Es gibt Gerichte, die stehen nicht wegen Trends auf dem Tisch, sondern weil sie sich über Jahre bewährt haben. Sie schmecken, machen satt und funktionieren einfach.
Genau in diese Kategorie fällt für mich das klassische Rahmschnitzel – mit cremiger Soße, Champignons und milder Pfeffernote. Das Rahmschnitzel kennt es fast jeder – und dieses Rezept zeigt eine unkomplizierte, ehrliche Variante ohne Panade.
Zutaten – im Überblick
In diesem Abschnitt führe ich die wichtigsten Zutaten des Rezepts auf. Und erläutere kurz, welche Rolle sie im Rahmschnitzel Rezept mit milder Pfeffersoße spielen. Die genauen Mengenangaben findest du in der Rezeptkarte unterhalb.
- Schweineschnitzel: bildet die Basis des Gerichts und bleibt in der cremigen Soße angenehm saftig.
- Champignons: Sie bilden die geschmackliche Basis der Soße, sie bringen eine fein würzige, leicht erdige Note ins Gericht und vertiefen den Geschmack. Sie sorgen für einen angenehmen Kontrast zum Schnitzelfleisch.
- Mehl: Es bewahrt die Schnitzel beim Anbraten vor dem Austrocken und verleiht der Soße Bindung.
- Zwiebeln und Knoblauch: geben der Soße Tiefe und eine herzhafte Grundnote, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.
- Speiseöl: ist wichtig zum Anbraten und bring kräftige Röstaromen, es unterstützt zudem den Geschmack des Gerichts.
- Sahne und Gemüsebrühe: sorgen für eine cremige und vollmundige Soße.
- Pfefferkörner sowie weißer und schwarzer Pfeffer: geben dem Gericht die milde, aber deutlich wahrnehmbare Schärfe.
- Muskatnuss: rundet den Geschmack ab und fügt eine dezente Würznote hinzu.
- Petersilie: setzt am Ende einen kleinen grünen und frischen Akzent, außerdem bringt sie etwas Leichtigkeit ins Gericht.
Zubereitung – kompakt erklärt
Dieses Rahmschnitzel Rezept gliedert sich in drei einfache Hauptschritte.
1. Fleisch vorbereiten und anbraten
Die Schnitzel erhalten Salz und Pfeffer, kommen ins Mehl und braten im heißen Speiseöl kurz von beiden Seiten. Danach liegen die Stücke auf einem Teller und warten auf den nächsten Schritt. Dabei bleibt das Fleisch saftig und nimmt später viel Soße auf.
2. Soßenbasis mit Champignons aufbauen
Ins gleiche Fett gehen Zwiebeln und Knoblauch, danach folgen die Champignons. Nach dem Ablöschen mit Gemüsebrühe kommen die drei Pfeffersorten dazu und das Ganze darf etwas köcheln.
3. Alles zusammenführen und fertigstellen
Jetzt fließt die Sahne in die Pfanne, anschließend gleiten die Schnitzel zurück in die Soße. Nach kurzer Zeit bei geringer Hitze kommt Petersilie dazu. Zum Schluss steht ein cremiges Gericht mit klar erkennbarem Champignon- und Pfeffercharakter auf dem Tisch.
Eines der Schnitzel Rezepte die nicht paniert daherkommen wie etwa das Wiener Schnitzel oder ein Cordon Bleu.
Rahmschnitzel Rezept Video
Beilagen gibt’s viele – also viele die passen…
Da ist bei Rahm-Schnitzel wirklich einiges möglich: von Spätzle über sämtliche Arten von Nudeln bis hin zu Kroketten. Und in Sachen „gesunde“ Beilagen: schaut euch gerne mal dazu bei unserer Kategorie Salat Rezepte um.

Unterschied zwischen Rahmschnitzel und Jägerschnitzel
Der Unterschied liegt vor allem in der Panade und in der Art, wie die Soße eingesetzt wird. Beim Rahmschnitzel bleiben die Schnitzel natur und ziehen direkt in der cremigen Soße mit Champignons.
Beim Jägerschnitzel sind die Schnitzel paniert und werden getrennt zubereitet, die Jägersoße kommt erst beim Servieren dazu. Dadurch unterscheiden sich beide Gerichte deutlich in Aufbau, Konsistenz und Gesamteindruck.
Schnitzel Rezepte | kross, gefüllt oder cremig
Häufige Fehler beim Rahmschnitzel
Ein häufiger Fehler liegt beim Anbraten der Schnitzel: Bleiben sie zu lange in der Pfanne, trocknet das Fleisch aus, obwohl es später in der Soße noch nachzieht.
Ebenso ungünstig ist es, die Pfanne nach dem Anbraten zu säubern, da dabei die Röstaromen verloren gehen, die der Soße Geschmack geben.
Auch bei den Champignons gibt es einen typischen Stolperpunkt: Werden sie zu früh gesalzen, ziehen sie Wasser und verlieren an Aroma.
Die Soße sollte zudem nicht stark kochen, da Sahne und Brühe sonst schnell an Charakter verlieren.

Auf das gilt es bei der Zubereitung zu achten
Eigentlich ist es nur eine Sache: und zwar, dass die Schnitzel nicht trocken und dadurch zäh werden. Deshalb klopfe ich die Schnitzel nicht. Und beim Anbraten: mit hoher Hitze über kurzen Zeitraum operieren. So bekommen die Rahmschnitzel eine schöne Farbe.
Hinter der Farbe verstecken sich feine Röstaromen, die später wiederum Geschmacksträger in der Soße sind. Durchs kurze und scharfe Anbraten sind die Schnitzel aber nicht komplett durchgegart. Dieser Prozess, also das Fertig-Garen, findet später in der Sauce statt.
FAQs
Was ist Rahmschnitzel?
Ein Rahmschnitzel ist ein natur gebratenes Schnitzel, das in einer cremigen Soße fertig gegart und serviert wird. In diesem Rezept besteht die Soße aus Sahne, Brühe, Champignons und milder Pfefferwürze. Eine Panade kommt dabei nicht zum Einsatz, das Fleisch gart direkt in der Soße fertig.
Was für ein Fleisch eignet sich für Schnitzel?
Für klassische Schnitzel eignet sich mageres Fleisch mit feiner Struktur. Schweineschnitzel aus der Oberschale oder Nuss lassen sich gut verarbeiten und bleiben bei kurzer Garzeit zart. Auch Kalbfleisch oder Geflügel eignen sich grundsätzlich, im vorliegenden Rezept kommt jedoch Schweinefleisch zum Einsatz.
Welche Soße passt am besten zu Schnitzel?
Das hängt von der Art des Schnitzels ab. Zu panierten Schnitzeln passen klassische Varianten wie Jägersoße oder Paprikasoße, die getrennt serviert werden. Bei einem Rahmschnitzel gehört eine cremige Soße direkt zum Gericht, wie hier mit Sahne, Champignons und milder Pfeffernote.
Wie gelingen Schweineschnitzel am besten?
Wichtig ist eine kurze Garzeit bei hoher Hitze, damit das Fleisch saftig bleibt. Die Schnitzel sollen Farbe bekommen, aber nicht durchgebraten sein, da sie in diesem Rezept später in der Soße fertig garen. Zu langes Braten macht das Fleisch trocken und nimmt dem Gericht Qualität.
Fazit
Dieses Rahmschnitzel taucht bei mir immer wieder auf, wenn mehrere Leute am Tisch sitzen und alle unterschiedliche Vorstellungen vom Essen haben. Mit Kroketten, Reis oder Spätzle ist bisher noch jeder zufrieden geworden.
Ich habe das Gericht schon oft für Gäste gekocht, auch für welche, die eigentlich bei Sahnesoßen skeptisch sind – der Teller kam trotzdem leer zurück. Genau deshalb bleibt es ein fester Bestandteil in meiner Küche.
Wer cremige Schnitzelvarianten mag, kann auch einen Blick auf die Schnitzelpfanne und den Tiroler Schnitzeltopf werfen. Beide Rezepte arbeiten ebenfalls mit Soße und passen gut in die gleiche Richtung.
Zutaten und Zubereitung
Rahmschnitzel mit milder Pfeffersoße
Zutaten
- 4 Schweineschnitzel
- 250 g Champignons
- 2 Zwiebeln
- 2 Knoblauchzehen
- 1 TL Pfefferkörner (grüne eingelegte)
- 1 Prise weißer Pfeffer (gemahlen)
- 1 1 Prise schwarzer Pfeffer (gemahlen)
- 1 Prise Muskatnuss (gemahlen)
- 1 Prise Salz (zum Abschmecken)
- 1 EL Mehl
- 250 ml Gemüsebrühe
- 250 ml Sahne
- 1 Bund frische Petersilie
- 2 EL Speiseöl (zum Anbraten)
Anleitung
- Die Schnitzel von beiden Seiten mit Salz und Pfeffer bestreuen, anschließend im großzügig im Mehl wenden und im heißen Öl von beiden Seiten anbraten, so dass sich Röstaromen bilden. Danach herausnehmen, auf einem Teller platzieren und Beiseite stellen.
- Die Zwiebeln und den Knoblauch zugeben und ebenfalls etwas anrösten (den Topf oder die Pfanne nicht säubern, denn die Röstaromen sollen erhalten bleiben).
- Dann die in Scheiben geschnittenen Champignons zugeben und kurz mit andünsten und mit Gemüsebrühe ablöschen, die drei Pfeffersorten zugeben und etwas köcheln lassen.
- Zum Schluss die Sahne unterrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
- Nun die Schnitzel in die Soße legen und für zehn Minuten in der leicht köchelnden Soße zu Ende garen. Dabei auch die klein geschnittene frische Petersilie unterrühren.
Video
Nährwerte (pro Portion)
Ach so, noch eine Idee. Benutze vielleicht einmal Noilly Prat. Ein Wermutwein mit unglaublicher Note. Er unterstützt die Sauce ungemein. Obwohl Gregor nun sagen würde: du haust ihn auch noch in Vanillepudding, so begeistert bist du. Hüstel. Ich kann nur sagen, er ist fantastisch zu Allem, was klassisch deftig deutsch ist und veredelt regelrecht. Man muss allerdings vorsichtig sein. Er ist nicht zu benutzen, wie Weißwein. Wenn du ihn in der Menge benutzt, wie Weißwein, schlackern dir die Ohren und das Rezept ist verdorben. Er ist eher als Tüpfelchen auf dem i zu verwenden. Einen Schluck auf 500ml Sauce. Vielleicht als Ergänzung oder Teilersatz zum Weißwein.
Das ist genial, behalte ich auf jeden Fall im Hinterkopf. Danke Dir, wieder was gelernt. 🙂 Liebe Grüße, Anja
Sehr sehr g…. enial. Worauf gehe ich nun als Erstes ein. Okay, Kameramann. Da fällt ja glatt die Kinnlade herunter. Ein Bayer ohne Bier? Das ist ja wie ein Eskimo ohne Fisch, oder ein Vegetarier ohne Gemüse und Obst, ein Rennfahrer ohne Wagen, Lebensgrundlagen entzogen, und ich glaube kein Wort, da wäre er ja glatt Intensivstationspflichtig ??? Und dann noch das angefutterte Schnitzel, ich hau mich weg. Wenn mein Mann kocht, werde ich regelmäßig der Küche verwiesen, weil ich auch ständig meine Fänge in vorbereitetes Naschwerk der Fleischart schlagen muss, Hüstel und muss mich zum Tatort schleichen.
Und nun zum Hauptwerk. Ich liebe Champignonrahmschnitzel, Gregor leider nicht, er findet sie zu schnöde (Naja, als passionierter Pilzexperte darf er das) Ich liebe auch Pfefferrahmkrams, warum bin ich nie auf die Idee gekommen, beide Saucen zu kombinieren? Perfekt. Ganz lieben Dank für die Anregung. Wie ich sehe, hast du Oberschale genommen, das geneigte Weibchen ist begeistert. Spannend, dass du sie Natur brätst. Ich liebe Oberschalenschnitzel paniert und gebraten nach Wiener Tradition, dann wird die Sahnesauce natürlich etwas dicker hergestellt und UNTER das Schnitzel gegeben, sonst hat die Wiener Schnitzelbratkunst keinen Sinn. Interessant ist die Zugabe von Muskat zur Sauce. Ich liebe zwar Muskat, aber in einer Champignonssauce war er mir unbekannt. Muss ich unbedingt probieren. Wer übrigens so richtiger Champignonfan ist, sollte tatsächlich wilde Exemplare nehmen, gern auch Anischampignons, überhaupt nicht vergleichbar mit Zuchtchampignons. Aber wenn schon Zuchtchampignons, dann braune und Demeter. Da ist noch ordentlich echter Geschmack enthalten. Da ihr offenbar gern Pfeffer mögt, versucht auch unbedingt mal rosa Pfefferbeeren, ist zwar kein Pfeffer, ist nur der Name, aber unglaublich lecker. Passen auch wunderbar zu Champignons. Ich glaube, ich werde deinen Vorschlag heute einmal zubereiten. Auch Natur gebraten. Man muss ja nicht immer zubereiten, wie immer. Und ich habe allen Ernstes heute am Internat noch ein paar Stockschwämmchen gefunden (Ende November, das muss man sich mal geben ?) die schmeiße ich einfach mit rein. Dazu Kroketten und einen Rest Tomatensalat und Rettich. So hast du mich wieder von der Frage befreit, was es heute geben soll. Vielen lieben Dank dafür. Ich frage mich übrigens immer, wie groß euer TK sein muss bei den Mengen, die du immer zauberst ? Meine Visionen gehen eher Richtung Tiefkühlraum a 20qm, als Schrank oder Truhe.
Hallo liebe Mechthild, freu mich sehr über Deine Nachricht und die vielen Anregungen. Super mit den Stockschwämmchen! 🙂 Lasst es euch gut schmecken! Und Du willst nicht wissen, wie voll unsere Gefriere mittlerweile ist. Auch die vom Schwiegervater muss schon herhalten für uns. Wir müssen echt etwas langsamer machen. Ganz lieben Dank und liebe Grüße, Anja
Sieht gut aus. Ich werde statt Schweinefleisch Hähnchen/Putenfleisch nehmen. Auch benutze ich oft geriebenen Käsesorten zu den Saucen. Selbst bei Gemüse mit Crème fraîche nehme ich Kräuter Frischkäse, was ich unter dem Gericht rühre.
Das sind ganz feine Ideen! Frischkäse verwende ich auch sehr gerne. 🙂 Danke Dir, Brigitte und viele liebe Grüße, Anja