Wenn es draußen kalt ist und der Duft von Braten durch die Zimmer zieht, dann ist bei uns oft Entenzeit. Entenkeulen im Backofen gehören für mich zu den Gerichten, die man nicht alle Tage kocht – aber wenn, dann ist es umso schöner.
Früher war das, neben einer ganzen Ente aus dem Rohr, ein klassisches Sonntagsessen oder sogar Weihnachtsessen bei meiner Oma: Die Entenkeulen schmorten im Bräter, während die Familie sich darauf sowie den Rotkohl und die Knödel freute.
Heute ist es für mich ein Lieblingsgericht an gemütlichen Winterwochenenden. Besonders praktisch: Entenkeulen sind einfacher zuzubereiten, als viele glauben. Jetzt hier im Artikel aber dazu, wie man Omas Entenkeulen im Backofen richtig zubereitet…
Zutaten – im Überblick
In diesem Abschnitt findest du die wichtigsten Zutaten für die Entenkeulen im Backofen und welche Aufgaben sie im Gericht übernehmen. Die Beschreibung der genauen Mengenangaben findest du in der Rezeptkarte unterhalb.
- Entenkeulen: Hauptdarsteller, die den dezenten Geflügelgeschmack liefern, der das Gericht prägt.
- Zwiebeln, Karotten, Sellerie und Knoblauch: bilden den klassischen Gemüseansatz und geben der Soße Tiefe.
- Tomatenmark: unterstützt die Würze des Ansatzes und sorgt für eine kräftige Farbe.
- Rotwein, Orangensaft und Entenfond: ergeben zusammen den Schmorsud, in dem Fleisch und Gemüse ihre Aromen abgeben.
- Wacholderbeeren, Lorbeerblätter, Gewürznelken und Beifuß: bringen die typische Würze ein, die gut zu Entengerichten passt.
- Butterschmalz: dient zum Anrösten von Keulen und Gemüse.
- Speisestärke: sorgt bei Bedarf für eine leicht gebundene Soße.
Zubereitung – kompakt erklärt
Dieses Rezept gliedert sich in drei einfache Hauptschritte. Ich halte mich hier gerne an meinen bewährten Ablauf, weil er stressfrei zum Ziel führt.
1. Gemüse vorbereiten und Entenkeulen anrösten
Schneide das Gemüse und reibe die Entenkeulen mit Salz ein. Anschließend die Keulen von allen Seiten anbraten. Dann gibst du das Gemüse in den Bräter, damit eine kräftige Basis entsteht.
2. Sud aufsetzen und Keulen garen
Nun das Tomatenmark einrühren, den Ansatz würzen und mit den flüssigen Zutaten wie Fond und Saft ablöschen. Danach legst du die Entenkeulen ein und garst sie im Ofen, bis die passende Kerntemperatur erreicht ist.
3. Haut bräunen und Soße vollenden
Zum Schluss wird die Haut im Ofen nachgebräunt und während man die Soße durch ein Sieb gibt. Im letzten Schritt kochst du sie auf, dickst sie nach Bedarf an und schmeckst die Sauce ab, bevor die gebratenen Entenkeulen auf den Tisch wandern.
Wer auf den Geschmack kommt, findet auf meinem Blog auch weitere Wild Rezepte wie die ganze Ente im Bräter und das berühmte und beliebte Hirschgulasch.
Entenkeulen Rezept Video
Warum du das Entenkeulen Rezept nachmachen solltest
Entenkeulen haben ein kräftiges Aroma, das deutlich intensiver ist als Geflügel aus der Alltagsküche. Durch die Kombination aus Braten und Schmoren wird das Fleisch zart und saftig, während die Haut beim finalen Übergrillen eine goldbraune Knusperkruste bekommt.
Die Soße, die während des Garens entsteht, ist reichhaltig, aromatisch und durch Orangensaft und Sternanis fein ausbalanciert. Ich nutze sie oft auch für andere Geflügelgerichte, weil sie perfekt zwischen herzhaft und fruchtig liegt.
Und diese Keulen klappen auch ohne große Erfahrung in der Küche. Sehr zur Freude von Kochanfängern!
Tipps und Tricks
Wichtig ist, das Fleisch nicht zu heiß zu garen. Das gilt auch bei anderen Wild-Gefügel Gerichten wie Gänsekeulen, der Weihnachtsente oder einer krossen und saftigen Entenbrust.
So bleibt das Fleisch der Entenkeulen zart, und die Haut lässt sich später perfekt bräunen. Wer keinen Soßenbinder mag, reduziert die Flüssigkeit einfach stärker ein. Dadurch wird sie auf natürliche Weise sämig.
Nicht alle sind Freunde meiner Zubereitung und darum sei gesagt: statt Beifuß ließe sich als Gewürz auch Majoran verwenden, wer keinen Rotwein mag wechselt zu Brühe bzw. mehr Enten- oder Wildfond.
Wer bei der Qualität auf Bio steht holt sich seine Entenkeulen bitte vom Geflügelhof oder achtet beim Einkaufen auf Etiketten die Bio oder besondere Nachhaltigkeit in Sachen Herkunft unterstreichen.
Kardinalfehler beim Entenkeulen Rezept
Erstens: zu hohe Anfangstemperatur. Dadurch zieht sich das Fleisch der Entenkeulen zusammen und wird trocken.
Zweitens: zu kurze Garzeit. Entenkeulen brauchen Zeit, damit das Bindegewebe weich wird.
Drittens: zu heißes Übergrillen. Die Haut verbrennt schnell, wenn man die höchste Stufe wählt. Besser etwas Geduld auf mittlerer Stufe – das Ergebnis lohnt sich.
Beilagen
Rotkohl und Kartoffelknödel (auch Klöße oder Kartoffelklöße genannt) sind Klassiker, die nie enttäuschen. Wer Abwechslung sucht, serviert die Entenkeulen mit Rosenkohl, Selleriepüree oder karamellisierten Maronen.
In meiner Familie ist auch Apfelrotkohl beliebt – die leichte Süße harmoniert wunderbar mit der Orangennote in der Soße. Diesbezüglich sei aber auch gleich auf die Ente a l’Orange verwiesen – ein Traum und nicht mehr von dieser Welt. Meine Lieblingsente!
Wild Gerichte für die kalte Jahreszeit
Alternative Zutaten
Statt Rotwein lässt sich ein kräftiger Traubensaft verwenden, wenn man alkoholfrei kochen möchte. Der Orangensaft kann durch Apfelsaft ersetzt werden, das ergibt ein milderes Aroma.
FAQs
Wie lange müssen Entenkeulen in den Backofen?
Bei 160 °C Umluft dauert es etwa 80 bis 100 Minuten, bis die gewünschte Kerntemperatur erreicht ist.
Wann sind Entenkeulen fertig?
Sobald das Fleisch bei einer Kerntemperatur von 80 bis 85 °C zart ist und sich leicht vom Knochen löst.
Warum werden Entenkeulen zäh?
Zu hohe Temperatur oder zu kurze Garzeit führen dazu, dass das Bindegewebe nicht ausreichend aufweicht.
Entenkeulen richtig auftauen?
Am besten langsam im Kühlschrank über Nacht auftauen lassen. Dadurch bleibt die Fleischstruktur stabil.
Welche Temperatur für Entenkeulen?
Die optimale Kerntemperatur der Entenkeulen liegt zwischen 80 und 85 °C. Höhere Temperaturen trocknen das Fleisch aus.
Fazit
Entenkeulen sind kein Gericht für Eile, sondern für Genuss. Der Mix aus krosser Haut, saftigem Fleisch und aromatischer Soße macht sie zum Höhepunkt eines Sonntagsessens oder auch als Highlight an Heiligabend.
Für mich ist es eines dieser Rezepte, das nach Tradition schmeckt – aber mit kleinen Kniffen wie Orangensaft und Sternanis eine moderne Note bekommen kann.
So, jetzt steht nichts mehr im Wege, dass ihr Entenkeulen im Backofen ganz einfach selber zubereiten könnt. Wer noch eine Frage hat packt sie ins Kommentar Feedback unterhalb.
Zutaten und Zubereitung
Entenkeulen im Backofen zubereiten
Zutaten
- 2 Entenkeulen
- 1 TL Salz
- 150 g Zwiebeln
- 150 g Karotten
- 150 g Sellerie
- 2 Knoblauchzehen
- 1 EL Tomatenmark
- 250 ml Rotwein (trocken)
- 150 ml Orangensaft
- 400 ml Entenfond
- 3 Wacholderbeeren
- 2 Lorbeerblätter
- 1 EL Beifuß (getrocknet)
- 3 Gewürznelken
- 1 Prise schwarzer Pfeffer (zum Abschmecken der Soße)
- 1 EL Butterschmalz (alternativ Gänseschmalz oder Pflanzenöl wie Rapsöl oder Sonnenblumenöl)
- 1 TL Speisestärke (zum Andicken der Soße)
- 2 EL Wasser (zum Andicken der Soße)
Anleitung
- Karotten, Sellerie, Zwiebeln und Knoblauch schälen. Karotten, Sellerie und Zwiebeln in mundgerechte Stücke schneiden, den Knoblauch fein hacken.
- Jede Entenkeule mit Salz einreiben.
- Eine Pfanne oder einen Bräter auf den Herd stellen, bei mittlerer Hitze das Butterschmalz heiß werden lassen und die Entenkeulen zuerst mit der Hautseite nach unten, dann von der Fleischseite darin anrösten, bis sie eine schöne Farbe angenommen haben.
- Die Entenkeulen herausnehmen, beiseite stellen und das vorbereitete Gemüse und den Knoblauch in den Bräter geben und einige Minuten anrösten. Falls zu wenig Fett vorhanden ist, einfach einen Schuss Öl oder etwas Butterschmalz zugeben.
- Das Tomatenmark in den Bräter geben, mit dem Gemüse verrühren und kurz anrösten.
- Lorbeerblätter, Wacholderbeeren, Gewürznelken und Beifuß zugeben.
- Mit Rotwein ablöschen und anschließend mit Orangensaft sowie Entenfond aufgießen.
- Eine der Entenkeulen mit einem Fleischthermometer versehen, alle Entenkeulen in den Bräter (ohne Deckel) legen,
- In den auf 180 C Ober Unterhitze vorgeheizten Backofen stellen und die Entenkeulen so lange garen, bis eine Kerntemperatur von zirka 75 °C erreicht ist.
- Den Bräter aus dem Ofen nehmen und die Entenkeulen auf dem Rost des Backofens platzieren. Darunter ein Blech platzieren damit herabtropfende Flüssigkeit aufzufangen. Bei 200 Grad Umluft oder die Grillfunktion nutzen, bis die Haut eine schöne Farbe hat. Vorsicht, dabeibleiben damit die Entenkeulen nicht verbrennen! (Die optimale Kerntemperatur liegt bei 80 bis 85 °C)
- Währenddessen die Soße durch ein Sieb gießen, das Gemüse kann mit serviert werden, die Gewürze vorher entfernen.
- Die aufgefangene Soße in einen Topf geben, auf dem Herd aufkochen und Speisestärke mit kaltem Wasser anrühren und anschließend unter die Soße rühren und andicken, außerdem mit Salz und Pfeffer abschmecken.
- Dann die Entenkeulen mit Knödel, Blaukraut und Preiselbeermarmelade servieren.
Hallo Anja, danke für das Rezept 👍, hat super lecker geschmeckt und ist auch sehr gut geworden. Hab mir nur mehr Zeit beim anbraten gelassen und konnte damit das Grillen im Ofen ersparen. Ansonsten sehr gut – mach weiter so – bin Fan von deinen Rezepten, auch wenn ich sie manchmal ummodel 😉. Danke!
Hast du vlt vor Ostern noch was mit Lamm?
Grüß dich Kalle,
freut mich sehr, dass es dir so gut geschmeckt hat und du deinen eigenen Dreh reinbringst. Zu Ostern passt Lamm natürlich perfekt – gib einfach „Lamm“ ins Suchfeld ein! Du wirst fündig, versprochen!
Liebe Grüße, Anja
Ich habe die Keulen genauso zubereitet und sie sind sehr gut geworden. Wenn das Gemüse erst geschnppelt ist hat man nur noch wenig Arbeit, es macht sich fast von allein. Danke für das tolle Rezept
Hallo Elfi,
genau so soll es sein: einmal geschnippelt und dann macht der Ofen die Arbeit. Schön, dass die Keulen so gut gelungen sind. Danke dir fürs Rückmelden.
Liebe Grüße, Anja
Super lecker🤤
Hallo Sabi,
kurz und eindeutig – freut mich sehr. Danke dir.
Liebe Grüße, Anja
Tolles Rezept 🥰 werde ich auf jedenfall nachkochen.
Hallo,
freut mich sehr, dass dich das Rezept überzeugt hat. Viel Spaß beim Nachkochen.
Liebe Grüße, Anja