Ein echter Klassiker der hessischen Küche: Frankfurter Grüne Soße. Kaum eine Spezialität steht so sehr für regionale Identität. Die Kombination aus cremiger Basis, frischen Kräutern und gekochtem Ei bringt Geschmack, Farbe und Frische.
Besonders an Frühlingstagen sorgt die kühl servierte Soße für kulinarische Abwechslung. In Frankfurt gilt das Rezept als Kulturgut! Die Mischung aus Sauerrahm, saure Sahne, Schmand und Kräutern ergibt eine typische Grüne Soße, wie sie auf keiner sommerlichen Tafel fehlen darf.
Lasst uns mal einen Blick drauf werfen…
Zutaten – im Überblick
In diesem Abschnitt führe ich die wichtigsten Zutaten des Rezepts auf. Und erläutere kurz, welche Rolle sie im Frankfurter Grüne Soße Rezept spielen. Die genauen Mengenangaben findest du in der Rezeptkarte unterhalb.
- Eier: Hartgekochte Eier bilden die Grundlage für die cremige Konsistenz der Soße. Das fein durchgestrichene Eigelb sorgt für Bindung, während das klein gewürfelte Eiweiß später für eine angenehme Struktur im fertigen Gericht sorgt.
- Kräuter: Kerbel, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer, Schnittlauch, Kresse und Borretsch geben der Frankfurter Grünen Soße ihren typischen Geschmack und die frische grüne Farbe. Frische und sorgfältig gehackte Kräuter sind das Herzstück des gesamten Rezepts.
- Schmand und saure Sahne: Diese beiden Zutaten bilden gemeinsam die cremige Basis der Soße. Sie bringen Milde und Frische zugleich und verbinden sich harmonisch mit den Kräutern.
- Senf: Mittelscharfer Senf liefert eine dezente Würze und rundet den Geschmack angenehm ab, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.
- Speiseöl: Öl macht die Masse geschmeidig und sorgt dafür, dass sich alle Bestandteile gut miteinander verbinden.
- Essig: Ein kleiner Schuss Essig bringt eine feine Säure ins Spiel und hebt die frischen Aromen der Kräuter besonders schön hervor.
Zubereitung – kompakt erklärt
Dieses Rezept für die Frankfurter Grüne Soße gliedert sich in drei einfache Hauptschritte.
1. Eier vorbereiten
Zuerst die hartgekochten Eier schälen und halbieren. Die Eigelbe vorsichtig herauslösen und durch ein feines Sieb streichen, damit eine besonders glatte Masse entsteht. Anschließend das Eiweiß in kleine Würfel schneiden und für später beiseitestellen.
2. Cremige Basis anrühren
Das fein gesiebte Eigelb mit Senf, Öl und Essig verrühren, bis eine gleichmäßige Mischung entsteht. Danach Schmand und saure Sahne unterheben und alles zu einer cremigen Grundmasse verbinden. Dieser Schritt sorgt für den typischen, milden Charakter der Frankfurter Grünen Soße.
3. Kräuter einarbeiten und abschmecken
Die frischen Kräuter gründlich waschen, gut trocken schütteln und sehr fein hacken. Zwei Drittel der Eiweißwürfel zusammen mit den Kräutern unter die vorbereitete Soße rühren. Zum Schluss die restlichen Eiweißstückchen darübergeben und du kannst die Soße gut gekühlt servieren.
Warum heißt es Frankfurter Grüne Soße?
Der Name stammt aus dem Raum Frankfurt am Main. Die Soße gehört dort zur traditionellen Küche. Schon Goethe soll sie geliebt haben.
Die Bezeichnung „grün“ verweist auf die Hauptzutat: eine ausgewählte Mischung sieben frischer Kräuter – welche das sind verrate ich dir weiter unterhalb.
Die geschützte Ursprungsbezeichnung erlaubt diese nur, wenn die Kräutermischung im Frankfurter Raum geerntet wurden. In Oberrad bei Frankfurt wachsen die Kräuter unter besten Bedingungen. Das Sortiment der regionalen Anbieter umfasst alle klassischen Zutaten.
Auf was bei der Zubereitung achten
Frische ist das A und O. Die Kräuter dürfen nicht welk sein. Nach dem Waschen muss man sie gut trocken schütteln. Nur so bleibt die Soße cremig, nicht wässrig. Auch das feine Hacken ist wichtig.
Je feiner die Kräuter, desto besser verteilen sie sich in der Masse. Das Eigelb sollte durch ein feines Sieb gestrichen werden. So entsteht eine besonders zarte Konsistenz.
Ob Schmand, saure Sahne oder Joghurt als Basis verwendet wird, hängt von der Art der Zubereitung ab. Ein Spritzer Zitronensaft oder etwas Essig sorgt für Frische im Geschmack.
Warum ist das Rezept so toll?
Die Frankfurter Grüne Soße passt zu vielen Gerichten. Die Zutaten sind einfach. Die Zubereitung gelingt ohne großes Equipment. Gleichzeitig steckt viel Geschichte, Tradition und Handarbeit im Rezept.
Das Zusammenspiel aus Säure, Frische und cremiger Basis schafft eine stimmige Balance. Ideal auch für heiße Tage, da die Soße kalt serviert wird. Die Kombination von Kräutern bringt Vielfalt und Tiefe auf den Teller.
Diese Frankfurter Grüne Soße zeigt, wie eine Kräutersoße mit wenigen Zutaten große Wirkung erzielt.
Zu was isst man die Frankfurter Grüne Soße?
Traditionell wird sie mit gekochten Kartoffeln und hartgekochten Eiern gegessen. Fleisch wie kalter Tafelspitz oder gekochtes Rindfleisch passen ebenfalls gut. Auch zu Fisch wie Forelle oder Seelachs harmoniert die Kräutersoße wunderbar.
Vegetarisch bietet sie sich als Begleitung zu Gemüsetellern an. Selbst auf einem Frischkäsebrot liefert sie einen frischen Akzent. In Frankfurt gibt es im Sommer kaum ein beliebteres Gericht als „Grie Soß mit Salzkartoffeln und Eiern“.
Die Mischung eignet sich auch hervorragend zu Spargel – wenn’s mal keine Sauce Hollandaise sein soll.
Wusstest du schon…?
Frankfurter Grüne Soße hat einen eigenen Feiertag. Jedes Jahr im Frühling wird sie gefeiert. Im Frankfurter Stadtteil Oberrad wachsen die meisten Kräuter dafür. Dort stehen spezielle „Grie Soß“-Häuser.
Sogar eine Denkmalfigur in Form eines Soßentopfs wurde aufgestellt. Kinder in Frankfurt lernen das Rezept oft schon in der Grundschule. Auf der Website der Stadt Frankfurt gibt es weitere Informationen zur Herkunft und Verwendung.
FAQs
Was sind die 7 Kräuter der Frankfurter Grünen Soße?
Kerbel, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer, Schnittlauch, Kresse und Borretsch bilden die klassische Kräutermischung.
Wo bekommt man Kräuter für Frankfurter Grüne Soße?
In Hessen gibt es fertige Mischungen im Bund. Auch Wochenmärkte sind zum Beispiel eine Quelle für saisonal passende Kombinationen.
Wird die Frankfurter Grüne Soße kalt gegessen?
Ja. Klassisch kommt sie gut gekühlt auf den Teller. Das unterstreicht die erfrischende Wirkung.
Fazit
Frankfurter Grüne Soße ist ein wunderbares Beispiel für einfache, ehrliche Küche mit viel Geschmack. Mit wenigen Zutaten und ohne großen Aufwand entsteht eine traditionelle Spezialität, die zu vielen Gerichten passt. Ich mag besonders, wie frisch und leicht sie schmeckt und trotzdem so viel Charakter hat.
Sie darf in der Riege der Soßen Rezepte ebenso wenig fehlen wie die Bechamel Soße, eine Tomatensoße oder die klassische Rahmsoße.
Zutaten und Zubereitung
Frankfurter Grüne Soße | klassisches Originalrezept
Zutaten
- 5 Eier (hartgekochte)
- 150 g Kräuter Kerbel, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer, Schnittlauch, Kresse und Borretsch
- 100 g Schmand
- 100 g saure Sahne
- 1 TL mittelscharfer Senf
- 1 EL Speiseöl (z.B. Rapsöl oder Sonnenblumenöl)
- 1 EL Essig
- 1 Prise Salz
- 1 Prise Pfeffer
Anleitung
- Die hartgekochten Eier schälen und in zwei Hälften teilen. Die Eigelbe sorgfältig herauslösen und durch ein feines Sieb in eine Schüssel streichen – dafür eignet sich ein Esslöffel oder eine kleine Kelle besonders gut.
- Die Eiweiße anschließend in kleine Würfel schneiden.
- Nun die durchgestrichenen Eigelbe mit Senf, Salz und Pfeffer verrühren. Anschließend Öl und Essig langsam einrühren, bis alles gut vermischt ist.
- Danach den Schmand und die saure Sahne unterheben, sodass eine cremige Masse entsteht.
- Die Kräuter gründlich waschen, trocken schütteln und mit einem Wiegemesser oder scharfen Messer sehr fein hacken.
- Die gehackten Kräuter zusammen mit etwa zwei Dritteln der Eiweißwürfel unter die Soße rühren.
- Zum Schluss die Soße mit den restlichen Eiweißstückchen bestreuen und servieren.
Nährwerte (pro Portion)
Bilder: Shutterstock
Hi Anja 🙂
I love it :p da sieht mein Herz nur noch grün 😉 das sage ich dir.
Schönen Abend, Tina
Hi Tina, das freut mich! Grüne Grüße gehen raus 🙂 bis bald und ein schönes Wochenende, Anja
Sehr lecker sagt auch der Bayer🤤
Du glaubst gar nicht Michael, wie sehr mich dein Kommentar freut! Liebe Grüße, Anja 💛🙏