Heute möchte ich euch ein ganz einfaches Rezept für Serviettenknödel vorstellen. Der Name Serviettenknödel kommt von der Art der Zubereitung. Der Knödelteig wird bei diesem Rezept in eine „Serviette“ oder ein Geschirrtuch gewickelt und an den Enden mit Küchengarn verschnürt.
Diese Serviettenknödel Rolle kocht man anschließend in Salzwasser. Der Serviettenknödel behält nach dem Garen die typisch längliche Form. Dann nur noch in Scheiben schneiden und zu Fleischgerichten aller Art servieren. Also, auf geht’s, lasst uns Serviettenknödel selber machen!
Zutaten – im Überblick
In diesem Abschnitt führe ich die wichtigsten Zutaten des Rezepts auf. Und erläutere kurz, welche Rolle sie beim Serviettenknödel selber machen spielen. Die genauen Mengenangaben findest du in der Rezeptkarte unterhalb.
- Trockene Semmeln: Altbackene Brötchen bilden die Grundlage für den Knödelteig und sorgen für die typische lockere Konsistenz der Serviettenknödel.
- Milch: Lauwarme Milch macht das Knödelbrot weich und verbindet alle Bestandteile zu einer geschmeidigen Masse.
- Eier: Frische Eier halten den Teig zusammen und geben dem Serviettenknödel beim Garen Stabilität.
- Majoran und Muskatnuss: Diese Gewürze verleihen dem Knödel eine feine Würze und den klassischen, herzhaften Geschmack.
- Butter: In der Butter dünsten Zwiebeln und Petersilie an und entwickeln dabei ein mildes, angenehmes Aroma.
- Zwiebel und Petersilie: Beide Zutaten bringen Frische und Tiefe in den Teig und runden den Geschmack harmonisch ab.
- Semmelbrösel: Mit ihnen lässt sich der Teig bei Bedarf etwas fester machen, falls er zu feucht geraten ist.
Zubereitung – kompakt erklärt
Dieses Serviettenknödel Rezept gliedert sich in drei einfache Hauptschritte.
1. Zutaten vorbereiten
Zuerst Zwiebel schälen, klein schneiden und zusammen mit der gehackten Petersilie in Butter andünsten. In der Zwischenzeit die trockenen Semmeln in Scheiben schneiden und in eine Schüssel geben. Die erhitzte Milch über das Brot gießen und einige Minuten einziehen lassen.
2. Knödelteig mischen
Nun die abgekühlte Zwiebel-Petersilien-Mischung sowie die Eier zu den eingeweichten Semmeln geben. Alles würzen und gründlich miteinander verkneten, bis eine gleichmäßige Masse entsteht.
Sollte der Teig zu weich sein, mit etwas Semmelbrösel andicken, bis sich die Masse gut formen lässt.
3. Rolle formen und garen
Die fertige Knödelmasse auf ein feuchtes Geschirrtuch geben und zu einer gleichmäßigen Rolle formen. Das Tuch an den Enden fest zusammendrehen und mit Küchengarn verschließen.
Anschließend die Serviettenknödel Rolle in heißem Salzwasser bei reduzierter Hitze ziehen lassen. Nach dem Garen nimmst du den Serviettenknödel vorsichtig heraus, wickelst ihn aus und schneidest ihn in Scheiben.
Wenn du auf Knödel Rezepte stehst, dann schaue unbedingt auch mal bei Semmelknödel oder den leckeren Tiroler Kaspressknödel vorbei.
Woher stammen Serviettenknödel?
Serviettenknödel haben ihren Ursprung wie die klassischen Semmelknödel im süddeutsch-österreichischen Raum. Besonders in Bayern, Österreich und Böhmen gehören sie seit langer Zeit zur traditionellen Küche. Entstanden ist diese Zubereitungsart aus einer ganz praktischen Überlegung. Man wollte Knödel aus altbackenem Brot herstellen, aber eine gleichmäßigere und einfacher zu servierende Form erreichen.
Während runde Semmelknödel einzeln geformt werden, kam irgendwann die Idee auf, die Knödelmasse in ein Tuch zu wickeln und als Rolle zu garen. Diese Methode war in Gasthäusern und größeren Haushalten besonders beliebt. So ließ sich eine größere Menge Knödelteig auf einmal zubereiten und nach dem Garen bequem in Scheiben schneiden.
Der Name Serviettenknödel leitet sich genau von dieser Zubereitungsweise ab. Früher verwendete man dafür meist ein Leinen- oder Baumwolltuch, eben eine Serviette, in die der Teig eingeschlagen wurde. Die Technik ist also eher eine Weiterentwicklung der klassischen Semmelknödel als ein völlig eigenes Gericht.
Zu was passen Serviettenknödel?
Serviettenknödel sind eine beliebte Beilage zu Wild und werden gerne zu soßenreichen Gerichten aller Art serviert. Lasst sie euch zum Brauhaus Gulasch, zu einem klassischen Rindergulasch, Hirschgulasch oder einem Gulascheintopf schmecken. Auch zu Weißwurstgulasch kann ich mir Serviettenknödel sehr gut vorstellen.
Ebenso passen Serviettenknödel natürlich auch zu Braten aller Art, wie Krustenbraten und Schäufele. Extra Tipp: Serviettenknödel lassen sich nach dem Garen auch wunderbar in etwas Butter herausbraten.
Kann man Serviettenknödel einfrieren?
Ja, das klappt sehr gut. Lasst sie dazu vollständig erkalten und friert sie in Scheiben geschnitten ein. Nach dem Auftauen erhitze ich die Serviettenknödel am liebsten durch Anbraten in etwas Butter.
Manch einer friert sie in Alufolie gewickelt ein und legt sie nach dem Auftauen zum Erhitzen, in Folie eingewickelt, wieder in den heißen Kochtopf. Auch ein Erhitzen in der Mikrowelle ist möglich. Viel Spaß mit diesem Serviettenknödel Rezept. Lasst es euch schmecken!
FAQs
Was versteht man unter Serviettenknödel?
Serviettenknödel sind Knödel aus einer klassischen Semmelknödelmasse, die nicht einzeln geformt, sondern als Rolle gegart werden. Der Teig kommt dafür in ein Tuch oder eine Folie, wird fest eingewickelt und anschließend im Wasser gegart. Nach dem Kochen schneidet man den Serviettenknödel in Scheiben und serviert ihn als Beilage zu soßenreichen Gerichten.
Was ist der Unterschied zwischen Semmelknödel und Serviettenknödel?
Der Unterschied liegt ausschließlich in der Form und der Zubereitung. Die Grundmasse ist bei beiden Varianten gleich. Semmelknödel formt man einzeln als runde Knödel und gart sie lose im Wasser. Serviettenknödel dagegen werden als längliche Rolle im Tuch oder in Folie gegart und danach in Scheiben geschnitten. Geschmacklich unterscheiden sich beide kaum.
Was ist der Unterschied zwischen Serviettenknödel und böhmischen Knödeln?
Böhmische Knödel bestehen aus einem ganz anderen Teig als Serviettenknödel. Für böhmische Knödel verwendet man meist einen Hefeteig aus Mehl, Milch und Hefe, während Serviettenknödel auf Semmeln und Eiern basieren. Auch die Konsistenz ist verschieden. Böhmische Knödel sind eher glatt und leicht süßlich, Serviettenknödel dagegen herzhaft, locker und grob in der Struktur.
Kann man Serviettenknödel einen Tag vorher vorbereiten?
Serviettenknödel lassen sich sehr gut vorbereiten. Man kann die Knödelmasse bereits am Vortag herstellen und im Kühlschrank aufbewahren. Auch fertig gegarte Serviettenknödel kann man problemlos einen Tag vorher zubereiten. Zum Servieren erwärmt man die Scheiben dann einfach kurz in Butter in der Pfanne oder in heißem Wasser.
Was für ein Tuch eignet sich für Serviettenknödel?
Für Serviettenknödel eignet sich ein sauberes, dünnes Geschirrtuch aus Baumwolle am besten. Das Tuch sollte kochfest und frei von starken Waschmittelgerüchen sein. Wichtig ist, dass es groß genug ist, um die Knödelrolle vollständig einzuwickeln und an den Enden gut verschließen zu können.
Kann man Serviettenknödel in Frischhaltefolie kochen?
Serviettenknödel kann man auch in hitzebeständiger Frischhaltefolie garen, sofern die Folie ausdrücklich kochfest ist. Die Rolle wird dafür fest eingewickelt und anschließend ins Wasser gelegt. Klassisch und besonders bewährt bleibt allerdings die Zubereitung im Geschirrtuch, weil der Knödelteig darin gut atmen kann.
Welche Folie eignet sich für Serviettenknödel?
Wenn man Serviettenknödel nicht im Tuch, sondern in Folie garen möchte, braucht man unbedingt eine spezielle hitzebeständige Frischhaltefolie. Normale Haushaltsfolie ist nicht immer für kochendes Wasser geeignet. Alternativ funktioniert auch Alufolie in Kombination mit Frischhaltefolie, wobei die traditionelle Variante im Tuch am sichersten ist.
Fazit
Serviettenknödel sind für mich eine der entspanntesten Arten, Knödel zu servieren. Ich mag besonders, wie unkompliziert die Zubereitung ist. Statt einzelne Knödel zu formen, entsteht einfach eine Rolle, die sich nach dem Garen in schöne gleichmäßige Scheiben schneiden lässt.
Geschmacklich stehen Serviettenknödel den klassischen Semmelknödeln in nichts nach. Sie sind locker, saftig und nehmen jede Soße dankbar auf. Für mich gehören sie deshalb zu den Beilagen, die zu Gulasch, Schmorgerichten oder einem schönen Braten einfach perfekt passen.
Und wenn einmal etwas übrig bleibt, lassen sich die Scheiben am nächsten Tag in Butter angebraten noch einmal ganz neu genießen.
Wer Knödel genauso liebt wie ich, findet auf meiner Webseite noch viele weitere Varianten. Kartoffelknödel sind der ideale Begleiter für deftige Fleischgerichte, und auch böhmische Knödel bringen eine tolle Abwechslung auf den Teller.
Egal ob rund, in Scheiben oder süß wie Mariellenknödel – Knödel gehören für mich einfach zur guten Küche dazu, und Serviettenknödel haben darin einen ganz festen Platz.
Zutaten und Zubereitung
Serviettenknödel | einfach und fluffig
Kochutensilien
- Geschirrtuch
- Küchengarn
Zutaten
- 350 g Semmeln (trocken)
- 500 ml Milch
- 4 Eier
- 1 TL Majoran
- 0,5 TL Muskatnuss (gerieben)
- 1 TL Salz
- 1 TL Pfeffer
- 1 EL Butter
- 1 Zwiebel
- 1 Bund Petersilie
- Semmelbrösel (zum Andicken, falls der Teig zu feucht ist)
- 1 TL Salz (fürs Kochwasser)
Anleitung
- Die Zwiebel schälen und in feine Würfel schneiden.
- Die Petersilie waschen und mit einem Wiegemesser fein hacken.
- Butterschmalz in der Pfanne erhitzen.
- Zwiebeln und Petersilie im heißen Butterschmalz andünsten.
- Die Brötchen in Scheiben schneiden, die erhitzte Milch darüber gießen und ziehen lassen.
- Die angedünsteten Zwiebeln und Petersilie sowie das Ei über die eingeweichten Brötchen geben und bevor alles verknetet wird würzen.
- Den Serviettenknödel Teig gegebenenfalls mit etwas Semmelbrösel andicken.
- Die Knödelmasse auf ein feuchtes Geschirrtuch geben.
- Zu einer Rolle formen und einwickeln.
- Die Enden zusammendrehen und mit einem Küchengarn befestigen.
- Die Rolle ins kochende Salzwasser legen, die Hitze reduzieren und den Servietten Knödel Teig zirka 20 bis 30 Minuten sieden lassen (mit leicht geöffnetem Deckel)
- Nach dem Kochen mit einer Schaumkelle entnehmen, vorsichtig aufwickeln (heiß!) und den Serviettenknödel in Scheiben schneiden.
Großartiges Rezept!
vielen Dank – es ist dieses Jahr so viel besser gelungen als letztes Jahr – die Butter ist entscheidend und auch all die anderen kleinen Tips – es war unglaublich lecker. Danke.
Hallo Katharina,
wie schön zu lesen! Oft sind es genau diese kleinen Details, die am Ende den Unterschied machen. Danke dir für die Rückmeldung 😊
Liebe Grüße, Anja
Mache nur noch diese Knödel…so was von fluffig ?
Hallo Petra, das ehrt mich sehr! Vielen lieben Dank und liebe Grüße, Anja 🙂
Meine wurden immer zu hart. Dein Rezept funktioniert super !
Vielen Dank Johann fürs nachmachen 😉 Es freut mich sehr, das Dir die Serviettenknödel jetzt gelingen. Liebe Grüße, Anja
genial einfach und wirklich fuer jeden machbar. Ausserdem schmackhaft mit ganz wenigen Zutaten. Ich improvisiere gerne und messe nichts ab, somit muss ich etwas experimentieren um die richtige Konsistenz zu bekommen. Aber das habe ich auch geschafft.
Hallo Bruno! Das ist doch super, wenn du so ein Gespür dafür hast. Ich bin mir sicher, die Knödel waren ein Traum. Danke für dein Feedback und liebe Grüße, Anja
Hallo Anja. Das Rezept hört sich sehr gut an. Werde morgen die Knödel für meine Gäste nachkommen. Dazu gibt es eine Pilz- Rahmsauce. Liebe Grüße Annelott
Hallo Annelott! Wow… Tolle Idee. Bin mir sicher, deine Gäste werden die Knödel lieben. Viel Spaß und gutes Gelingen! Lass mich wissen, wie es Euch geschmeckt hat 😉 Liebe Grüße, Anja
Hallo Anja,
Ich habe heute das erste Mal überhaupt Serviettenknödel gemacht und sie sind mir mit deinem Rezept sehr gut gelungen! Ich glaube, ich hatte etwas zu viel Flüssigkeit über die Semmeln gegeben, denn ich musste noch einige Semmelbrösel hinzufügen und habe den Teig dann vor dem Ziehenlassen in der Rolle auch nochmal etwas „ausgewrungen“. Nach 25 min war der Knödel recht gut durch, bis auf ein paar Stellen ganz in den Mitte, deswegen habe ich ihn dann einfach nochmal reingelegt 🙂
Auf jeden Fall eher lecker: nicht zu kompakt, sondern „schnittfest“, aber auch weich und „fluffig“ — die werde dich (sofern Brot übrig bleibt) sicher nochmal machen, danke!
Liebe Grüße,
Laura
Hallo liebe Laura das freut mich zu hören, dass Dir die Knödel gelungen sind und geschmeckt haben 😉 Vielen Dank! Klar, je öfter du diese zubereitest umso mehr Gefühl bekommt man dafür… Klasse und weiter so 😉 Liebe Grüße, Anja