Der Gänsebraten ist ein Festessen. Nicht selten hat die Weihnachtsgans bei vielen Familien traditionell einen fest Platz an Heiligabend. Beziehungsweise zwei: Zuerst im Backofen und dann prominent für wenige Minuten in der Mitte vom Tisch.
Die Gans füllen, braten und eine Sauce zaubern gelingt sehr einfach. Wichtig ist nur: Streitet euch nicht um Brust und Keule – das kann euch nämlich bei diesem Gänsebraten Rezept leicht passieren.
Lasst uns einen kurzen Blick auf diesen Klassiker werfen. Zum Schluss übrigens noch etliche wichtige Fragen und Antworten zu diesem Gänsebraten Rezept, die häufig gestellt werden.

Zutaten – im Überblick
In diesem Abschnitt werden die wichtigsten Zutaten des Gänsebraten Rezepts aufgeführt und kurz erläutert, welche Rolle sie im Rezept spielen und wie sie eingesetzt werden. Die genauen Mengenangaben findest du in der Rezeptkarte unterhalb.
- Gans (bratfertig, gerne mit Innereien): liefert das Fleisch für den Braten und wird im Bräter mit Füllung und Gemüse geschmort.
- Äpfel, Maronen, Zwiebeln: ergänzen die Füllung und geben dem Inneren der Gans Geschmack.
- Suppengemüse (Sellerie, Lauch, Karotten): schaffen zusammen mit Gewürzen die aromatische Basis im Bräter.
- Majoran, Beifuß, Gewürznelken, Lorbeerblätter, Wacholderbeeren, Zimtstangen: geben dem Braten eine würzige Aromenvielfalt.
- Gänsefond (alternativ Geflügelfond): dient als Flüssigkeitsgrundlage im Bräter und trägt zur Sauce bei.
- Soßenbinder: wird nach dem Braten eingesetzt, um die Bratensauce anzudicken.
Zubereitung vom Gänsebraten – kompakt erklärt
Dieses Gänsebraten Rezept gliedert sich in drei einfache Hauptschritte.
1. Vorbereitung und Füllen
Man wäscht und trocknet die Gans und würzt sie innen und außen entsprechend dem Rezept. Anschließend werden Äpfel, Maronen und Zwiebeln mit Majoran und Beifuß vermengt und in die Gans gefüllt.
2. Schmoren im Bräter
In den Bräter kommt der Gänsefond, das Suppengemüse sowie die Gewürze zusammen mit den Innereien und der gefüllten Gans hinein. Die Gans wird bei moderater Hitze über die im Rezept angegebene Zeit geschmort.
3. Krustenbildung und Sauce
Nach dem Schmoren die Gans kurz bei höherer Temperatur garen, damit die Haut knusprig gerät, und danach tranchieren. Die Flüssigkeit aus dem Bräter kommt durch ein Sieb und du verarbeitest sie mit dem Soßenbinder zu einer feinen Gänsebraten Sauce.
Wer auf Wild Rezepte mit Gans steht sollte zudem später mal bei meinen Gänsekeulen oder der fetten Weihnachtsgans vorbeischauen.
Gänsebraten Rezept Video
Welche anderen Varianten sind denkbar?
Der Gänsebraten ist ein Klassiker, aber es gibt viele kreative Gänsebraten Varianten, die das Festessen noch spannender machen. Statt der traditionellen Füllung mit Äpfeln, Maronen und Majoran könnten getrocknete Früchte wie Aprikosen oder Pflaumen für ein süßliches Aroma sorgen.
Die Maronen lassen sich auch wunderbar durch Walnüsse ersetzen. Wer es sehr herzhaft mag, kann die Gans mit einer Mischung aus Hackfleisch, Zwiebeln und Gewürzen wie Beifuß und Majoran füllen.
Eine weitere Variante ist die asiatisch inspirierte Zubereitung mit Ingwer, Sojasauce und Sesamöl. Und zu guter Letzt ist auch eine Füllung aus Knödelteig sehr beliebt.
Wild Gerichte für die kalte Jahreszeit
Den Bürzel entfernen?
Der Bürzel ist das fettige Endstück der Gans, das oft beim Zubereiten entfernt wird. Dies hat mehrere Gründe: Geschmacklich kann der Bürzel eine intensive, leicht tranige Note abgeben, die das Aroma des gesamten Gänsebratens beeinflussen könnte.
Zudem ist dieser Teil der Gans besonders fettreich, was die Soße zu schwer machen kann. Mich stört der Bürzel nicht, aber für euch nur mal so als Hinweis…

Welche Beilagen passen zum Gänsebraten?
Ein Gänsebraten harmoniert besonders gut mit klassischen Beilagen wie Rotkohl, Kartoffelknödel oder Kartoffelgratin. Auch Serviettenknödel sind eine beliebte Wahl, besonders da sie die sämige Soße wunderbar aufnehmen.
Wer etwas Neues probieren möchte, kann karamellisierten Rosenkohl oder Pastinakenpüree servieren. Wichtig ist, dass die Beilagen den Geschmack vom Gänsefleisch und der Füllung unterstreichen.

Tipps und Tricks zum Gänsebraten Rezept
Es ist wichtig, die Gans vor der Zubereitung gründlich zu trocken tupfen. Des Weiteren: Zu wenig Würzung, besonders bei der Füllung, nimmt dem Gericht viel Geschmack.
Auch sollte die Garzeit vom Gänsebraten im Backofen genau beachtet werden, um ein Austrocknen des Fleisches zu vermeiden – ich empfehle ein Kerntemperatur-Thermometer.
Und nicht vergessen: Das Fett, das sich beim Braten absetzt, abschöpfen und einen kleinen Teil für die Soße verwenden – es ist eine wahre Geschmacksexplosion! Den Rest erkalten lassen und im Kühlschrank aufbewahren um damit die nächste Portion Bratkartoffel heraus zu braten.
FAQs zum Gänsebraten
Wie lange braucht eine 5 kg Gans im Backofen?
Eine 5 kg schwere Gans benötigt bei 150 Grad Ober-/Unterhitze etwa 4 bis 4,5 Stunden, plus 30 Minuten bei höherer Temperatur, um die Haut knusprig zu bekommen.
Woher weiß ich wann die Gans durchgegart ist?
Wenn sie die gewünschten Kerntemperaturen erreicht hat. Ja, Mehrzahl: denn die Brust hat eine gewisse Kerntemperatur und die Keulen auch! Siehe hier den Artikel zum Thema Gans Kerntemperatur im Grill Lexikon.
Warum essen wir Heiligabend Gänsebraten?
Die Weihnachtsgans hat eine lange Tradition als Festessen, die bis ins Mittelalter zurückreicht. Sie symbolisiert Wohlstand und Genuss, ideal für Weihnachten.
Wie bekomme ich die Haut von der Gans knusprig?
Die Haut wird besonders knusprig, wenn sie zuerst im geschlossenen System wie einem Bräter gart und die letzten 30 Minuten außerhalb davon bei höherer Temperatur gegart wird.
Was kostet ein Kilo Gans?
Je nach Qualität und Herkunft liegt der Preis für ein Kilo Gans beim Kauf zwischen 13 und 22 Euro. Wobei es sie beim Discounter mit dem gelben Schriftzug neulich für 4,50 Euro das Kilo gab...
Wie viel Kilo Gans rechnet man pro Person?
Pro Person sollte man etwa 800 bis 1000 Gramm Gans einplanen, inklusive Knochen.
Wie verschließt man den Gänsebraten nach dem Füllen?
Die Bauchhöhle wird mit Zahnstochern oder einem Küchengarn verschlossen, damit die Füllung nicht herausfällt. Muss aber nicht sein. Wenn ein zwei kleine Stücke der Füllung rauspurzeln macht dies überhaupt nichts.
Fazit
Ein Gänsebraten passt einfach gut in die kalte Jahreszeit und bringt alle an einen Tisch. Ob zu Weihnachten, im Advent oder an einem gemütlichen Wintersonntag im Januar oder Februar – dieses Gericht funktioniert immer, wenn Zeit für gemeinsames Essen bleibt.
Und falls Gans nicht ganz euer Ding ist, lohnt sich ein Blick auf andere Wildrezepte wie Hirschgulasch oder ein unglaublich feiner Rehrücken.
Zutaten und Zubereitung
Perfekter Gänsebraten | knuspriger und zarter Klassiker
Kochutensilien
- Garn (also Küchengarn)
Zutaten
- 4,5 kg Gans (bratfertig, gerne mit Innereien)
- 3 TL Salz
- 1 TL Pfeffer
- 2 Äpfel
- 2 Zwiebeln
- 15 Maronen (geschält und gegart)
- 1 EL Majoran (getrocknet)
- 1 EL Beifuß (getrocknet)
- 1 Pck. Suppengemüse (Sellerie, Lauch, Karotten)
- 750 ml Gänsefond (alt. Geflügelfond)
- 3 Gewürznelken
- 2 Lorbeerblätter
- 5 Wacholderbeeren
- 2 Zimtstangen
- 2 EL Soßenbinder (nach Gusto)
Anleitung
- Die Gans innen und außen waschen und mit Küchenpapier trocken tupfen, von innen mit Salz und Pfeffer, von außen nur mit Salz würzen.
- Die Äpfel vom Kerngehäuse befreien und klein schneiden.
- Die Zwiebeln schälen und in kleine Würfel schneiden.
- Die Maronen über einem Sieb abtropfen lassen und mit den Äpfeln und Zwiebeln sowie Majoran und Beifuß vermengen.
- Den Backofen auf 150 Grad Ober/Unterhitze vorheizen und die Gans mit der Apfel-Maronen-Füllung versehen.
- Damit die Füllung nicht herausfällt, die Öffnung der Haut mit einem Spieß oder Zahnstochern oder Rouladennadeln zusammenstecken und verschließen.
- Die Flügel mit Hilfe eines Küchengarns eng an den Köper der Gans binden, sodass sie nicht abstehen und beim Braten verbrennen.
- In einen ausreichend großen Bräter mit Deckel den Gänsefond gießen, die Gans mit einem Fleischthermometer versehen und hineinlegen, das Suppengemüse klein schneiden und zusammen mit Gewürznelken, Lorbeerblättern, Wacholderbeeren, Zimtstangen und Innereien und Gänseklein (Hals, Magen, etc.) in den Bräter zur Gans geben, den Deckel auflegen und 4 Stunden schmoren lassen. Die anzuvisierende Kerntemperatur ist 80 bis 85 Grad.
- Den Gänsebraten aus dem Bräter nehmen und entweder im Deckel oder auf einem Rost mit Auffangschale (bzw. einem Backblech drunter mit ein wenig Wasser) bei 200 bis 220 Grad Ober Unterhitze (oder 180 bis 200 Grad Umluft) zirka 30 Minuten im Ofen garen, bis die Haut schön knusprig ist. Mit der Brustseite nach oben...
- Währenddessen den Bratensaft durch ein Sieb gießen, ein wenig stehen lassen, bis sich das Fett nach oben absetzt und der Fleischsaft sich unten befindet. Dieses zum Großteil mit der Schöpfkelle abschöpfen. Bratensatz aus dem Bräter damit lösen. Dann die Soße in einem Topf auf dem Herd mit Salz und Pfeffer abschmecken und Andicken: mit Soßenbinder oder Speisestärke.
- Die Gans tranchieren (in Brust, Gänsekeulen, Flügel) und mit der Füllung, dem Gemüse und der Soße mit den gewünschten Beilagen wie Rotkohl, Sauerkraut, Knödel / Klöße servieren. Ein Rotwein passt herrlich zum Gänsebraten! Guten Appetit...
Das wird meine erste Gans zu Weihnachten.
Danke für die tolle Anleitung!👍
Ich trau mich jetzt und bin gespannt, wie es wird.
Frohe Weihnachten🎄✨️💖
Hallo Christiane,
wie schön, dass du dich an deine erste Gans traust. Mit Ruhe und Geduld gelingt sie richtig gut. Es freut mich, wenn dir die Anleitung Sicherheit gibt. Ich wünsche dir ein entspanntes Weihnachtsfest und gutes Gelingen.
Liebe Grüße, Anja
Super Rezepte mit tollen und deutlichen Anleitungen und Fotos. Ich habe schon vieles ausprobiert und erwarte jedes Mal mit Spannung neue Rezepte von einer echten Könnerin. Und sehr sympathisch ist sie auch.
Grüß dich Petra,
das freut mich riesig zu lesen. Wenn Rezepte nicht nur funktionieren, sondern auch Lust auf Neues machen, ist das das schönste Kompliment überhaupt. Danke dir dafür.
Liebe Grüße, Anja