Svickova, ein traditionsreiches Gericht aus Tschechien, zählt zu den beliebtesten Rezepte der Region. Mann kann sogar davon sprechen, dass Svíčková ein tschechisches Nationalgericht ist.
Der herzhafte Rinderbraten in cremiger Soße begeistert mit harmonischen Aromen und tiefem Geschmack.
Ursprünglich ein Festtagsessen, ist es heute auf jeder Speisekarte zu finden. Oft bestelle ich Svíčková (im Original auch Svíčková na smetaně) in einer Beerhall in Prag bei meinen häufigen Besuchen dort.
Die Kombination aus zartem Rindfleisch, würziger Sauce und typischen Beilagen macht dieses Gericht zu einem echten Genuss.
Zutaten – im Überblick
In diesem Abschnitt führe ich die wichtigsten Zutaten des Rezepts auf. Und erläutere kurz, welche Rolle sie im Svickova Rezept spielen. Die genauen Mengenangaben findest du in der Rezeptkarte unterhalb.
- Rinderbraten: Saftiges Stück Rind bildet die Grundlage des Gerichts und entwickelt beim Schmoren im Bräter zusammen mit Gemüse und Gewürzen den typischen Geschmack des böhmischen Klassikers.
- Speck: Durch das Spicken gelangt zusätzliches Fett in das Fleisch und sorgt für ein kräftiges Aroma im Braten.
- Butterschmalz: Hitzebeständiges Fett eignet sich hervorragend zum kräftigen Anbraten des Fleisches und schafft eine gute Grundlage für den Bratensatz im Bräter.
- Zwiebel, Knoblauch und Suppengemüse: Grob geschnittenes Wurzelgemüse bildet die aromatische Basis der Soße. Beim Schmoren mit Fleisch und Brühe entsteht daraus der typische Geschmack der Svickova.
- Rinderbrühe: Flüssigkeit im Bräter löst den Bratensatz und sorgt dafür, dass Fleisch und Gemüse während des Schmorens genügend Feuchtigkeit erhalten.
- Pfefferkörner, Pimentkörner, Wacholderbeeren, Lorbeerblätter, Ingwer und Thymian: Gewürze und Kräuter geben der Bratflüssigkeit Würze und Tiefe und prägen den charakteristischen Geschmack der böhmischen Spezialität.
- Mehl und Schlagsahne: Beide Zutaten sorgen am Ende für eine cremige, samtige Soße, die das Gericht typisch macht.
- Senf: Kleine Menge bringt eine feine Würze in die Soße und rundet den Geschmack ab.
- Preiselbeermarmelade und Petersilie: Preiselbeeren setzen einen fruchtigen Kontrast zur herzhaften Soße, Petersilie sorgt beim Anrichten für frische Farbe auf dem Teller.
Zubereitung – kompakt erklärt
Dieses Rezept für Svickova gliedert sich in drei einfache Hauptschritte.
1. Fleisch vorbereiten und anbraten
Zuerst Zwiebel, Knoblauch und Suppengemüse grob schneiden. Anschließend das Rindfleisch leicht einschneiden und mit Speck spicken. Butterschmalz im Bräter erhitzen und den Braten rundum kräftig anbraten. Danach Fleisch herausnehmen, mit Salz und Pfeffer würzen und ein Fleischthermometer einsetzen.
2. Gemüse und Gewürze im Bräter anrösten und den Böhmischen Rinderbraten schmoren
Gemüse im Bräter anrösten, anschließend Gewürze und Kräuter unterrühren und mit Rinderbrühe aufgießen. Das Fleisch wieder in den Bräter legen, Deckel aufsetzen und alles bei 180 Grad im Ofen schmoren lassen, bis eine Kerntemperatur von etwa 80 bis 85 Grad erreicht ist. Während dieser Zeit kannst du den Braten gelegentlich wenden und mit der Bratflüssigkeit übergießen.
3. Soße fertigstellen und Svickova servieren
Nach dem Schmoren Fleisch aus dem Bräter nehmen und die Soße durch ein Sieb passieren. Flüssigkeit erneut erhitzen, Schlagsahne mit Mehl verrühren und unterrühren, bis eine cremige Soße entsteht. Zum Schluss mit etwas Senf sowie Salz und Pfeffer abschmecken, den Braten in Scheiben schneiden und zusammen mit Soße, Serviettenknödeln und Preiselbeeren servieren.
Weitere feine Rinderbraten Rezepte auf meinem Blog sind der Sauerbraten oder auch Omas klassischer Rinderbaten.
Svickova Rezept Video
Was ist die Geschichte hinter Svickova?
Svickova ist eng mit der traditionellen Küche Böhmens verbunden. Der Rinderbraten war einst ein Sonntagsessen, das besondere Anlässe begleitete. Der Name stammt von der Verwendung der Lende, obwohl heutzutage oft andere Teilstücke vom Rind bevorzugt werden.
Über die Jahrhunderte hat sich die Zubereitung kaum verändert. Charakteristisch sind das Schmoren von diesem Lendenbraten im Bräter und das Aromatisieren mit Gemüse, Gewürze und Speck.
Die samtige Svickova Soße auf Basis von Sahne, Mehl und püriertem Wurzelgemüse sorgt für den einzigartigen Geschmack, der Svickova so besonders macht.
Welche Beilagen zu Svickova?
Kein Svickova ohne die passenden Begleiter! Am häufigsten serviert man dazu Böhmische Knödel. Sowie Semmelknödel, die sich perfekt eignen, um die köstliche Soße aufzunehmen. Preiselbeeren setzen eine fruchtige Note, die wunderbar mit der herzhaften Soße harmoniert.
Welchen Fehler sollte man beim böhmischen Rinderbraten vermeiden?
Beim böhmischen Rinderbraten lohnt es sich, ein paar typische Fehler zu vermeiden. Besonders wichtig ist ein kräftiges Anbraten des Fleisches zu Beginn, denn genau dort entsteht die Grundlage für den Geschmack der späteren Soße.
Auch das Gemüse sollte im Bräter Zeit bekommen, Farbe zu nehmen, bevor die Brühe dazukommt. Ebenso entscheidend ist Geduld beim Schmoren: Erst wenn das Fleisch wirklich weich ist, entwickelt sich der charakteristische Geschmack dieses traditionellen Gerichts.
Welches Fleisch verwendet man für Svíčková?
Traditionell wurde Rinderfilet genutzt, doch heute kommt oft die Schulter oder ein anderes saftiges Stück vom Rind in den Bräter. Dieses langsam geschmorte Fleisch bleibt saftig und entfaltet die Aromen optimal.
Entscheidender Faktor ist die sorgfältige Zubereitung: Zunächst das Fleisch kräftig anbraten, dann mit Rinderbrühe und Gewürze schmoren. Speck sorgt für zusätzliche Tiefe im Geschmack. Um das volle Aroma zu erhalten, sollte das Fleisch mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Wie lange braucht Svickova im Ofen?
Die Garzeit hängt vom verwendeten Stück ab. Im Durchschnitt schmort Svickova bei mittlerer Temperatur etwa 1,5 bis 2,5 Stunden, wobei die Rinderbraten Kerntemperatur entscheidend für die perfekte Konsistenz ist.
Während der Bratzeit kann man das Fleisch ab uns zu mit Rinderbrühe übergießen – ist aber kein Muss. Die Soße entsteht durch das feine Pürieren der geschmorten Zutaten, wobei Mehl, Schlagsahne und ein Hauch Senf für die gewünschte Cremigkeit sorgen.
Dank dieser sorgfältigen Zubereitung bleibt Svickova ein Highlight der tschechischen Küche und ein wahrer Genuss für Liebhaber deftiger Rezepte.
FAQs
Was ist Svickova?
Svickova ist ein traditioneller böhmischer Rinderbraten aus der tschechischen Küche. Das Fleisch schmort zusammen mit Wurzelgemüse und Gewürzen im Bräter und ergibt eine cremige Soße, die meist mit Sahne verfeinert wird. Serviert wird das Gericht klassisch mit böhmischen Knödeln und Preiselbeeren.
Welche Fleischsorte verwendet man für Svickova?
Traditionell stammt der Name des Gerichts von der Rinderlende. Heute greifen viele jedoch zu anderen Stücken wie Schulter oder Schaufelstück, da diese beim Schmoren besonders saftig bleiben. Wichtig ist ein Stück Rindfleisch, das genügend Zeit im Bräter bekommt, damit es weich und aromatisch wird.
Woraus besteht Svickova?
Die Grundlage bildet ein geschmorter Rinderbraten, der zusammen mit Wurzelgemüse und Gewürzen im Bräter gart. Aus der Bratflüssigkeit entsteht anschließend eine cremige Soße, die mit Sahne verfeinert wird. Typisch zum Servieren sind böhmische Knödel und ein Klecks Preiselbeeren.
Wie schmeckt Svickova?
Der Geschmack ist kräftig und zugleich angenehm rund. Das langsam geschmorte Fleisch bringt eine tiefe Rindfleischnote mit, während Gemüse und Gewürze der Soße eine würzige Grundlage geben. Die Sahne sorgt für eine cremige Komponente, die gut mit den Preiselbeeren harmoniert.
Wie spricht man Svickova aus?
Im Tschechischen spricht man das Wort ungefähr Switsch kowa aus. Die Betonung liegt auf der ersten Silbe. In deutschen Texten erscheint der Name meist in der Schreibweise Svickova.
Wie viele Kalorien hat Svickova?
Die Kalorienzahl hängt stark von Fleischmenge, Soße und Beilage ab. Eine Portion aus dem hier vorgestellten Rezept liegt ungefähr bei rund 700 Kilokalorien. Dazu kommen je nach Portion noch Knödel und Preiselbeeren.
Fazit
Svickova gehört für mich zu den Rinderbraten, die zeigen, wie viel Geschmack in einem klassischen Schmorgericht steckt. Das Zusammenspiel aus zartem Rindfleisch, aromatischem Wurzelgemüse und der cremigen Soße macht diesen böhmischen Klassiker zu einem Gericht, das besonders an kühleren Tagen gut auf den Tisch passt.
Wer Gefallen an solchen Rinderbraten gefunden hat, findet auch in anderen internationalen Küchen spannende Varianten. Ein französisches Boeuf Bourguignon bringt mit Rotwein eine ganz eigene Richtung ins Spiel, während ein Filet Wellington aus England den Rinderbraten in eine festliche Variante mit Blätterteig verwandelt. Gerade dieser Blick über die Landesgrenzen zeigt, wie vielseitig Rinderbraten weltweit interpretiert wird.
Lasst es euch schmecken, Anja
Zutaten und Zubereitung
Svickova | Böhmischer Rinderbraten
Zutaten
- 1,5 kg Rinderbraten (wahlweise: Rinderfilet oder Schaufelstück, Schulter)
- 100 g Speck (gut durchwachsen)
- 2 EL Butterschmalz
- 1 TL Salz
- 0,5 TL Pfeffer
- 1 Zwiebel
- 4 Knoblauchzehen
- 1 Pck. Suppengemüse (Sellerie, Karotte und Lauch)
- 600 ml Rinderbrühe
- 8 Pfefferkörner
- 6 Pimentkörner
- 5 Wacholderbeeren
- 4 Lorbeerblätter
- 1 TL Ingwer (gemahlen)
- 1 Bund Thymian
- 2 EL Mehl (zum Andicken der Soße)
- 200 ml Schlagsahne (zum Verfeinern der Soße)
- 1 TL Senf (zum Verfeinern der Soße)
- 1 Prise Salz (zum Abschmecken der Soße)
- 1 Prise Pfeffer (zum Abschmecken der Soße)
- 6 EL Preiselbeermarmelade (zum Servieren)
- 1 Bund Petersilie (zum Garnieren)
Anleitung
- Die Zwiebel schälen und in grobe Würfel schneiden, ebenso das Suppengemüse und in grobe Stücke schneiden, den Knoblauch nur schälen.
- Das Rindfleisch leicht einschneiden und mit dem Speck spicken. Dazu entweder mit einer Spicknadel arbeiten oder alternativ ein Schaschlikstäbchen verwenden.
- Das Butterschmalz in einem Bräter erhitzen und das Rindfleisch von allen Seiten kräftig anbraten.
- Das angebratene Fleisch herausnehmen, rundherum salzen und pfeffern.
- Und mit einem Fleischthermometer versehen.
- Das Gemüse in den Bräter geben und anbraten.
- Dann die Gewürze und Kräuter unterrühren.
- Mit der Rinderbrühe aufgießen, das Fleisch zurück in den Bräter legen, den Deckel auflegen und den Svickova bei 180 Grad für zirka 1,5 Stunden im Backofen schmoren lassen bis eine Kerntemperatur von 80 bis 85 Grad erreicht ist.
- Den Braten dabei ab und zu wenden und mit der Bratflüssigkeit übergießen.
- Den Rinderbraten aus dem Bräter nehmen und die Soße durch ein Sieb auffangen.
- Die Soße zum Kochen bringen, Sahne und Mehl verrühren und unter die Soße rühren und andicken.
- Die Svíčková Sahnesoße optional mit etwas Senf, Salz und Pfeffer abschmecken, den Rinderbraten in Scheiben schneiden, mit Petersilie garnieren und mit Soße, Serviettenknödel und Preiselbeeren servieren
Liebe Anja! Vielen Dank für deine tollen Rezepte!
Heute werde ich Svičkova nach deiner super Anleitung kochen.
Liebe Grüße
Martin
Lieber Martin,
viel Spaß beim Kochen 🙂 Svíčková ist ein richtig schönes Gericht.
Liebe Grüße, Anja
Böhmischer Rinderbraten auch ein super tolles Gericht für den Weihnachtsabend 😋😊
Jetzt habe ich die Qual der Wahl Schweinelende im Speckmantel oder Rinderbraten????
Zum Glück habe ich noch ein paar Tage Bedenkzeit 😉
Grüß dich Johannes, beide Gerichte passen super zu Weihnachten. Du hast wirklich die Qual der Wahl – falsch machen kannst du da gar nichts.
Liebe Grüße, Anja
Hallo 🪻🫶 könnte ich auch Schweinefleisch verwenden?
liebe Grüße Sandra
Hallo Sandra, Schweinefleisch passt auch wunderbar in dieses Rezept. Wird etwas milder, aber schön aromatisch. Ist halt dann ein Böhmischer Schweinebraten…
Liebe Grüße, Anja 😊
Böhmischer Rinderbraten Anja da hast du Kindheitserinnerungen bei uns geweckt.
Mein Mann sagte als ich ihm das Rezept vorgelesen habe, den müssen wir für das nächste Wochenende unbedingt einplanen.
Also gibt es bei uns nächsten Sonntag Böhmischen Rinderbraten (ich freue mich darauf)
Schönen Tag, mach weiter so
Grüße
Sybille
Hallo Sybille, hallo Herbert – das klingt klasse 😃 Schön, dass mein Rezept bei euch Kindheitserinnerungen weckt. Gutes Gelingen für nächsten Sonntag!
Viele Grüße, Anja
Bin begeistert von den vielen leckeren Rezepten.
Ganz tolle Ideen dabei
Danke
Freu mich sehr und danke Dir! Bis bald und liebe Grüße, Anja
Guten Morgen Liebe Anja, am Wochenende erwarten wir hohen Besuch (Eltern und Schwiegereltern) 🙂 Ich glaube, wenn wir da diesen leckeren Rinderbraten auf den Tisch bringen (und er auch tatsächlich so wie bei dir wird) haben wir gute Karten 😉 Was meinst du?
Schönen Mittwoch und drücke uns die Daumen, das alles klappt 😉
Sabine und Sven
Liebe Sabine und lieber Sven, 🙂 ja, ich glaube der haut rein. 😉 Ganz viel Erfolg und ich bin mir sicher ihr macht das sehr gut. Habt ein schönes Wochenende, danke und liebe Grüße, Anja
Was für ein toller Rinderbraten Anja!
Da bekomme ich jetzt gleich noch Appetit auf meiner Couch 😉
Schönen Abend und lieben Gruss-Lisa •
Hallo Lisa, Danke Dir! Lass ihn Dir unbedingt mal schmecken. 🙂 Einen schönen Tag und liebe Grüße, Anja
Hi Anja ein großes Kompliment deine Serviettenknödel sehen absolut lecker aus… So fluffig und weich. Bei mir werden sie leider immer total klumpig und nicht so geschmeidig 🙁 Was mache ich bloß falsch???
Hallo Daniela, freu mich über Dein Lob! 🙂 Versuche mal beim nächsten Mal den Knödelteig nicht zu sehr zu kneten, nur ganz locker, sodass immer noch etwas Luft in den eingeweichten Brotwürfeln bleibt. Meiner Erfahrung nach werden die Knödel dann lockerer. Gutes Gelingen und viele liebe Grüße, Anja
Guten morgen liebe Anja!
Es ist wirklich verrückt… Bereits am frühen Morgen habe ich Appetit auf deinen leckeren Rinderbraten.
Schönen Tag und Grüße René
🙂 Mission erfolgreich! Danke Dir und liebe Grüße, Anja
Super klasse sieht das aus.
Da tropft mir sofort der Zahn!
Schönen Abend-Florian
Danke Dir, lieber Florian, ich freu mich und wünsche Dir noch einen schönen Tag! Bis bald und liebe Grüße, Anja
Liebe Anja mit diesem Gericht hast du dich wirklich selbst übertroffen.
Ein Traum-das würde mir jetzt schmecken…
Schönes Wochenende und Grüße, Vincent
Lieber Vincent, wow, vielen Dank für das große Lob. Freue mich sehr! 🙂 Bis bald, einen schönen Tag und liebe Grüße, Anja
Was? Habe ich da was von deftiger Küche gelesen? Da bin ich garantiert dabei…
Schönes Wochenende-Josef
🙂 Das freut mich sehr, lieber Josef, Dir noch einen schönen Tag, vielen Dank, bis bald und liebe Grüße, Anja