Gemischter Braten von Kalb und Schwein

Gemischter Braten von Kalb und Schwein

Ein gemischter Braten ist vielleicht nicht jedem bekannt. Er gehört aber in machen Regionen zur klassischen Sonntagsküche. Bei uns in der Oberpfalz wird er beispielsweise zu besonderen Anlässen, wie Geburtstagen, Hochzeiten oder anderen Feierlichkeiten serviert.

Das Besondere: Dabei kommen zwei Fleischsorten in einem Bräter, dazu gibt es eine kräftige Soße und einfache Beilagen – meist Kartoffelknödel und Spätzle, sowie einen gemischten Salat dazu. In dieser Kombination habe ich den gemischten Braten schon als Kind im Wirtshaus in meinem kleinen Heimatort gegessen.

Zu Hause gibt es dazu allerdings regelmäßig Diskussionen. Mein Mann findet, dass zu Kalb und Schwein unbedingt noch Entenkeulen dazugehören und aus dem gemischten Braten gleich ein Dreierlei werden sollte. Mir ist das ehrlich gesagt zu viel – geschmacklich und auch vom Aufwand her.

Wie siehst du das: Reicht ein klassischer gemischter Braten mit zwei Fleischsorten oder darf es gerne ein Dreierlei sein? Schreib deine Meinung gerne in die Kommentare unterhalb dieses Artikels. Und schreib mir vor allem, ob du schon einmal davon gehört hast oder das Gericht auch kennst.

Zutaten – im Überblick

In diesem Abschnitt führe ich die wichtigsten Zutaten des Rezepts auf. Und erläutere kurz, welche Rolle sie im Gemischter Braten Rezept spielen. Die genauen Mengenangaben findest du in der Rezeptkarte unterhalb.

  • Bratenstück aus Kalbsunterschale oder Kalbsschulterschulter: Diese Bratenstücke sind bekannt für deren zarte Fleischstruktur und bleiben beim Schmoren angenehm saftig.
  • Schweinhals: Er bringt kräftigen Eigengeschmack mit und trägt wesentlich zur Saftigkeit des Bratens bei. Außerdem stellt er ein etwas durchwachseneres Gegenstück zum mageren Kalbsbraten dar.
  • Suppengemüse: Es gibt dem Bratensaft Tiefe und unterstützt den herzhaften Grundgeschmack der Soße.
  • Fleischfond oder Fleischbrühe: Sie binden die Grundlage der Soße und halten das Fleisch während der Garzeit saftig.
  • Zwiebel: Sie sorgt für eine runde, herzhafte Basis und unterstützt das Aroma der Soße.
  • Lorbeerblätter: Sie geben eine feine Würznote ab und vertieft den Gesamtgeschmack.
  • Thymian: Sein kräftiges Aroma harmoniert perfekt mit beiden Fleischsorten, er sorgt für tiefe, harzig-pfeffrige Geschmacksnoten.
  • Speiseöl: Es wird zum Anbraten benötigt und unterstützt die Bräunung der Fleischstücke.
  • Soßenbinder (optional): Er hilft dabei, die Soße bei Bedarf leicht zu binden.
  • Sahne: Ein Schuss Sahne in der Soße rundet den Geschmack ab und sorgt für eine cremige Konsistenz.
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Zubereitung – kompakt erklärt

Dieses Rezept für Gemischter Braten gliedert sich in drei einfache Hauptschritte.

1. Vorbereitung und Anbraten

Zuerst stehen das Schälen und Schneiden von Gemüse und Zwiebel sowie das Vorheizen des Backofens an. Anschließend erhitztet man den Bräter oder in der Pfanne um die Fleischstücke von allen Seiten kräftig anzubraten.

Dann würzt man das Fleisch rundherum mit Salz und Pfeffer. Danach kommen Gemüse und Fond dazu, alles kocht kurz auf und Lorbeerblätter und Thymianzweige werden eingerührt.

2. Garen im Ofen

Ein Bratenstück mit einem Fleischthermometer versehen, und aufgelegtem Deckel wandert der Bräter in den Backofen. Während der Garzeit kannst du dich zurücklehnen und anderen Dingen nachgehen oder schon mal die Beilagen vorbereiten.

Wenn die gewünschte Kerntemperatur erreicht ist, legt man das Fleisch abgedeckt zum Ruhen auf eine Platte im ausgeschalteten Ofen und bereitet die Soße zu.

3. Gemischter Braten Sauce fertigstellen und servieren

Der Fond wird durch ein feines Sieb gegossen und anschließend erneut erhitzt. Je nach Bedarf gibt man einen Schuss Sahne und bindet ihn mit etwas Soßenbinder.

Danach wird mit Salz und frisch gemahlenem Pfeffer abgeschmeckt. Zum Schluss schneidet man den Braten gegen die Faser auf, so gerät er noch zarter, und serviert Fleisch, Gemüse und Sauce gemeinsam.

Gemischter Braten Rezept Video

Woher stammt der gemischte Braten?

Der gemischte Braten hat keine eindeutig festgelegte Herkunft. Er stammt aus der bodenständigen Hausmannskost im süddeutschen und österreichischen Raum. Vor allem in Bayern, Schwaben und Teilen Österreichs galt es lange als sinnvoll, verschiedene Fleischstücke gemeinsam im Bräter zu garen.

Zum einen entstand dadurch eine kräftigere Soße, zum anderen ließ sich so das verwerten, was gerade verfügbar war. Typisch war die Kombination aus Kalb und Schwein, da beide Fleischsorten unterschiedliche Eigenschaften mitbringen. Aber ich hae auch schon von Kombinationen aus Rind und Schweinebraten gehört.

Kalb liefert Zartheit, Schwein sorgt für Saftigkeit und Geschmack. Diese Kombination entwickelte sich über Generationen zu dem, was heute vielerorts als klassischer gemischter Braten bekannt ist.

Wer auf Schweinefleisch verzichten mag, der darf sich gern bei meinen Kalbfleisch Rezepten umsehen: Dort gibt es neben dem klassischen Kalbsbraten auch das Kalbsgulasch.

Welche Fleischstücke eignen sich?

Für einen klassischen gemischten Braten eignen sich vor allem Fleischstücke, die beim Schmoren saftig bleiben und ausreichend Geschmack mitbringen. Besonders bewährt hat sich die Kombination aus Kalbsunterschale oder Kalbsschulter und Schweinenacken, wie auch in diesem Rezept.

Die im Rezept genannten Kalbsstücke liefert eine feine Struktur und bleibt bei längerer Garzeit zart. Sie bringen eine milde, angenehme Fleischnote mit, die gut mit kräftigeren Stücken harmoniert.

Schweinenacken sorgt durch seinen höheren Fettanteil für Saftigkeit und Tiefe im Geschmack. Gleichzeitig trägt er wesentlich zur Qualität der Soße bei.

Auch andere Stücke kommen infrage, solange sie zum Schmoren geeignet sind. Schweineschulter, Schweinebauch in moderater Menge oder Kalbshaxe lassen sich ebenfalls gut integrieren.

Entscheidend bleibt, dass das Fleisch nicht zu mager gewählt wird. Zu magere Stücke verlieren beim Garen schnell an Saft und machen den Braten insgesamt trockener.

Beilagen

Zum gemischten Braten passen klassische Beilagen, die die kräftige Soße gut aufnehmen und den Braten nicht überdecken. Im Mittelpunkt stehen einfache Komponenten, die das Gericht abrunden.

Kartoffelbeilagen gehören zu den häufigsten Begleitern. Salzkartoffeln, Kartoffelknödel oder Semmelknödel nehmen die Soße gut auf und sorgen für ein stimmiges Gesamtbild. Bei uns landen besonders oft Kartoffelknödel auf dem Teller, weil sie mit der Bratensoße einfach immer funktionieren.

Auch Gemüsebeilagen passen gut zum gemischten Braten. Blaukraut, Rotkraut, Wirsing oder Rahmchampignons bringen Abwechslung auf den Teller und sorgen für Ausgleich zur kräftigen Fleischkomponente. Wer es leichter mag, greift zu grünen Bohnen oder einem einfachen Beilagensalat.

Als zusätzliche Beilage eignen sich auch Spätzle oder Bandnudeln, vor allem dann, wenn besonders viel Soße im Spiel ist. Gerade bei Familienessen kommen diese Varianten erfahrungsgemäß sehr gut an. Alles in allem handelt es sich um Rezepte, die man auch als klassische Schweinebraten Beilagen oder Rinderbraten Beilagen kennt.

Tipps und Tricks für einen guten gemischten Braten

Die Qualität des Fleisches spielt eine zentrale Rolle. Stücke aus Schulter und Hals eignen sich gut, weil sie genügend Fett und Bindegewebe mitbringen und beim Schmoren saftig bleiben. Zu mageres Fleisch trocknet schneller aus und verliert an Geschmack.

Kräftiges Anbraten zu Beginn sorgt für Röstaromen und legt die Basis für eine aromatische Soße. Das Fleisch sollte dafür ausreichend Hitze abbekommen und nicht zu früh bewegt werden. Geduld an dieser Stelle zahlt sich später deutlich aus.

Während der Garzeit lohnt es sich, regelmäßig etwas Fond über das Fleisch zu geben. So bleibt die Oberfläche saftig und der Braten bekommt eine gleichmäßige Textur. Ich nehme mir dafür zwischendurch bewusst kurz Zeit, auch wenn der Ofen eigentlich schon „alleine arbeitet“.

Das Ruhenlassen nach dem Garen gehört ebenfalls dazu. Wird der Braten direkt angeschnitten, verliert er unnötig Saft. Die kurze Pause im ausgeschalteten Ofen sorgt für ein besseres Ergebnis auf dem Teller.

Fazit

Gemischter Braten steht für unkomplizierte Küche mit viel Geschmack. Die Kombination aus Kalb und Schwein liefert eine saftige Fleischbasis und eine kräftige Soße, ohne unnötig kompliziert zu sein. Genau darin liegt für viele der Reiz dieses Gerichts.

Ob es bei zwei Fleischsorten bleiben sollte oder ob – wie mein Mann es gerne hätte – auch noch Entenkeulen dazugehören, bleibt am Ende Geschmackssache. Mich interessiert ehrlich, wie du das siehst: Reicht dir der klassische Zweierlei-Braten oder darf es auch ein Dreierlei sein?

Wer grundsätzlich gerne Bratenrezepte kocht, findet auf der Seite noch weitere Klassiker. Besonders beliebt sind in der Reihe der Schweinebraten Rezepte sind der klassische Schweinebraten von Oma und der Krustenbraten. Beide passen ebenfalls gut in die Sonntagsküche und gelingen zuverlässig.

Zutaten und Zubereitung

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Gemischter Braten von Kalb und Schwein

Gemischter Braten von Kalb und Schwein ist ein lecker Familien Rezept für den Sonntagmittag. Einfache Hausmannskost aus dem Schmorbereich.
Vorbereitungszeit15 Minuten
Zubereitungszeit1 Stunde 45 Minuten
Gesamtzeit2 Stunden
Gericht: braten, Festtagsessen, sonntagsbraten, sonntagsessen
Küche: Bayerisch, Österreich
Stichwort: defitg, einfach, erprobt, gelingsicher, lecker, original
Portionen: 6 Portionen
Kalorien: 472 kcal
Autor: Anja Würfl

Zutaten

  • 1 kg Kalbsunterschale (Altern. Kalbsschulter)
  • 1 kg Schweinhals
  • 2 TL Salz
  • 2 TL Pfeffer
  • 1 Pck Suppengemüse (Lauch Sellerie, Karotten)
  • 1 Zwiebel
  • 600 ml Bratenfond (Altern. Fleisch- oder Gemüsebrühe)
  • 2 Lorbeerblätter
  • 3 Zweige Thymian
  • Speiseöl (zum Anbraten)
  • Soßenbinder (optional)
  • 100 ml Sahne (zum Verfeinern der Soße)
  • Salz (zum Abschmecken der Soße)
  • Peffer (zum Abschmecken der Soße)

Anleitung

  • Gemüse schälen und die Zwiebeln abziehen und klein schneiden.
  • Backofen auf 200 °C Ober Unterhitze vorheizen. Einen Bräter oder Pfanne auf dem Herd erhitzen und das Öl heiß werden lassen. Zuerst den Schweinenacken kräftig von allen Seiten anbraten, herausnehmen.
  • Mit dem Kalbsbraten ebenso verfahren, herausnehmen und die beiden Fleischstücke rundherum mit Salz und Pfeffer würzen.
  • Das vorbereitete Gemüse zugeben und ebenfalls anrösten.
  • Lorbeerblätter und die Thymianzweige zugeben und mit Fond ablöschen.
  • Die gemischten Bratenstücke in den Bräter legen, einen mit einem Fleischthermometer versehen, den Deckel auflegen in den Ofen schieben und zirka 90 Minuten garen. Die optimale Kerntemperatur liegt für beide bei etwa 70 bis 75 Grad.
  • Danach das Fleisch herausnehmen, die Soße durch ein feines Sieb gießen und nach Belieben mit Soßenbinder bzw. Speisestärke andicken und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  • Die Braten gegen die Fleischfasern in dünne Scheiben schneiden und den gemischten Braten nach Wunsch mit dem gebratenen Gemüse, Knödel und der Sauce servieren. Gerne mit Petersilie garnieren. Dazu passen kaltes Bier oder ein Gläschen Rotwein.

Nährwerte (pro Portion)

Kalorien: 472 kcal | Kohlenhydrate: 3 g | Protein: 64 g | Fett: 21 g | Gesättigte Fettsäuren: 8 g | Mehrfach ungesättigte Fettsäuren: 2 g | Einfach ungesättigte Fettsäuren: 8 g | Transfette: 0.1 g | Cholesterin: 246 mg | Natrium: 1399 mg | Kalium: 1157 mg | Fasern: 0.5 g | Zucker: 1 g | Vitamin A: 201 IU | Vitamin C: 2 mg | Kalzium: 81 mg | Eisen: 4 mg

10 Kommentare

  1. Avatar
    Ottmar

    5 Sterne
    Hi!
    Das ist ideal für jeden Fleisch Typen was dabei 👌😋

    • Anja Würfl
      Anja Würfl

      Servus Ottmar,
      da hast du absolut recht – bei so einem gemischten Braten ist wirklich für jeden Fleischliebhaber etwas dabei 😋 Schön, dass dir die Idee gefällt! Viel Spaß beim Ausprobieren und lass es dir schmecken.
      Liebe Grüße, Anja

  2. Avatar
    Bernhard

    5 Sterne
    Gemischter Braten erinnert mich an meinen Vater. Da verging kein Besuch im Wirtshaus wo er nicht diesen gegessen hat 😉
    Ich hoffe ich kann meinen Kindern das auch so weitergeben 🙃

    • Anja Würfl
      Anja Würfl

      Hallo Bernhard, solche Erinnerungen hängen oft an genau diesen Gerichten und das macht sie so besonders. Ich drücke dir die Daumen, dass der gemischte Braten bei euch zu Hause auch zu so einer kleinen Tradition wird.
      Liebe Grüße, Anja

  3. Avatar
    Anonym

    5 Sterne
    Super leckerer Braten für jeden Anlass

    • Anja Würfl
      Anja Würfl

      Hallo, danke dir für das schöne Feedback. Der gemischte Braten passt wirklich zu vielen Anlässen und lässt sich gut vorbereiten.
      Liebe Grüße, Anja

  4. Avatar
    Ben

    Das wird auf jeden Fall nachgekocht.

    • Anja Würfl
      Anja Würfl

      Moin Ben, das klingt gut. Der Braten eignet sich prima fürs Wochenende und lässt sich entspannt vorbereiten. Liebe Grüße, Anja

  5. Avatar
    Karl

    5 Sterne
    Gemischter Braten ist das häufigste Gericht das ich bestelle wenn wir ins Lokal zum essen gehen 😉 Bei unserem Lieblingsgasthaus ums Eck schmeckt der auch wie hausgemacht – ein Traum! Aber wahrscheinlich kommt er an dein perfektes Exemplar nicht ran.

    • Anja Würfl
      Anja Würfl

      Hallo Karl, das klingt nach einem richtig guten Wirtshaus. Schön, dass du den gemischten Braten so schätzt, und wenn du ihn mal zu Hause ausprobierst, kommst du geschmacklich sehr nah an dieses „wie hausgemacht“ Gefühl ran. Liebe Grüße, Anja

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