ganzen: Geschmacklich hervorragend, ledrige Optik aber teilweise knusprige Außenhaut, saftig bis wässrig

Marinierte Hühnerbrust: geschmacklich in Ordnung (ich bin kein so großer Fan davon), saftig

Mariniertes Nackensteak: sehr wässrig, benötigt mehr Garzeit und höhere Temperaturen als im nicht-gefrorenen Zustand

Marinierter Schweinebauch: benötigt längere Garzeit und höhere Temperatur als ungefroren

Fazit zum großen Test gefrorenes Fleisch grillen:

Aussehen: Roast Beef und Entrecote wirkten zumindest was die Außenhaut betrifft eher ledrig. Zudem waren sie nach dem Grillen eher dunkel, was auf die längere Garzeit bis zum Erreichen der Kerntemperatur zurück zu führen ist. Das Entrecote war aber durchaus knusprig. Schweinebauch, Schweinenacken und Hähnchen hatten daher trotz erreichter Kerntemperatur außen noch wenig Farbe. Hier könnte man durchaus noch mit höheren Temperaturen grillen.

Geschmack: Saftig, mit der Tendenz zur Wässrigkeit. Besonders Auffällig bei Schweinenacken und Entrecote. Hähnchenbrust total in Ordnung.

Energiefrage:  Zum einen kostet das Einfrieren Energie, zum anderen erhöht sich dadurch auch noch zusätzlich die Grilldauer, was einen weiteren Energieaufwand mit sich bringt.

Zeitfrage: Das Fleisch für den Vorgang des Grillens im gefrorenen Zustand zu präparieren ist mit großem Aufwand und Zeit verbunden.

Wer gefrorenes Fleisch für den „Notfall“ vorsieht, beispielsweise den unerwarteten Besuch, der sollte lieber auf andere Gerichte zurück greifen. Lieber Fertigpizza im Kühlschrank haben beziehungsweise Mehl, Hefe, Salami, Käse, passierte Tomaten, das hält ewig und kann notfalls für eine selbst gemachte Pizza jederzeit aus der Speisekammer geholt und zubereitet werden.

Grundsätzlich sollte man Fleisch am besten frisch zubereiten. Denn das Einfrieren bringt eine Schädigung der Faser und somit einen Qualitätsverlust mit sich.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*