So, zurück aus dem zweiwöchigen Urlaub. Zwar passt das das heutige Rezept nicht ganz dazu. Denn ich war nicht in Italien sondern habe die Füße bei meinen Eltern im schönen Altmühltal in die Höhe gelegt – und mal richtig durchgeschnauft.
Wozu das Gericht aber passt, ist das miese Wetter, das wir im August und teilweise auch im September noch hatten. Da darf man, so dachte ich mir, obwohl wir noch nicht wirklich Herbst haben, schon mal ein Schmorgericht auffahren. Zugegeben, ein leichtes. Hier kommt mein Ossobuco alla Milanese Rezept.
Zutaten – im Überblick
In diesem Abschnitt führe ich die wichtigsten Zutaten des Rezepts auf. Und erläutere kurz, welche Rolle sie im Ossobuco alla Milanese Rezept spielen. Die genauen Mengenangaben findest du in der Rezeptkarte unterhalb.
- Kalbsbeinscheiben: Herzstück des Gerichts, das beim Schmoren besonders saftig bleibt und den typischen Charakter von Ossobuco ausmacht.
- Zwiebeln, Karotten und Stangensellerie: Klassische Gemüsegrundlage, die dem Schmoransatz Tiefe gibt und die Soße aromatisch trägt.
- Knoblauch: Sorgt für eine herzhafte Grundnote und verbindet Fleisch, Gemüse und Tomaten geschmacklich miteinander.
- Butter und Rapsöl: Kombination aus Bratfett und Geschmacksträger, die sowohl beim Anbraten als auch beim Schmoren wichtig ist.
- Tomatenmark und stückige Tomaten: Bringen Fruchtigkeit und leichte Säure ins Gericht und bilden die Basis der kräftigen Soße.
- Weißwein und Gemüsebrühe: Flüssige Komponenten, die zum Ablöschen dienen und das Schmoren ermöglichen.
- Rosmarin und Salbei: Kräuter, die dem Ossobuco seinen mediterranen Charakter geben und das Kalbfleisch begleiten.
- Mehl: Dünner Überzug auf dem Fleisch, der beim Anbraten hilft und der Soße Körper gibt.
- Petersilie, Knoblauch und Zitronenabrieb für die Gremolata: Frische Mischung, die am Ende über das Gericht kommt und einen klaren, frischen Kontrast zum Schmorgericht setzt.
Zubereitung – kompakt erklärt
Dieses Rezept für original Ossobuco gliedert sich in drei einfache Hauptschritte.
1. Kalbfleisch anbraten und vorbereiten
Die Kalbsbeinscheiben erhalten zunächst Salz, Pfeffer und eine dünne Mehlschicht, bevor du sie im heißen Öl rundum anbrätst und anschließend aus dem Topf nimmst. Dieser Schritt sorgt dafür, dass das Fleisch Röstaromen bekommt und später im Schmorfond liegt, ohne direkt weiterzugaren.
2. Schmorsud aufbauen und Ossobuco garen
Im gleichen Topf kommen Butter, Zwiebeln, Knoblauch, Sellerie und Karotten zusammen und dünsten an, bevor Tomatenmark eingerührt wird. Weißwein und Brühe lösen den Ansatz, stückige Tomaten und Kräuter ergänzen die Soße, danach wandern die Beinscheiben zurück in den Topf und schmoren dort bei indirekter Hitze für zwei Stunden.
3. Gremolata zubereiten und servieren
Während das Ossobuco gart, hackst du Petersilie und Knoblauch fein und vermengst alles mit Zitronenabrieb. Zum Servieren landet die Gremolata frisch über dem Fleisch und rundet das Gericht mit einer klaren, frischen Note ab.
Falls dir bei der ganzen Kiste zuviele Knochen mit im Spiel sind empfehle ich dir andere Kalbfleisch Rezepte wie zum Beispiel das Wiener Schnitzel oder das Kalbsgulasch.
Ossobuco alla Milanese Rezept Video
Woher stammt das Ossobuco Rezept?
Ossobuco stammt aus der lombardischen Küche und hat seinen Ursprung in der Region rund um Mailand. Der Name leitet sich aus dem Italienischen ab und bedeutet sinngemäß „Knochen mit Loch“, was direkt auf die geschnittene Kalbsbeinscheibe mit dem markanten Markknochen verweist.
Traditionell entstand das Gericht als einfaches Schmorgericht, bei dem preiswertere Fleischstücke langsam gegart wurden. In Mailand entwickelte sich daraus über die Jahre das klassische Ossobuco alla Milanese, das fest zur regionalen Küche gehört und dort bis heute als typisches Sonntags- und Festtagsgericht gilt.
Beilagen zum Ossobuco alla Milanese
Die berühmteste Ossobuco Beilage ist bestimmt das Risotto alla Milanese. Also Reis auf typisch Mailänder Art. Absolut fein sind aber auch Ofenkartoffeln oder Petersilien Kartoffeln. Zu letzteren habe ich mich entschieden, wie ihr auf den Bildern in diesem Artikel sehen könnt.
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Auf das musst du beim Osobuco-Rezept besonders achten
Wichtig ist, dass die Kalbsbeinscheiben sauber angebraten werden, bevor sie in der Soße schmoren, denn so entsteht die Grundlage für den Geschmack.
Beim Schmoren selbst braucht das Gericht Ruhe und Zeit, damit das Fleisch weich wird und die Soße ihr volles Aroma entwickeln kann.
Zum Schluss sorgt die frisch zubereitete Gremolata dafür, dass das Ossobuco nicht schwer wirkt, sondern ausgewogen und klar schmeckt.
FAQs
Was ist der Unterschied zwischen Ossobuco und Beinscheibe?
Ossobuco bezeichnet ein konkretes Gericht aus der italienischen Küche, während Beinscheibe den Zuschnitt des Fleisches beschreibt. Für Ossobuco kommen Kalbsbeinscheiben zum Einsatz, die mit Knochen und Mark langsam geschmort werden.
Was ist Ossobuco auf Deutsch?
Wörtlich übersetzt bedeutet Ossobuco „Knochen mit Loch“. Gemeint ist der Markknochen in der Mitte der Kalbsbeinscheibe, der beim Schmoren seinen Geschmack an Fleisch und Soße abgibt.
Welches Fleisch nimmt man für Ossobuco?
Klassisch verwendet man Kalbsbeinscheiben, quer geschnitten aus der Kalbshaxe. Der Knochen mit dem Mark gehört zwingend dazu und prägt das Gericht geschmacklich.
Welche Beilagen passen original zu Ossobuco?
Traditionell serviert man Ossobuco alla Milanese mit Risotto alla Milanese. Alternativ passen auch Petersilienkartoffeln oder Ofenkartoffeln sehr gut, da sie die Soße aufnehmen.
Wie isst man Ossobuco?
Das Fleisch löst sich nach dem Schmoren leicht vom Knochen und lässt sich problemlos schneiden. Das Knochenmark gilt als besonderer Teil des Gerichts und wird meist mitgegessen oder auf die Beilage gestrichen.
Das Fazit
Tja, wen würde es wundern, wenn an dieser Stelle etwas anderes als „Hmmmm“ oder „Lecker“ auftauchen würde? Für mich ist Ossobuco alla Milanese eines der feinsten mediterranen Schmorgerichte, die ich kenne.
Das Fleisch ist butterzart und hat nach zwei Stunden Schmorzeit wirklich einen gigantischen Aromen-Mix aufgesogen. Der sich selbstverständlich auch in der kräftigen Soße wiederfindet.
Das Ossobuco Rezept passt auch fast ins ganze Jahr, weil’s nicht zu „schwer“ daherkommt. Und bei den Beilagen darf jeder zu seinen Lieblingen greifen.
Weitere italienische Rezepte auf meinem Blog wären die klassische Lasagne – und, wenn wir beim Thema Kalb bleiben wollen: Vitello Tonnato sowie das Mailänder Schnitzel.
Zutaten und Zubereitung
Ossobuco alla Milanese mit feiner Gremolada
Zutaten
Ossobuco
- 1,5 kg Kalbsbeinscheiben
- 2 EL Tomatenmark
- 2 Stück Zwiebeln (grob klein geschnitten)
- 4 Stück Karotten (in mundgerechte Stücke geschnitten)
- 6 Stücke Stangensellerie (in mundgerechte Stücke geschnitten)
- 4 Stück Knoblauchzehen (klein gehackt)
- 2 EL Butter
- 200 ml Weißwein
- 300 ml Gemüsebrühe
- 1 Stängel frischer Rosmarin
- 10 Blätter Salbeiblätter
- 750 ml stückige Tomaten (aus der Dose)
- 1 Prise Salz (zum Würzen)
- 1 Prise Pfeffer (zum Würzen)
- 3 EL Rapsöl
- 1 Prise Mehl (zum Mehlieren)
Gremolada
- 2 Bund frische Petersilie
- 3 Stück Knoblauchzehen
- Abrieb einer Zitrone
Anleitung
- Die gewaschenen und trocken getupften Kalbsbeinscheiben salzen und pfeffern sowie im Mehl wenden, überschüssiges Mehl abklopfen und im heißen Öl anbraten. Anschließend herausnehmen und beiseitestellen.
- Butter in den Topf geben. Ist diese geschmolzen darin die grob geschnittenen Zwiebeln, den gehackten Knoblauch, Stangensellerie und Karotten andünsten.
- Das Tomatenmark einrühren und mit Salz und Pfeffer würzen.
- Mit Weißwein ablöschen und der Brühe aufgießen.
- Jetzt die klein geschnittenen Tomaten zugeben und alles vermengen.
- Kräuter beigeben und die Beinscheiben wieder in den Topf legen und den Deckel drauflegen.
- Für 2 Stunden bei 160 Grad in der indirekten Hitze schmoren.
- In der Zwischenzeit die Gremolada zubereiten. Dazu Petersilie hacken, Knoblauch ebenso und alles mit feinem Zitronenabrieb vermengen.
- Beim Servieren das Fleisch mit der Gremolada garnieren.
Das Rezept ist SPITZE!
Allerdings war die Gremolata für mich einfach überflüssig, da dass Ossobuco einfach geschmacklich der KRACHER war.
Die Gremolata zu einem schönen Stück Steak, ist(s)t sicherlich eine Alternative.
Als Beilage habe ich Kartoffel-Pü gemacht, da ich persönlich keinen Reis insbesondere Risotto mag. Die Petersilienkartoffel war mir zu langweilig.
Das Pü habe ich mit Lorbeerblatt gekocht, dann grob gestampft und einen kleinen Schuss Balsamicoesssig hinzugefügt. Der Essig ist nicht zu sauer und rundet den Geschmack vom Ossobuco indem ja Weißwein ist, noch ab. Habe dann den Stampf mit einer Kuhle auf dem den Teller drapiert. Das Fleisch angeleht und die Kuhle mit der Sauce gefüllt und über das Fleisch gegeben.
Alles dann mit einwenig Petersilie abgestreut.
Anstatt Brühe habe ich im Übrigen den Gemüsefond von Escoffier genommen
Hallo Thomas, ja, das ist Geschmackssache. Danke für Dein Feedback und auch für die tollen Ideen und Tipps. Ich stell mir das richtig lecker vor und es hat sicher super ausgesehen. Frohe Ostern und liebe Grüße, Anja
alles genau so…ohne Tomaten..und 1 Tag.. liegen lassen ist geschmackvoll.weil das Kalbfleisch sich voll mit die Zutaten bindet..
Das stimmt! Danke Dir und liebe Grüße, Anja
Ich würde sagen obwohl ich keine Tomatensoße mag. Schmeckt mir dieses Gericht mit Toskana Brot aus Bäckerei Sipl sehr,sehr Lecker. Dankeschön für dieses Rezept.
Hallo Helena, das freut uns! 🙂 Vielen lieben Dank und liebe Grüße, Anja
Geniales Rezept!
Muss gleich mal beim Metzger Beinscheiben vorbestellen fürs Wochenende!
Vielen Dank für die Anregung!
Michaela
Liebe Michaela, das freut uns sehr! Vielen Dank für die tolle Bewertung und lass es Dir schmecken! 🙂 Liebe Grüße, Anja
Hallo Mädels,
Das Rezept habe ich ziemlich genau nachgekocht, Ergebnis umwerfend, extrem lecker.
Die Zubereitung ist dieses Mal sehr easy, macht auch einmal Spaß. Die Kalbbeinscheiben, vom Metzger klasse geschnitten waren ganz Großartig.
Beim nächsten Versuch werde ich nur den Weiß- geben Rotwein tauschen.
Nochmals vielen Dank für das tolle Rezept .
Herzliche Grüße vom Rhein
Rolf ?
Hallo lieber Rolf, das freut uns sehr und wir danken Dir für Dein Feedback und die tolle Bewertung. Bis zum nächsten Mal wenn Du magst und liebe Grüße, Anja