Jeder, der sich im Urlaub gerne am Mittelmeer aufhält dürfte sie dort in den Restaurants bereits gesehen und vielleicht auch gekostet haben: Muschel-Gerichte. Ob mit Weißweinsud oder Tomatensoße serviert sind sie inzwischen schon weit über den Mittelmeerraum hinweg beliebt.
Aber es gibt auch Muschelrezepte, die in Europa eher weniger bekannt sind. Eines davon ist Clam Chowder. Der Ursprung der Muschelsuppe soll meiner Kenntnis nach in Frankreich liegen.
Im 18. Jahrhundert kam das Rezept mit den französischen Seefahrern nach Neuengland, oder New England, und avancierte da zum echten Klassiker.
Zutaten – im Überblick
In diesem Abschnitt führe ich die wichtigsten Zutaten des Rezepts auf. Und erläutere kurz, welche Rolle sie im Clam Chowder Rezept spielen. Die genauen Mengenangaben für diese Muschelsuppe findest du in der Rezeptkarte unterhalb.
- Miesmuscheln: Zentrale Zutat der Suppe und Grundlage für den typischen Geschmack. Beim Kochen entsteht ein aromatischer Muschelsud, der später einen wichtigen Teil der Suppenbasis bildet.
- Wacholderbeeren und Lorbeerblätter: Gewürze für den Muschelsud. Sie geben der Brühe eine feine Würze und unterstützen das maritime Aroma der Muscheln.
- Butter und Mehl: Grundlage für die cremige Konsistenz der Suppe. Beim Anrösten im Topf entsteht eine Basis, die später mit Flüssigkeit zu einer sämigen Suppe führt.
- Zwiebel und Knoblauch: Würzige Grundlage für den Ansatz der Suppe. Fein gehackt und zusammen mit dem Speck angeschwitzt bringen sie eine aromatische Basis in den Topf.
- Geräucherter Speck: Herzhaftes Element im Chowder und wichtiger Geschmacksträger. Speckwürfel geben der Suppe eine leicht rauchige Note und ergänzen die Muscheln sehr gut.
- Staudensellerie und Kartoffeln: Gemüsebestandteile der Suppe. Kartoffelwürfel sorgen für Substanz und Sättigung, während Sellerie eine leichte Gemüsenote einbringt.
- Weißwein und Muschelsud: Flüssige Grundlage des Chowders. Kombination aus beiden sorgt für Tiefe im Geschmack und verbindet die einzelnen Zutaten miteinander.
- Sahne und Milch: Verantwortlich für die typische cremige Art der Suppe. Mischung aus beiden ergibt eine milde und runde Basis.
- Muskatnuss: Klassisches Gewürz für cremige Suppen. Eine kleine Menge rundet den Geschmack der Sahne und Milch ab.
- Petersilie und Dill: Frische Kräuter für das Servieren. Fein gehackt geben sie der fertigen Suppe eine aromatische und frische Note.
Zubereitung – kompakt erklärt
Dieses Rezept für eine Clam Chowder gliedert sich in drei einfache Hauptschritte. Die Kombination aus Muschelsud, Gemüse und Sahne ergibt eine kräftige Muschelsuppe.
1. Muscheln kochen und Sud vorbereiten
Zuerst die Muscheln gründlich putzen und in sprudelnd kochendem Wasser zusammen mit Lorbeerblättern und Wacholderbeeren garen. Nach wenigen Minuten öffnen sich die Muscheln und können abgegossen werden. Den entstandenen Muschelsud auffangen, das Muschelfleisch aus den Schalen lösen und bereitstellen. Die Brühe gießt du anschließend durch ein Sieb, damit ein klarer Sud entsteht.
2. Suppenbasis im Topf ansetzen
Kartoffeln schälen und in kleine Würfel schneiden, Sellerie in Scheiben schneiden. Zwiebel und Knoblauch fein hacken und den Speck würfeln. Butter im Topf erhitzen und Speck, Zwiebeln und Knoblauch darin andünsten. Anschließend Mehl darüber streuen und kurz anrösten, bevor Muschelsud und Weißwein untergerührt werden.
3. Gemüse garen und Muschelsuppe fertigstellen
Nun kommen Kartoffeln und Sellerie in die Suppe und köcheln, bis das Gemüse weich ist. Danach Sahne und Milch zugeben und mit Muskatnuss würzen. Zum Schluss das vorbereitete Muschelfleisch in den Topf geben und nur noch durch die Resthitze erwärmen. Vor dem Servieren folgen gehackte Petersilie und Dill.
Amerikaner sind ja für Suppen Rezepte nicht so berühmt, da spielen die europäische Kartoffelsuppe, eine Gulaschsuppe oder unsere Kürbissuppe schon eher in der ersten Liga. Aber einer Clam Chowder dürft ihr getrost eine Chance geben – zumal ihr Muschel-Fans seid…
Clam Chowder Muschelsuppe Rezept Video
Was ist ein Chowder auf Deutsch?
Das Wort „Chowder“ bezeichnet im Englischen eine dickflüssige Suppe oder einen Eintopf. Auf Deutsch spricht man oft von einer „kräftigen Muschelsuppe“ oder allgemein von einem „Suppe-Eintopf mit Meeresfrüchten, Fisch und Gemüse“. Charakteristisch ist die cremige Konsistenz, die meist mit Weizenmehl, Milch oder Sahne erreicht wird.
Was spricht für mein Clam Chowder Rezept?
Cremige Konsistenz und reicher Geschmack: Meine Clam Chowder hat eine wunderbar cremige Konsistenz, die durch die Kombination von Muscheln, Sahne und Kartoffeln entsteht.
Herzhaft und sättigend: Clam Chowder ist ein sehr nahrhaftes Gericht. Die Kartoffeln, das Gemüse und die Muscheln sorgen für eine ausgewogene Mahlzeit, die nicht nur den Hunger stillt, sondern auch lange sättigt.
Einfach zuzubereiten: Clam Chowder ist relativ einfach zuzubereiten. Mit den richtigen Zutaten und ein wenig Geduld kann auch ein Anfänger eine feine Suppe auf den Tisch bringen.
Perfekt für kalte Tage: Clam Chowder ist ein ideales Gericht für kalte Tage. Es ist wärmend, gemütlich und bringt einen Hauch von Küstenflair in dein Zuhause, besonders wenn es draußen stürmt oder schneit.
Unterschiedliche Zubereitungsarten
Um genau zu sein, gibt es zwei Variationen: Die eher rötliche, weil mit Tomatensoße zubereitete, Manhattan Clam Chowder, die im 19. Jahrhundert in New York erfunden wurde. Und die weiß gefärbte Main Clam Chowder – ohne Tomatensoße, aber dafür mit Milch und Sahne zubereitet. Vorlieben sind bekanntlich verschieden, doch in diesem Rezept dreht es sich um letztere Art der Zubereitung.
Bei dieser Variante der Suppe mit der cremigen Konsistenz kommt das leckere Muschelfleisch zusammen mit Kartoffelwürfeln und etwas Speck in den Topf. Kein Vergleich zu Clam Chowder aus der Dose, das kann ich euch versprechen!
Welche Muschelsorten verwenden?
Ursprünglich wird Clam Chowder aus Clams, also großen Venusmuscheln, zubereitet. Diese Muschelart findet man an der amerikanischen Ostküste vor. Es ist also nachvollziehbar, dass diese Muschelart, wenn sie vor Ort verfügbar ist, auch Verwendung findet.
Hierzulande ist es allerdings nicht selbstverständlich an Venusmuscheln zu gelangen. Dafür aber an Miesmuscheln, und diese sind eine hervorragende Alternative.
Clam Chowder FAQs
Welche Muscheln sind Clams?
Unter „Clams“ versteht man verschiedene Muschelarten. Im klassischen New England Clam Chowder werden oft Quahogs, also große Herzmuscheln, verwendet. Diese wachsen an der Ostküste der USA im Salzwasser des Atlantiks. In Europa greift man oft auf Miesmuscheln zurück, weil sie einfacher erhältlich sind.
Wie schmecken Clams?
Clams haben ein zartes Fisch- und Meeresfrüchte-Aroma, das leicht süßlich ist. Sie sind weniger intensiv als Austern und entfalten im Muschelsud zusammen mit Gewürzen, Mais und Kräutern ein feines, maritimes Profil.
Wie heißt eine amerikanische dickflüssige Fischsuppe?
Eine typische amerikanische dickflüssige Suppe mit Fisch oder Muscheln wird als Chowder bezeichnet. Neben Clam Chowder gibt es auch Seafood Chowder, bei dem verschiedene Arten von Fisch (z. B. Kabeljau oder Lachs) und Meeresfrüchte verwendet werden.
Was ist ein Seafood Chowder?
Seafood Chowder ist eine Version des klassischen Gerichts, bei der nicht nur Muscheln, sondern verschiedene Meeresfrüchte und auch Fischsorten wie Kabeljau, Lachs oder Shrimps in einer cremigen Brühe gekocht werden. Mit Speck oder Frühstücksspeck, Gemüse und Sahne entsteht ein herzhafter Eintopf, der in den USA als vollwertiges Hauptgericht gilt.
Warum heißt es New England Clam Chowder?
Diese Variante stammt aus Neuengland an der Ostküste der USA. Dort gab es reichlich Clams, also Muscheln, die frisch aus dem Meer kamen. Zusammen mit Schinkenspeck oder Bacon, Kartoffeln, Mais und Milch entstand ein Chowder, der heute als Klassiker gilt.
Ist Manhattan Clam Chowder wirklich eine Chowder?
Ja, auch wenn die Manhattan-Version ganz anders aussieht. Statt Milch und Sahne bildet hier Tomate die Basis, was der Suppe eine rote Farbe gibt. Trotzdem ist sie nach amerikanischem Verständnis ein „Chowder“, weil sie muschelhaltig und gehaltvoll ist.
Warum heißt es Manhattan Clam Chowder?
Der Name leitet sich von der Stadt New York ab. Im 19. Jahrhundert entwickelten Einwanderer dort diese neue Version der Muschelsuppe. Sie unterschied sich durch Tomaten und Gewürze deutlich von der weißen New England-Variante.
Fazit
Clam Chowder zeigt, wie wichtig die Qualität der Zutaten ist: frische Muscheln, guter Schinkenspeck und ein klarer Muschelsud, am besten einmal durch ein Sieb passiert.
Typisch für die USA ist der New England Clam Chowder mit cremiger Basis, serviert mit Oyster Crackers – kleine Cracker, die man direkt mit dem Löffel in die Suppe taucht.
Auch alternative Versionen sind beliebt! Ob mit Fisch wie Lachs oder einer Version mit zusätzlichen Speck-Streifen aus Frühstücksspeck: Dieser Eintopf bringt die Aromen des Meeres auf den Teller und ist ein echter Genuss.
Weitere feine Meeresfrüchte Rezepte wären Spaghetti Vongole, die leckere Pasta mit Garnelen und natürlich die Spanische Paella.
Zutaten und Zubereitung
Clam Chowder | amerikanische Muschelsuppe
Zutaten
- 2 kg Miesmuscheln (frisch)
- 1 l Wasser
- 3 Wacholderbeeren
- 3 Lorbeerblätter
- 1 EL Butter
- 2 EL Mehl
- 1 Zwiebel
- 3 Knoblauchzehen
- 100 g geräucherter Speck
- 1 Stange Staudensellerie
- 3 Kartoffeln
- 300 ml Weißwein
- 200 ml Sahne
- 200 ml Milch
- 0,5 TL Muskatnuss (gerieben)
- Meersalz (zum Abschmecken)
- Pfeffer (zum Abschmecken)
- 1 Bund Petersilie
- 1 Bund Dill
Anleitung
- Die Muscheln gründlich putzen und in einen Liter sprudelnd kochendes Wasser zusammen mit den Lorbeerblättern und den Wacholderbeeren geben. Den Deckel schließen und die Muscheln zirka fünf Minuten kochen lassen bzw. bis sie sich ganz geöffnet haben. Anschließend abgießen und den Muschel-Sud auffangen.
- Die Kartoffeln schälen und in kleine Würfel schneiden. Die Stange Sellerie in kleine Scheiben schneiden.
- Die Zwiebeln und den Knoblauch fein hacken und den Speck in kleine Würfel schneiden.
- Die Butter in einem Topf erhitzen und Speck, Zwiebeln und Knoblauch darin andünsten.
- Nun das Mehl darüber stäuben und unter Rühren kurz goldgelb anbraten.
- Anschließend den Muschel-Sud zugeben und unterrühren, sowie den Weißwein.
- Die Kartoffelwürfel und Staudenselleriescheiben in die Suppe geben und zirka 20 bis 30 Minuten köcheln lassen.
- Die Muscheln währenddessen von den Schalen befreien und bereitstellen.
- Wenn Kartoffeln und Staudensellerie weichgekocht sind, den Spritzer Zitronensaft, Sahne und Milch zugeben und mit Muskatnuss, Meersalz und Pfeffer würzen und weitere fünf Minuten kochen lassen.
- Den Topf von der Herdstelle nehmen und die Muscheln hineingeben. Die Suppe sollte nun nicht mehr kochen, die Muscheln lediglich durch die restliche Hitze erwärmt werden.
- Die Clam Chowder mit fein gehackter Petersilie und Dill servieren.

Wollte schon immer mal wissen, ob’s so was wie eine Muschelsuppe gibt…endlich gefunden, klingt gut, wird gekocht! Andrea
Die ist genial lecker Andrea, lasst euch schmecken! Liebe Grüße, Anja
Das Rezept klingt super spannend. Gibt es eine Alternative für den Speck für die unter uns, die kein Fleisch essen?
Danke für dein Feedback, Sabine! Ganz einfach, Speck weglassen 😉 Viel Spaß beim probieren und lass mich wissen, wie es Dir geschmeckt hat! Liebe Grüße, Anja
Scheint lecker zu schmecken, werde ich nachkochen
Danke Rainer und das tut sie auch, verlasse Dich darauf 😉 Gutes Gelingen und Viel Spaß beim nachkochen. Liebe Grüße, Anja