Die einen winken einfach nur ab, wenn sie das Wort Leberknödel hören, den anderen läuft dabei das Wasser im Mund zusammen. Ganz ehrlich: Ich gehöre zur zweiten Gruppe. Schon als kleines Kind bin ich extra schnell von der Schule heimgewackelt, wenn ich wusste, dass mittags bei meiner Oma eine heiße Leberknödelsuppe auf mich wartet.
Die liebe ich genauso wie saures Lüngerl oder das Kesselfleisch bei unserer Hausschlachtung.
Natürlich mit selber gemachten Leberknödeln in einer kräftigen Rinderbrühe. Leberknödel selber machen habe ich also ziemlich früh mitbekommen. Erst mit dem Leberknödel Rezept von meiner Oma, später bei meinem Vater. Heute werfen wir also einmal einen genaueren Blick auf den Klassiker aus Bayern.
Dieses Rezept rangiert bei mir übrigens unter Suppen Rezepte. Ich weiß, dass der Leberknödel auch außerhalb von Suppen verzehrt werden, aber eher selten. Darum ist er wohl in der bayerischen Suppen Welt neben Flädlesuppe, Grießnockerlsuppe und Hochzeitssuppe am besten aufgehoben.
Leberknödel Rezept Video

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Zutaten und Zubereitung
Leberknödel selber machen | klassisches Rezept
Zutaten
- 850 g Rinderleber
- 300 g Knödelbrot
- 3 Eier
- 2 Zwiebeln
- 600 ml Milch
- 3 EL Majoran
- 1 TL Muskat
- 2 EL Salz
- 1 EL Pfeffer
- 2 EL Butter
- 1 Bund Petersilie
- 1 Bund Schnittlauch
- 3 Liter Rinderbrühe
- Etwas Semmelbrösel (falls der Knödelteig zu weich)
Anleitung
- Die Leber durch den Fleischwolf (3 mm Scheibe) drücken.
- Das Knödelbrot mit warmer Milch übergießen und zirka 10 Minuten einweichen lassen.
- Zwiebeln und Petersilie fein hacken und in Butter glasig dünsten und etwas erkalten lassen.
- Das aufgeweichte Knödelbrot, Leber, angedünstete Zwiebeln und Petersilie sowie die Eier in eine Schüssel geben und zu einem Teig verkneten. Sollte er zu klebrig sein Semmelbrösel zugeben und sollte er zu fest sein etwas Milch oder Wasser.
- Den Knödelteig mit Majoran, Muskat und Salz und Pfeffer würzen.
- Nun aus dem Teig Knödel formen.
- Brühe aufsetzen und erhitzen (nicht kochen lassen) und die Knödel vorsichtig hineinlegen und darin ziehen lassen.
- Die Leberknödel sind fertig, sobald sie steigen und an der Oberfläche schwimmen. Je nach Größe nach zirka 10 bis 15 Minuten.
- Mit frisch geschnittenem Schnittlauch servieren.
Video
Nährwerte (pro Portion)

Die Leberknödelsuppe – Vorspeise oder sogar Hauptspeise?
Eigentlich eine rhetorische Frage, denn die Antwort lautet: Für den kleinen Hunger reicht ein Teller Suppe mit einem Leberknödel locker. Beim mittleren Hunger müssen es schon zwei Leberknödel als Suppeneinlage sein. Damit eignet sich die Leberknödelsuppe vielleicht noch als kleines Mittagessen. Und wenn der Magen so richtig knurrt, tja dann werden auch drei Leberknödel nicht ausreichen.
Die Knödel enthalten zwar Kohlenhydrate, aber zu den Sattmacher Gerichten würde ich sie nicht zählen. Stattdessen sollte man die Leberknödelsuppe eine Vorspeise sein lassen und sich einen Hauptgang genehmigen. Wie zum Beispiel einen Krustenbraten, ein Hirschgulasch oder einen Lammrücken.
Wobei hier auch suppen wie die Kartoffelsuppe, eine feine Hühnersuppe oder Brokkolisuppe als kleine Vorspeise taugen.

Auf was muss man beim Rezept achten?
Der wichtigste Moment beim Leberknödel selber machen ist das Hineinlegen in die heiße Brühe. Passt mit der Hitze auf, denn die Brühe darf nicht kochen! Denn hier kann es schon mal vorkommen, dass sie sich auflösen und sich, unschön anzusehen, unter die Brühe mischen. Hier hilft das bei vielen bekannte und auch in einigen Rezepten empfohlene „Probeknödeln“.
Und wie der Name schon sagt, legt man zuerst einen in die heiße Brühe und bevor man die anderen hinzu gibt, wartet man ab wie sich der „Probeknödel“ im Wasser verhält. Normalerweise erstarren die Klöße im heißen Wasser sofort, die Farbe verändert sich und der Garprozess hat begonnen. Wenn dem so ist darf nachgelegt werden. Ansonsten gibt man noch etwas mehr Semmelbrösel unter den Teig.
FAQs
Was ist alles in Leberknödeln drin?
Klassisch bestehen Leberknödel aus Rinder- oder Schweineleber, eingeweichtem Knödelbrot, Zwiebeln, Eiern und Gewürzen wie Majoran, Muskat, Salz und Pfeffer. Oft wird die Masse mit etwas Milch und Butter verfeinert.
Wie bereite ich Leberknödel zu?
Die Zutaten werden zu einem Teig verknetet, zu Knödeln geformt und anschließend in heißer Brühe oder Salzwasser gegart. Wichtig: Die Flüssigkeit darf nicht kochen, sonst zerfallen die Knödel.
Ist ein Leberknödel gesund?
Leberknödel liefern viel Eiweiß und Mineralstoffe aus der Leber, enthalten aber auch Cholesterin und Fett. In Maßen genossen sind sie eine herzhafte, nahrhafte Suppeneinlage.
Warum heißen Leberknödel Leberknödel?
Der Name kommt von der Hauptzutat: der Leber. Zusammen mit Brot und Gewürzen wird daraus ein Knödel geformt – daher die Bezeichnung Leberknödel.
Sind Leberknödel vom Metzger vorgekocht?
Meist sind Leberknödel vom Metzger schon vorgegart und müssen nur noch in heißer Brühe oder Wasser erwärmt werden. Am besten direkt beim Metzger nachfragen, wie die Knödel zubereitet sind.
Kann man Leberknödel am nächsten Tag noch essen?
Ja, Leberknödel lassen sich im Kühlschrank gut einen Tag aufbewahren. Zum Servieren am besten in heißer Brühe oder im Dampf erwärmen.
Wie mache ich fertige Leberknödel warm?
Fertige Leberknödel können direkt in heiße Brühe gelegt werden, bis sie durchgewärmt sind. Alternativ lassen sie sich auch schonend im Dampf oder in etwas Flüssigkeit mit Deckel erhitzen.
Bilder: istock


Wird gleich ausprobiert, war schon ein Abenteuer die Leber wurde mir soeben angeliefert, kaum zu bekommen um die Jahreszeit in Portugal. Danke für das Rezept da bekomme ich beim Lesen schon einen Megahunger.
Servus Elke, perfekt, dass du die Leber bekommen hast 😄 Dann gutes Gelingen und lass es dir schmecken!
Herzliche Grüße, Anja
Sehr informativ! Probiere ich aus!
Liebe Miri, da steht man auch eine ganze Weile in der Küche, aber es lohnt sich auf alle Fälle. Man kann sie ja auch auf Vorrat machen und einfrieren. Vergiss nicht, dir eine gute Rinderbrühe dazu zu machen – da passen die wunderbar rein. Liebe Grüße, Anja
Leberklos einfach wunderbar ,eine genuss.Immer wieder .
Lieber Detlef, da hast du recht – Leberknödel könnte ich einmal die Woche essen. Selber machen ist oft aufwendig, aber wenn man sie dann zubereitet, sollte man gleich welche für den Vorrat machen und einfrieren. Immer eine leckere Rinderbrühe in der Hinterhand haben und frischen Schnittlauch hineinschneiden – für mich ein Festmahl. Liebe Grüße, Anja
Genauso ist das Rezept von meiner Oma die war Köchin in einem Restaurant so müssen Leberknödel schmecken mit Sauerkraut und Zwiebelsosse perfekt 👌
Liebe Gabriele, wie schön, dass ich mit dem Rezept wohl genau das deiner Oma getroffen habe! Mit Sauerkraut und Zwiebelsauce habe ich die Puffer selbst noch nicht probiert – klingt aber super. Das teste ich mal. Danke für den Tipp! Liebe Grüße, Anja.
Sehr gut
Danke liebe Emma, muss ich nun auch wieder mal machen! Liebe Grüße, Anja
Servus Anja & Matthias,
wie immer sehr schöne Videos von euch – minimalistisch – und deshalb super lecker!
In meiner Familie packt man da noch ordentlich Knoblauch rein, die Knödel werden zwischen zwei Esslöffeln geformt, sind klein und ziehen damit besser durch. Mehl kommt nicht rein – sie sollen ja fluffig bleiben.
Weiter so – Tschoseff aus der nördlichen Oberpfalz
PS: Wohne hier an der Grenze zu Oberfranken – bei dene kann man auch sehr gut essen! Lasst es uns solange genießen wie es noch die gute bayrische Küche auf dem Lande gibt!
Servus Tschosef, bin ich froh über Deinen Kommi, das mit dem Mehl ist ein absolutes Versehen. Hab das gleich gelöscht. Danke Dir, hört sich gut an. Bis bald, vielen Dank, so machen wirs! Liebe grüße, Anja
Servus Anja,
vielem Dank für deine Rückantwort!
Wir sind ja beide Liebhaber guter Küche – ihr stützt bayrische Tradition – das finde ich sehr gut!
Ich hätte da ne Idee: Ihr habt das Video zu einem Schlachtfest gemacht – toll – hier bei mir gibt es die sogenannte Hausbrauerei = Zoigl-Kultur.
Da gibt es unter anderem neben selbstgebrautem Bier auch sowas wie ne Schlachtschüssel = Blut- und Leberwurst + Schweinebauch + Kraut.
Da kannst sicherlich auch den Matthias davon überzeugen – es ist Tradition hier und das Bier ist echt gut.
Ein Beispiel: zoigl-kramer-wolf.de
In der Umgebung gibt es da noch viele Zoigl-Wirtschaften – Windischeschenbach/Neuhaus … muss man selbst entdecken!
So nen kurzen WE-Trip wär des schon wert!
Könnt was draus machen – ich bin da manchmal auch – ist halt trotzdem 20km von mir weg.
Tschoseff
Danke für die Info, hört sich nett an, nur: Schlachtplatten gibt’s bei uns in der Gegend auch noch…zum Glück!
Stimmt – hab das mit der Hausschlachtung wie früher gesehen.
Unterm Strich zählt jedoch immer das Gesamtpaket – und – Zoigl habt ihr da unten definitiv nicht. Kuchlbauer ja, Schierlinger ja, …
Dein Kameramann wäre da vermutlich eher zu begeistern 😉
PS: letztes WE traf ich da zwei Jungs vom Bodensee – die sind nicht zum ersten Mal 600 km gefahren um das Bier und die urigen Kneipen hier zu genießen.
Grüß dich Tschoseff,
Zoigl wäre tatsächlich etwas, das hier so nicht zu finden ist. Dein Hinweis zum Gesamtpaket passt aber sehr gut.
Liebe Grüße, Anja
tolles Rezept. werden es demnächst ausprobieren und schauen, ob’s wie bei meiner Oma schmeckt
Hallo Anne, lass es Dir schmecken und ich würde mich sehr über Feedback freuen! Danke und liebe Grüße, Anja
und was macht man mit den gedünsteten Zwiebeln und Petersilie?
Danke für den Hinweis Martin, die werden natürlich auch in den Teig geknetet. Hab es schon korrigiert. 🙂 Danke und liebe Grüße, Anja
Genau so müssen die schmecken! Lecker!!! Tolles Rezept!!!
Danke Dir, freut mich sehr! Liebe Grüße, Anja
Ein Super Rezept.Ich werde demnächst ausprobieren.Ein schönen Tag und Liebe Grüße von Carla
Danke, Carola und lass es Dir gut schmecken. Liebe Grüße, Anja