Seit ich mich erinnern kann ist Sonntags bei meinen Eltern schon immer Schweinebraten Zeit. Kaum ein Gericht verkörpert für mich deutsche Hausmannskost so sehr wie dieses Highlight: der Schweinebraten im Backofen.
Ob als Stärkung an einem kalten Sonntag im Winter, zum Familienfest oder als Trostessen nach einer langen und harten Woche.
Gerade das vorliegende Schweinebraten Rezept genießt dabei einen ganz besonderen Ruf: Omas Schweinebraten duftet nach früher Kindheit, schmeckt zart und saftig und steckt voller handwerklicher Sorgfalt – ohne Thermomix Computerprogramm!
Hauptzutaten auf einen Blick
Dieser Schweinebraten ist eine „schweinsehrliche“ Nummer – und setzt auf klare Aromen sowie klassische Küchenbasis.
- Schweineschulter: Saftig, leicht durchwachsen, ideal für langes Schmoren.
- Suppengemüse: Möhren, Sellerie und Lauch geben Süße und Grundaroma und tragen die Soße.
- Zwiebeln und Knoblauch: Bringen Würze und runden den Bratensatz ab.
- Dunkles Bier oder kräftige Brühe: Bier sorgt für malzige Tiefe, Brühe wirkt milder.
- Gewürze & Aromaten: Salz, Pfeffer, Majoran, Kümmel und Lorbeer. Klassische Kombination für einen bodenständigen Schweinebraten. Bei uns landet seit Jahren immer etwas Majoran im Braten – ein kleiner Familientick.

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Omas Schweinebraten in 5 einfachen Schritten
Dieses Schweinsbraten Rezept, inklusive Bratensoße, gelingt wirklich sehr einfach, es handelt sich nicht wirklich um Arbeit:
1. Fleisch vorbereiten
Zur Vorbereitung die Schulter salzen, pfeffern und mit Senf einreiben. Die Verwendung von Paprikapulver ist optional – mein Mann pocht darauf, ich „vergesse“ dieses Gewürz meist. Dann das Suppengemüse klein schneiden.
2. Anrösten
Butterschmalz erhitzen, Schulter rundum scharf anbraten und herausnehmen. Gemüse im Bräter rösten, Tomatenmark einrühren.
3. Ablöschen & Ansetzen
Mit einem kleinen Schluck Flüssigkeit (Wasser, Brühe, Bier, Wein) ablöschen, Bratensatz lösen. Fleisch zurücklegen, restliche Flüssigkeit angießen. Lorbeer, Kümmel und Knoblauch dazugeben.
4. Schweinebraten Schmoren
Bei 180 °C Hitze offen im Ofen auf mittler Schiene (Umluft) schmoren und regelmäßig übergießen. Fleischthermometer setzen.
5. Fertigstellen
Das Fleisch 1 bis 2 Grad vor Zieltemperatur herausnehmen, ruhen lassen. Soße passieren, nach Wunsch mit Speisestärke binden. Den Schweinebraten mit einem wirklich scharfen Messer aufschneiden und der Familie das Festessen servieren.
Welches Fleisch für den Schweinebraten?
Für einen Schweinebraten kommen verschiedene Teilstücke Schweinefleisch infrage: Schulter, Nacken (Schweinehals), Bauch, Keule, Schweinerücken, Lummer oder Schweinelachs. Jedes Stück bringt eine eigene Struktur, einen eigenen Charakter und ein anderes Schnittbild mit.
In diesem Schweinebraten Rezept fiel die Wahl auf die Schweineschulter, weil sie sich für einen klassischen Braten mit kräftiger Soße bewährt hat. Sie zudem wenig Fettanteil hat und nach dem Erreichen der richtigen Kerntemperatur schöne, saftige Scheiben liefert.
Wenn du andere Stücke bevorzugst: Für Nacken, Bauch, Rücken oder Lummer findest du auf meiner Webseite bereits passende, eigenständige Schweinebraten Rezepte, die genau auf diese Teilstücke abgestimmt sind. Natürlich auch den bayerischen Krustenbraten! Oder den berühmten Mutzbraten.
Wie lange braucht ein Schweinebraten im Backofen?
Eine der häufigsten Fragen beim Zubereiten eines klassischen Schweinebraten Rezepts lautet: Wie lange muss der Braten eigentlich in den Ofen? Die Antwort hängt stark von der Fleischsorte, dem Gewicht und dem gewünschten Gargrad ab – es gibt jedoch bewährte Faustregeln, an denen man sich gut orientieren kann.
1. Schweinebraten Garzeit nach Gewicht und Fleischstück
Für einen Schweinebraten im Backofen gilt die Faustregel:
Pro Kilogramm Fleisch rechnet man etwa 1 bis 1,5 Stunden Garzeit bei 160–180 °C Ober-/Unterhitze.
Ein Braten mit 1,5 Kilogramm sollte also mindestens zwei Stunden im Ofen bleiben – besonders bei durchwachsenem Fleisch wie Nacken oder Schulter, das vom langsamen Schmoren profitiert. Mageres Fleisch wie Keule oder Rücken benötigt etwas weniger Zeit, darf aber keinesfalls übergart werden, da es sonst trocken wird.
2. Kerntemperatur mit Fleischthermometer messen
Wer sichergehen möchte, dass der Braten perfekt gelingt, nutzt ein Bratenthermometer. Damit lässt sich die Kerntemperatur zuverlässig messen und man sorgt dafür, dass das Fleisch saftig bleibt.
Eine deutlich präzisere Methode als das reine Schätzen nach Zeit. Hier findest du für alle Schweinebraten Rezepte die richtige Schweinebraten Kerntemperatur.

Beilagen zum Schweinebraten: Von klassisch bis modern
Ein guter Schweinebraten lebt nicht nur vom Fleisch und der Soße – erst mit der richtigen Beilage wird er zum vollständigen Genuss. Besonders bei einem traditionellen Gericht wie Omas Schweinebraten spielt die Auswahl der Begleiter eine zentrale Rolle.
Ob klassisch oder modern: Die richtige Kombination rundet das Schweinebraten Rezept perfekt ab. Das zählt auch für Spießbraten oder den bei meinem Mann so beliebten Rollbraten.

Zu den zeitlosen Beilagen, die aus keinem traditionellen Bratenessen wegzudenken sind, zählen Semmelknödel. Locker und saugfähig – sie nehmen die Soße perfekt auf und sind in Bayern, Franken und Österreich ein Muss.
Wer will greift zu Kartoffelknödeln, die besonders gut zu dunklen, malzigen Soßen passen. Ein Knaller auch: Kartoffelsalate Rezepte!
Rotkohl ist ein weiterer Klassiker. Fein abgeschmeckt mit Apfel, Zwiebel, Lorbeer und etwas Essig, bringt er fruchtige Frische auf den Teller und ergänzt das kräftige Aroma des Bratens ideal.
Auch Sauerkraut, gerne mit Kümmel und Wacholder verfeinert, passt hervorragend zu deftigem Fleisch – insbesondere bei kräftigen Bratenstücken wie Nacken oder Schulter.
Wichtig nur: es muss genug Bratensoße auf dem Tisch stehen, sonst ist die Stimmung schnell im Keller, zumindest bei uns…

Die häufigsten Fehler beim Schweinebraten
Ein Schweinebraten misslingt meist nicht wegen des Rezepts, sondern wegen kleiner, vermeidbarer Patzer im Ablauf: Zu hohe Ofentemperatur trocknet das Fleisch aus.
Ein zu seltenes Übergießen nimmt dem Braten Saft und Aroma, und ohne Blick auf die Kerntemperatur landet er schnell über dem perfekten Garpunkt.
Auch ein zu kurzes Ruhenlassen nach dem Ofen sorgt dafür, dass beim Anschneiden zu viel Saft verloren geht. Ein weiterer Klassiker: Der Bratensatz im Bräter wird nicht sorgfältig gelöst, wodurch der Soße Tiefe und Geschmack fehlen.
FAQs zum Schweinebraten Rezept
Wie lange braucht ein Schweinebraten im Backofen bei 180 °C?
Bei 180 °C rechnest du je nach Stück und Struktur grob mit 1 bis 1,5 Stunden pro Kilo. Entscheidend bleibt die Kerntemperatur, nicht die Zeit. Sobald das Thermometer 78–80 °C zeigt, ist die Schulter bereit zum Ruhen und Aufschneiden.
Welche Temperatur braucht Schweinebraten im Backofen?
Klassisch gart Schweinebraten bei 160–180 °C Ober-/Unterhitze. Die niedrigere Temperatur eignet sich für gleichmäßiges Schmoren, die höhere für etwas mehr Bräunung.
Wie lange braucht ein 2-kg-Schweinebraten?
Ein Stück mit zwei Kilo liegt meist zwischen zwei und drei Stunden im Ofen.
Wie lange braucht Schweinebraten pro Kilo?
Pro Kilogramm Fleisch kannst du mit etwa 1 bis 1,5 Stunden rechnen.
Welches Fleisch eignet sich am besten für Schweinebraten?
Für den klassischen Braten eignen sich Schulter, Nacken, Bauch, Keule oder Rücken. Jedes Teilstück bringt eine eigene Struktur und ein anderes Schnittbild.
Wie bleibt Schweinebraten saftig?
Ein saftiger Braten braucht zwei Dinge: die richtige Kerntemperatur und ausreichend Ruhezeit. Das Thermometer hilft beim Punktgenau-Garen. Nach dem Ofen entspannt das Fleisch für einige Minuten unter Folie, sodass der Fleischsaft sich wieder verteilt und sich das Stück entspannt.
Fazit
Dieser Schweinebraten ist für mich kein beliebiges Sonntagsgericht, sondern eng mit Erinnerungen an die Küche meiner Eltern und den Geruch von Braten im Haus verbunden. Genau dieses Gefühl greift das Rezept auf, ohne kompliziert zu werden oder moderne Spielereien zu brauchen.
Gleichzeitig zeigt sich an kaum einem Gericht so deutlich, wie viele Varianten möglich sind: Schulter, Nacken, Bauch, Keule oder Rücken bringen jeweils einen anderen Charakter mit, und trotzdem bleibt das Grundprinzip immer vertraut.
Auch bei den Beilagen gibt es viel Spielraum – mal klassisch mit Semmelknödeln und Rotkohl, mal mit Kartoffelknödeln, Sauerkraut oder einem guten Kartoffelsalat.
Gerade diese Kombination aus Verlässlichkeit und Vielfalt sorgt dafür, dass der Schweinebraten immer wieder gerne auf dem Tisch steht.
Du hast Lust auf eine andere Variante? Dann probier auch meinen bayerischen Schweinebraten mit Kleinfleisch, den Schweinebraten mit Kruste, den Schweinebraten im Römertopf oder den Schweinebraten vom Kugelgrill.
Zutaten und Zubereitung
Schweinebraten Rezept | Omas Backofen Klassiker
Zutaten
- 2 kg Schweinebraten (Schweineschulter, Schweinenacken, Schweinebauch - ohne Schwarte und gerne Bio Qualität)
- 3 TL Salz
- 1 TL Schwarzer Pfeffer (frisch gemahlen)
- 1 TL Majoran (getrockneter)
- 2 TL Senf
- 1 TL Kümmel (gemahlener)
- 1 Lorbeerblatt
- 150 g Lauch
- 2 Zwiebeln
- 150 g Möhren
- 150 g Sellerieknolle
- 4 Knoblauchzehen
- 1 EL Tomatenmark
- 500 ml dunkles Bier (alt. kräftige Fleischbrühe bzw. Gemüsebrühe)
- 2 EL Butterschmalz (oder Öl zum Anbraten)
- 1 TL Speisestärke (optional, zum Andicken der Soße)
Anleitung
- Das Fleisch etwa 30 Minuten vor dem Braten aus dem Kühlschrank nehmen, damit es Zimmertemperatur annehmen kann. Währenddessen das Suppengemüse & Co putzen, schälen und klein schneiden.
- Backofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Den Braten von allen Seiten mit Senf einreiben oder einpinseln.
- Den Braten rundherum mit Salz und Pfeffer sowie Majoran bestreuen.
- In einem großen Bräter Butterschmalz oder Öl erhitzen, das Fleisch rundum kräftig anbraten, herausnehmen.
- Im Bratfett Zwiebeln, Lauch, Möhren und Sellerie anrösten. Tomatenmark zugeben und leicht mitrösten.
- Mit 100 ml Brühe ablöschen, Bratensatz lösen.
- Fleisch mit einem Fleischthermometer versehen und zurück in den Bräter legen, restliche Flüssigkeit angießen.
- Lorbeerblatt, Kümmel sowie Knoblauchzehen in den Bräter legen.
- Braten ohne Deckel bei 180 °C Ober Unterhitze schmoren, regelmäßig mit Bratensaft übergießen.
- 2 Grad vor dem Erreichen der gewünschten Kerntemperatur (also bei 80 Grad) das Fleisch herausnehmen und in Alufolie wickeln und 15 Minuten ruhen lassen. Versprochen: es wird dadurch noch feiner und saftiger.
- Soße passieren oder pürieren.
- Gegebenenfalls mit Speisestärke in einem Topf auf dem Herd abbinden.
- Fleisch in Scheiben schneiden und mit Soße servieren.
Kerntemperatur bis 76°. Nicht mehr.Ansonst Fleich wird zu trocken.
Servus Boris,
danke dir für deinen Hinweis! Die Kerntemperatur ist wirklich entscheidend, damit das Fleisch saftig bleibt.
Liebe Grüße, Anja
Ein Schweinebraten geht immer 😉 ich glaube den muss ich am Sonntag gleich wieder machen 👍
Hallo Henry,
da bin ich ganz bei dir – Schweinebraten geht einfach immer. Viel Spaß beim nächsten Mal!
Liebe Grüße, Anja
Mache gerade Wildschwein nach deinem Rezept vielen lieben Dank 👍❤️
Grüß dich Helena, dann gutes Gelingen beim Wildschwein und lass es dir schmecken.
Liebe Grüße, Anja
Wie guuuuuut 😋
Schweinebraten-ich liebe die bürgerliche Küche.
Schönes Wochenende liebe Anja.
Servus Jonathan, das freut mich sehr zu hören. Ein klassischer Schweinebraten gehört für viele einfach zur guten bürgerlichen Küche dazu. Dir auch ein schönes Wochenende!
Liebe Grüße, Anja
Da ich jetzt sei der Krankheit meiner Frau(Parkinson) die Speisezubereitung übernommenen habe ,haben mir Deine Rezepte sehe weitergeholfen.Sie sind gut erklärt ,so daß auch ein Leihe wie ich sie nachkochen kann,danke und weiter so Hobykoch Gunter
Hallo Gunter, vielen Dank für deinen schönen Kommentar. Es freut mich sehr, wenn dir die Rezepte beim Kochen helfen und die Erklärungen verständlich sind. Ich wünsche dir weiterhin viel Freude in der Küche und deiner Frau alles Gute.
Liebe Grüße, Anja
Rezept liest sich ermutigend und macht Appetit. ich werde den Braten so übermorgen (Sonntag) zu bereiten.
Grüß dich M. C., das freut mich zu lesen 😊 Ich wünsche dir gutes Gelingen für den Schweinebraten am Sonntag. Berichte gern, wie er geworden ist.
Liebe Grüße, Anja