Um original italienische Spaghetti Carbonara gibt es große Diskussionen. Zum einen, wenn es sich um die Frage „Mit oder ohne Sahne?“ dreht. Zum anderen schreien auch viele auf, wenn nicht der richtige Schinken, beziehungsweise Speck verwendet wird.
Und der dritte Stein des Anstoßes: wenn es nicht der originale Käse ist, der unbedingt ins Spaghetti Carbonara Rezept gehört. Also, lasst uns starten…

Zutaten – im Überblick
In diesem Abschnitt führe ich die wichtigsten Zutaten des Rezepts auf. Und erläutere kurz, welche Rolle sie im Spaghetti Carbonara Rezept spielen. Die genauen Mengenangaben findest du in der Rezeptkarte unterhalb.
- Spaghetti: Bilden die Basis des Gerichts und tragen die Sauce gleichmäßig.
- Eier: Sorgen zusammen mit dem Käse für die typische cremige Sauce. Verbinden sich durch die Resthitze der Pasta.
- Guanciale oder Pancetta: Bringt Würze und Fett ins Gericht. Gibt den klassischen Charakter der Carbonara vor.
- Pecorino Romano oder Grana Padano: Liefert kräftigen Käsegeschmack. Ergänzt die Eiermischung zu einer runden Spaghetti Carbonara Sauce.
- Zitronenmelisse, Basilikum oder Petersilie: Setzt einen frischen Akzent beim Servieren. Lockert das Gericht geschmacklich auf.
Zubereitung – kompakt erklärt
Dieses Rezept gliedert sich in drei einfache Hauptschritte.
1. Sauce vorbereiten
Zunächst entsteht aus Eiern und geriebenem Käse eine glatte Mischung. Gewürze kommen bereits hier hinzu. Du legst damit die Grundlage für die spätere Cremigkeit.
2. Pasta und Speck zusammenführen
Während die Spaghetti bissfest garen, wird der Speck ausgelassen. Noch heiße Pasta wandert anschließend direkt in die Pfanne. Ein Teil des Kochwassers bleibt griffbereit.
3. Sauce vollenden
Abseits der Hitze folgt die Eier-Käse-Mischung zur Pasta. Mit etwas Nudelwasser stellt sich die gewünschte Konsistenz ein. Zum Schluss kommen die Kräuter darüber.
Spaghetti Carbonara Video
Woher stammen Spaghetti Carobonara?
Spaghetti Carbonara stammen aus Italien, genauer gesagt aus der Region um Rom. Trotz ihres heutigen Status als Pasta-Klassiker gilt das Gericht als vergleichsweise jung. Die meisten Historiker verorten die Entstehung erst im 20. Jahrhundert.
Eine verbreitete Theorie sieht den Ursprung nach dem Zweiten Weltkrieg. In dieser Zeit kamen Eierpulver und Speck durch alliierte Soldaten nach Italien. In Kombination mit Pasta und Hartkäse entstand daraus eine sättigende, einfache Mahlzeit, die sich schnell verbreitete.
Der Name „Carbonara“ wird häufig mit Köhlern („carbonari“) in Verbindung gebracht, die einfache, haltbare Zutaten nutzten. Belegt ist diese Herkunft jedoch nicht eindeutig. Sicher ist dagegen: Sahne gehörte ursprünglich nicht zum Rezept, sondern kam erst später durch internationale Abwandlungen ins Spiel.
Heute steht Spaghetti Carbonara für eine reduzierte Küche mit wenigen Zutaten, bei der Technik und Timing entscheidend sind – ein Gericht, das gerade durch seine Schlichtheit überzeugt.
Wem’s nicht zusagt, für den haben ich viele weitere Pasta Rezepte auf Lager – zum Beispiel die klassische Lasagne oder die ebenso berühmten Spaghetti Bolognese…

Beilagen
Ein frischer Salat ist generell nie verkehrt und bringt noch ein paar Vitamine mit ins Spiel. Die Carbonara ist ja an sich schon ein eher schweres Gericht, da macht man mit Salat nichts falsch.
Wer keinen grünen Salat dazu essen will, kann auch anderen „Rohkost-Salat“ dazu servieren. Wie wäre es zum Beispiel mit einem feinen Gurkensalat oder einem schnellen Karottensalat? Getränke Tipp: ein Gläschen Weißwein.
Tipps und Tricks
- Nicht die Carbonara wartet auf die Gäste, sondern umgekehrt. Damit man das leckere Gericht noch lange warm genießen kann, ist es hilfreich, die Teller vor dem Servieren etwas anzuwärmen. Zudem: Deckel auf die Pfanne.
- Spaghetti Carbonara müssen frisch und gleich nach der Zubereitung gegessen werden. Das Wiedererwärmen von Spaghetti Carbonara würde wohlmöglich dazu führen, dass die Eier gerinnen und sich die Konsistenz dieses charakteristischen Pasta Gerichts verändert. Demnach sind Spaghetti Carbonara auch nicht zum Einfrieren geeignet.
- Profis sagen, dass sich Spaghetti „Nummer 7“ am besten für die Zubereitung vom Originalrezept von Spaghetti Carbonara eignen. Hinter dieser Nummer stecken Spaghetti eines bestimmten Herstellers von eher dickerem Durchmesser. Sie sollen durch ihren stärkeren Durchmesser den Geschmack von milden Soßen am besten transportieren.
- Nach dem Auslassen des Specks und bevor die Eier Käse Mischung, also die Carbonara Soße, zu den Nudeln gegeben wird, sollte man unbedingt die Hitzequelle komplett herunterschalten und nur noch die Resthitze nutzen. Die Eier gerinnen natürlich bei zu hoher Hitze.
- Tipp: Schwangere sollten bei unserer beliebten Spaghetti Carbonara auf jeden Fall auf den Speck verzichten und diesen durch Kochschinken ersetzen. Oder direkt auf die vegetarische/vegane Variante umsteigen und anstelle von Speck Räuchertofu verwenden.

Spaghetti Carbonara – ist das Ei wirklich roh?
Die Angst vor rohen Eiern ist bei Spaghetti Carbonara weit verbreitet. Der Gedanke dahinter: Die Ei-Käse-Mischung kommt nicht mehr auf den eingeschalteten Herd, also müsse das Ei roh bleiben. Genau das ist jedoch ein Missverständnis.
Die Eier geraten beim Vermengen mit den frisch gekochten Spaghetti in Kontakt mit sehr hoher Wärme. Nudeln kommen kochend heiß aus dem Wasser, ebenso die Pfanne, in der zuvor der Speck ausgelassen wurde. Diese Hitze reicht aus, um die Eier zu garen. Sie werden erhitzt, verlieren ihre Rohheit, stocken aber nicht, weil keine direkte Hitze mehr einwirkt.
Entscheidend ist der richtige Moment: Die Pfanne wird von der Herdplatte genommen, dann folgt die Ei-Käse-Mischung, und alles wird zügig vermengt. So entsteht die cremige Carbonara-Sauce. Das Ei ist dabei gegart, aber nicht zu Rührei geworden.
Wer diesen Ablauf einhält, isst keine rohen Eier, sondern eine klassisch zubereitete Spaghetti Carbonara.
FAQs
Was gehört in eine original italienische Carbonara?
In eine original italienische Carbonara gehören Spaghetti, Eier, Guanciale (alternativ Pancetta), Pecorino Romano sowie Pfeffer. Weitere Zutaten wie Sahne, Zwiebeln oder Knoblauch zählen nicht zur klassischen Variante. Die Sauce entsteht ausschließlich aus Ei, Käse und Restwärme der Pasta.
Wie wird Carbonara cremig?
Carbonara wird cremig durch das Zusammenspiel aus Ei, fein geriebenem Käse und heißer Pasta. Die Pfanne wird vor dem Zugeben der Ei-Käse-Mischung von der Hitze genommen, damit das Ei sanft gart und nicht stockt. Ein wenig Nudelwasser hilft zusätzlich, die Sauce geschmeidig zu halten.
Wie viel Eigelb für Carbonara?
Üblich ist etwa ein Eigelb pro Portion, ergänzt durch ein ganzes Ei für etwas mehr Bindung. Diese Kombination sorgt für eine cremige Sauce, ohne zu schwer zu wirken. Das genaue Verhältnis kann je nach gewünschter Cremigkeit leicht variieren.
Was gehört nicht in Carbonara?
Nicht in eine klassische Carbonara gehören Sahne, Milch, Zwiebeln, Knoblauch oder Butter. Auch Kräuter wie Petersilie sind kein Bestandteil des Originals. Diese Zutaten finden sich zwar in vielen Abwandlungen, gehören aber nicht zur traditionellen italienischen Zubereitung.
Fazit
Spaghetti Carbonara zählen zu den schnellen Pasta-Klassikern und stehen in kurzer Zeit auf dem Tisch. Gerade an Abenden, an denen bei mir wenig Zeit bleibt, ich aber trotzdem noch eine warme Hauptspeise möchte, sind Spaghetti Carbonara immer eine Option.
Wer generell Pasta-Rezepte mag, sich aber mit Carbonara nicht anfreunden kann, findet dennoch passende Alternativen. Spaghetti Aglio e Olio sind ebenso schnell gemacht, und auch ein cremiger, fein abgeschmeckter und überbackener Tortellini Auflauf lohnt sich für alle, die es unkompliziert und herzhaft mögen.
Zutaten und Zubereitung
Spaghetti Carbonara | Pasta Klassiker
Zutaten
- 250 g Spaghetti
- 1 Schöpfkelle Nudelkochwasser
- 3 Eier (Größe M und gerne Bio Eier)
- 150 g Guanciale oder Pancetta (alternativ normaler geräucherter Bauchspeck)
- 150 g Pecorino Romana (alt. Grana Padano Hartkäse)
- 1 Bund Zitronenmelisse (alternativ Basilikum oder Petersilie)
- 1 Prise Meersalz (zum Abschmecken)
- 1 Prise Pfeffer (zum Abschmecken)
Anleitung
- Den Pecorino Romano fein reiben.
- Den Guanciale oder Pancetta in Streifen oder Würfel schneiden.
- Ein Ei trennen und das Eigelb zu den andern zwei Eiern geben und kurz mit dem Schneebesen verquirlen.
- Die Eier mit etwas Meersalz und Pfeffer würzen.
- Den geriebenen Pecorino Romano unterrühren.
- Die Spaghetti im Salzwasser nach Packungsanweisung bissfest kochen. Die al dente gekochten Spaghetti abgießen und etwas Nudelwasser auffangen. (Zirka eine Schöpfkelle)
- Den Guanciale oder Pancetta in einer Pfanne auslassen. Wer will gibt noch Öl in Form von ganz klein wenig Olivenöl dazu.
- Die Spaghetti noch heiß zum ausgelassenen Speck geben und kurz untermischen.
- Dann die Pfanne von der Hitzequelle auf dem Herd nehmen und die Ei-Pecorino-Mischung darüber gießen und unterheben. (Dies geschieht mir der Resthitze in der Pfanne, damit die Eier nicht gerinnen.)
- Ein wenig vom Nudelwasser zugeben und unterrühren. Die Konsistenz der Spaghetti Carbonara sollte schön cremig, nicht zu trocken aber auch nicht zu flüssig werden.
- Das Basilikum feinhacken, über die Spaghetti Carbonara in der Schüssel streuen und sofort am Tisch servieren. Super lecker sage ich euch!
Was mich an den Rezepten begeistert ist die Einfachheit der praktischen Umsetzung, so dass auch Anfänger und Ungeübte sofort zu einem guten Ergebnis kommen. Auch die Zutatenliste ist so, dass man auch auf dem Land, alles bekommt, ein Aspekt, der bei vielen tollen Rezepten vergessen wird. Kochen wird nicht als Hochamt zelebriert. Und das ist das Wichtigste: schmackhaftes, genussreiches Essen, das mit einem vertretbaren (zeitlichen und finanziellen) Aufwand zubereitet werden kann. Und damit tragt ihr mehr zu einer guten Koch- und Esskultur bei als elaborierte Rezepte in Hochglanzmagazinen, die ohnehin niemand nachkocht.
Hallo Heinz,
vielen Dank für diese ausführlichen und sehr wertschätzenden Worte. Genau dieser Ansatz liegt mir am Herzen: alltagstauglich, ehrlich und gut machbar.
Liebe Grüße, Anja
Sehr sehr lecker,mir ist nur nie so ganz klar ,ob sich 250gr. Nudeln auf trockenmasse oder fertig gekochte Nudeln bezieht.
Hallo Ulrich,
die 250 g beziehen sich auf die ungekochten Nudeln, also das Trockengewicht.
Liebe Grüße, Anja
Hallo,
So ein Nudelgericht ist mein absoluter Favorit und die Sauren Zipfel schmecken
Einfach super.Es ist jetzt schon spät, aber es kommt Hunger auf. Freu mich
Jedesmal auf was Neues.
Vielen Dank, mach weiter so.
Hallo Hermine, wir freuen uns sehr und danken Dir! 🙂 Ganz liebe Grüße, Anja
1) Salz ist ein heikles Thema geworden: Meersalz ist so gut wie global durchgängig mikroplastikbelastet und sollte nicht mehr verwendet werden. Und bei Alternative Steinsalz muß man sich im Lebensmittelhandel einen Wolf suchen und tiefer in die Tasche greifen , um welches ohne Rieselhilfen zu finden. So enthalten z. B. alle „normalpreisigen“ Sorten von „Reichenhaller“ unspezifierte Mengen an Natriumferrocyanid, das nierenschadlich ist und die Bildung von Nierensteinen fördert.
2) Wenn man die Spaghetti mit der Zange oder der Servierkralle ohne Abschütteln nur etwas(!!!) abtropfen läßt und direkt aus dem Wasser in die Pfanne gibt, kann man sich meistens die Zugabe von weiterem Kochwasser sparen.
3) Fett läßt sich sparen, wenn man den Speck in einer/m separaten Pfanne/Topf ausläßt, mit einem Schaumlöffen in die Carbonarapfanne befßrdert und lediglich ein paar Eßlöffel Fett mitnimmt. Dasrestliche Fett kommt zum Abkühlen in ein Schüsselchen und liefert höchst aromatischen Scheineschmalz für leckere Brote oder zu Anbraten.
4) Wer Fett mit der — zweifelhaften — Substitution von Pecorino durch Crême fraîche sparen will, hat Pech: Fertiger Pecorino enthält ca. 31% Fett, Crème fraîche laut Gesetz mindestens 30% …
Hallo Klaus, Danke für die Tipps! Beim Meersalz und beim Speck bin ich auf Deine Seite. Was die Creme fraiche betrifft ist es so, dass Du ja nicht so viel davon brauchst. Dann wird auf jeden Fall an Fett eingespart. Es reicht ja, einen bis zwei Esslöffel zu verwenden, also etwa 30 Gramm .