Das Mailänder Schnitzel gehört zu den Schnitzel Rezepte Klassikern, die immer wieder unterschätzt werden. Viele denken sofort an Original Wiener Schnitzel oder das Schnitzel Wiener Art, doch dieses italienische Original unterscheidet sich deutlich. Der rustikale Look mit Knochen, die dickere Fleischstruktur und die intensive Bräunung machen es besonders.
Die Zubereitung basiert auf wenigen, aber gezielten Zutaten, wie Eier und Semmelbrösel. Wer bereits Italienische Rezepte wie Bistecca Fiorentina, Saltimbocca oder Pollo alla Cacciatora kennt, findet hier ein weiteres Highlight.
Das Mailänder Schnitzel ist auch bekannt als Cotoletta alla Milanese, Escalope Milanese oder in Abwandlung auch Piccata alla Milanese.
Warum du das Rezept nachmachen solltest
Ein echter Grund ist der Geschmack. Die dicke, goldbraune Panade aus Paniermehl (kein Mehl!) sorgt für intensives Röstaroma bzw. eine feine Kruste. Darunter bleibt das Fleisch saftig, weil es nicht plattiert wurde. Außerdem braucht man nur wenige weitere Zutaten wie Eier, Salz und Pfeffer, die sich fast immer im Haus befinden.
Besonders praktisch ist auch, dass das Gericht ohne Sauce auskommt – wobei manche eine leichte tomatensauce dazu servieren.
Es wirkt aber eigentlich für sich – mit nur etwas Zitrone. Dadurch eignet sich das Mailänder Schnitzel auch ideal für Gäste, denn es lässt sich gut vorbereiten und punktet mit ehrlichem Geschmack.
Welche Fleischsorte eignet sich für Mailänder Schnitzel?
Verwendet wird traditionell Kalb. Wer Schwein oder Hähnchen verwendet, entfernt sich vom Original. Für das bestmögliche Ergebnis eignet sich Kalbsrücken oder -kotelett mit Knochen. Das Stück sollte mindestens zwei Zentimeter dick sein.
Es wird nicht geklopft wie beim Wiener Schnitzel. Wer ein dünnes Schnitzel möchte, entscheidet sich besser nicht für ein Mailänder Schnitzel, sondern für die Wiener Variante.
Mailänder Schnitzel Rezept Video
Zutaten und Zubereitung
Mailänder Schnitzel | Original Rezept
Zutaten
- 700 g Kalbskotelett (2 Stück mit jeweils ca. 350 g, mit Knochen)
- 2 Eier (Größe M)
- 100 g Semmelbrösel
- 60 g Butterschmalz
- 1 Prise Salz
- 1 Prise schwarzer Pfeffer (frisch gemahlen)
Anleitung
- Das Kalbskarree waschen und mit Küchenpapier trocken tupfen.
- Sodann die Kalbskoteletts herunter schneiden.
- Das Fleisch bleibt unplattiert und behält seine ursprüngliche Dicke und wird vor dem Panieren mit Salz und Pfeffer gewürzt.
- Die Eier in einem tiefen Teller oder einer Schüssel mit der Gabel verquirlen.
- Die Kalbskoteletts zuerst vollständig im Ei wenden. Gut abtropfen lassen, damit die Panade nicht zu dick wird.
- Danach die Koteletts in den Semmelbröseln wenden. Die Brösel nur leicht andrücken, nicht festpressen, damit die Panade beim Braten schön blättrig wird.
- Butterschmalz oder geklärte Butter in einer großen Pfanne erhitzen, sodass die Koteletts darin schwimmend gebraten werden können. Die Temperatur sollte mittel bis hoch sein – das Fett darf nicht rauchen. Die Koteletts in die heiße Pfanne geben und auf jeder Seite etwa 3 bis 4 Minuten goldgelb braten. Während die eine Seite brät die Oberseite mit Hilfe eines Löffels mit heißem Fett übergießen.
- In die Schnitzel nach dem Braten ein Fleischthermometer (z. B. Funkthermometer) mittig einstecken.
- Die Schnitzel anschließend bei 100 bis 120 Grad Ober-/Unterhitze im Backofen fertig garen, bis die gewünschte Kerntemperatur erreicht ist. Dadurch bleibt das Innere saftig und die Panade knusprig.
- Aus dem Ofen nehmen, kurz ruhen lassen und mit Zitronenspalten servieren – am besten mit Risotto alla Milanese, einem einfachen grünen Salat oder Ofenkartoffeln.
Nährwerte (pro Portion)
Tipps und Tricks
Die Semmelbrösel nicht andrücken! Das Eigengewicht vom Kalbfleisch reicht, dass die Brösel haften bleiben. Wer will greift beim Herausbacken zu Butterschmalz oder Sonnenblumenöl oder einer Mischung aus beiden.
Bitte unbedingt das Mailänder Schnitzel ein paar Minuten nach dem erreichen der gewünschten Kerntemperatur paar Minuten ruhen lassen.
Extratipp für Experimentierfreudige: das Ei nicht nur verquirlen sondern eine Ei Parmesan Mischung anrühren.
Passende Beilagen zu Mailänder Schnitzel
Typisch italienisch ist Risotto alla Milanese mit Safran. Diese Kombination stammt ebenfalls aus der Region und passt hervorragend. Der cremige Reis ergänzt die Röstaromen des Schnitzels. Alternativ funktionieren auch Ofenkartoffeln oder ein schlichter Blattsalat.
Wichtig ist, dass die Beilage nicht zu dominant auftritt. Pasta, großartige Tomatensoßen oder Gemüseaufläufe lenken eher ab. Ideal sind Beilagen, die geschmacklich zurückhaltend bleiben und den Fokus auf das Mailänder Schnitzel lassen. Auch eine gebratene Zwiebel auf dem Teller kann gut passen.
Wer will darf sicher aber natürlich Kartoffeln, Nudeln oder jede Art von Gemüse dazu servieren.
Herkunft und Bedeutung von Mailänder Schnitzel
Mailänder Schnitzel ist die deutsche Bezeichnung für ein traditionelles Gericht aus der norditalienischen Stadt Mailand. In Italien heißt es Cotoletta alla Milanese und basiert auf einem panierten Kalbsschnitzel mit Knochen. In französischsprachigen Ländern kursiert die Variante Escalope Milanese, meist ohne Knochen und mit dünnerem Fleisch.
Beide Begriffe beschreiben ähnliche Zubereitungsarten, unterscheiden sich aber in der Art der Zubereitung. Auch Piccata alla Milanese fällt in diesen Zusammenhang – hier handelt es sich jedoch um kleine, dünne Fleischscheiben, die ebenfalls paniert und gebraten werden, aber häufig mit Spaghetti oder Tomatensoße serviert werden.
Im deutschsprachigen Raum hat sich für das Originalgericht der Begriff Mailänder Schnitzel eingebürgert. Viele Gasthäuser bieten allerdings stark vereinfachte Varianten an. Statt Kalb kommt Schweinefleisch auf den Teller, die Panade bleibt dünn und der Knochen fehlt. Heißt dann Schnitzel Mailänder Art.
In manchen Fällen wird das Schnitzel sogar mit Käse und Tomatensoße überbacken. Damit nähert sich die Zubereitung eher der Piccata als der Cotoletta. Wer ein echtes Mailänder Schnitzel servieren möchte, greift zu Kalbskotelett mit Knochen und nicht zu Schweineschnitzel.
Wer eher „deutsch“ bleiben will bleibt beim Jägerschnitzel, , einem Münchner Schnitzel oder einem Cordon Bleu…
Die drei Kardinalfehler bei Mailänder Schnitzel
Ein häufiger Fehler ist zu dünnes Fleisch. Dann fehlt die typische Saftigkeit. Auch das zu feste Andrücken der Brösel führt zu einer kompakten, harten Panade ohne Luftigkeit. Stattdessen sollten die Brösel nur locker haften.
Der dritte Punkt betrifft das Bratfett: zu wenig davon oder zu niedrige Temperatur erzeugt labberige Ergebnisse. Dadurch verliert das Gericht seinen Charakter. Wer außerdem auf die falsche Art von Paniermehl setzt, bekommt kein gutes Ergebnis. Klassische Semmelbrösel liefern die besten Resultate.
FAQs
Was heißt Mailänder Art?
Die Bezeichnung meint hier in Deutschland typischerweise ein Schnitzel mit Panade und Käse-Tomaten-Überbackung. Mit dem Original aus Mailand hat das wenig zu tun.
Ist Mailänder Schnitzel Schwein?
Im Original nicht. Cotoletta alla Milanese basiert ausschließlich auf Kalbskotelett mit Knochen.
Was ist das zarteste Schnitzelfleisch?
Kalbfleisch aus dem Rücken zählt zu den zartesten und feinfasrigsten Stücken.
Was ist der Unterschied zwischen Mailänder und Wiener Schnitzel?
Das Mailänder Schnitzel bleibt dick und enthält Knochen. Beim Wiener Schnitzel handelt es sich um ein dünn geklopftes, knochenloses Kalbsschnitzel.
Muss die Panade beim Mailänder Schnitzel locker sein?
Ja – die Panade sollte locker aufliegen, nicht festgepresst. Nur so entsteht die typische blättrige Struktur beim Braten.
Fazit
Mailänder Schnitzel lebt von Einfachheit, Qualität und Präzision. Das Rezept ist klar definiert und funktioniert nur mit den richtigen Zutaten. Wer echtes Cotoletta alla Milanese servieren will, hält sich an die Grundregeln – kein Plattieren, kein Schwein, keine Experimente mit Soßen. Genau das macht den Reiz aus. Einfach, aber durchdacht.