Roastbeef im Backofen Rezept - die frau am grill

Roastbeef im Backofen: ein Rezept für Festtage | von Grillweltmeister Oliver Sievers

Roastbeef im Backofen Rezept - die frau am grill

Es geht ja nun, Anfang Dezember, mit Vollgas auf die Jahreswende zu. Was zu dieser Jahreszeit sodann auch ein immer großes Thema ist: Weihnachten und Silvester. Nicht nur wem man welches Geschenk an Weihnachten zuteil haben lässt oder wo die Silvesterparty stattfindet. Sondern vor allem auch: Was kommt zu diesen festlichen Anlässen auf den Tisch? Heute stelle ich euch ein ganz feines aber einfaches Rezept vor: Roastbeef im Backofen zubereiten.

Was ist das Roastbeef eigentlich für eine Art von Fleisch?

Zuerst einmal sei gesagt, dass Roastbeef vom Rind stammt. Und es sitzt entlang dem Rückenknochen, also der Wirbelsäule. Ihr habt sicherlich schon einmal ein T-Bone-Steak gesehen (falls nicht siehe Bild unterhalb) und bestenfalls auch gegessen. Bei besagtem T-Bone-Steak befindet sich ja auf beiden Seiten vom T-Knochen Fleisch. Das größere Stück davon ist das Roastbeef, das kleinere das Filet. Und jetzt stellt euch ganz viele T-Bone-Steaks am Stück hintereinander vor. Aber eben nicht in T-Bone-Steaks geschnitten. Was rauskommt ist eben der massive Rückenknochen. Und von diesem wird das Roastbeef im Stück herausgeschnitten.

T-Bone Steak und Porterhouse Steak - die frau am grill - oliver sievers
Zwei T-Bone-Steaks. Wobei das untere, aufgrund seiner Größe und dem dickeren Filetanteil, auch Porterhouse Steak genannt wird. Der Teil mit dem Fettrand ist hierbei jeweils das Roastbeef. (Foto: Oliver Sievers)

Muss man bei der Vorbereitung von Roastbeef im Backofen etwas beachten?

Meine Empfehlung: Lasst das das gute Stück, bevor es in der Pfanne von allen Seiten angebraten wird, für eine gute Stunde Raumtemperatur annehmen. Der Grund liegt darin, dass die Hitze in der Pfanne dann nicht gegen ein allzu kaltes Stück Fleisch ankämpfen muss. Ist doch logisch: Wenn ich ein eiskaltes Stück Fleisch in die Pfanne gebe, kühlt dieses die Temperatur der Pfanne herunter. Auch wenn dies bei der großen Hitze nur minimal ist, lässt sich ein Fleisch mit Raumtemperatur besser und zügiger anbraten.

Auch die Auswahl der Pfanne ist nicht unwichtig!

Eine schwere Gusseisenpfanne einmal erhitzt, gibt viel Hitze über einen längeren Zeitraum ab. Sie kann Hitze besser speichern als eine leichte Pfanne. Und mit einer beständig hohen Hitze lässt sich das Roastbeef besser anbraten. Eine Pfanne mit einer sehr dünnen Wand speichert die Wärme eben nicht so gut. Und kann diese auch nicht so konstant hoch wie eine gusseiserne Pfanne ans Fleisch abgeben.

Warum wir überhaupt eine Pfanne fürs Roastbeef im Backofen brauchen

Zugegeben, eigentlich heißt es ja Roastbeef im Backofen. Was soll dann das ganze Gerede bezüglich der Pfanne? Ganz einfach: Wir müssen das Fleisch von allen Seiten scharf anbraten. Damit wir auf der Oberseite vom Fleisch schöne Röstaromen erzeugen. Und zudem „verschließt“ dieser Prozess den äußeren Teil vom Fleisch und so tritt im Backofen kein Fleischsaft beim Garprozess aus. Ergo: Das Roastbeef trocknet uns nicht aus.

Welches Öl soll man zum Anbraten vom Roastbeef in der Pfanne verwenden?

Das kommt darauf an: Habt ihr ein Roastbeef, das auf einer Seite eine schöne Fettschicht aufweist, benötigt ihr gar kein Öl. Gebt das Fleisch mit der Fettseite nach unten in die erhitzte Pfanne. Das austretende Fett genügt locker um das Roastbeef von allen Seiten anzubraten. Habt ihr keine oder nur eine unzureichende Fettschicht auf dem Roastbeef: verwendet ein Öl, das sich stark erhitzen lässt und geschmacksneutral ist. Zum Beispiel ein Sonnenblumenöl.

Extratipp beim Anbraten: Zeitungspapier auslegen!

Falls ihr Sonnenblumenöl verwendet, dann kann es sein, dass durch die aus dem Fleisch austretende Flüssigkeit sich Spritzer verselbstständigen. Und es zu einer mittelgroßen „Sauerei“ kommt. Jeder kennt das, getreu dem Motto: Wo gehobelt wird da fallen Späne. Und um diese „Sauerei“ um den Herd herum zu vermeiden ist es eine Möglichkeit um die Herdplatte Zeitungspapier auszulegen. Aber Achtung: Passt bloß auf, dass dieses Zeitungspapier, das mit Fett vollgespritzt ist, nicht mit der Herdplatte in Berührung kommt. Also Abstand halten! Sonst könnt ihr gleich den Feuerlöscher verwendet. Dieses Papier brennt nämlich wie Zunder.

Wie kann man das Fleisch würzen?

Das bleibt jedem selber überlassen, im Endeffekt gibt es drei Möglichkeiten:

1. Nicht würzen

Das ist die Variante für Puristen. Die aber auch gleichzeitig den maximalen Geschmack vom Fleisch erleben wollen. Der komplette Garprozess in der Pfanne als auch im Backofen wird ohne jegliche Gewürze durchgezogen. Wenn das Fleisch dann auf den Tisch kommt machen sich feine Meersalzflocken und Pfeffer natürlich immer gut darauf. Aber das kann dann jeder Gast für sich entscheiden.

2. Beim Anbraten das Öl verfeinern

Bei dieser Option erhitzt man mit dem Sonnenblumenöl zum Beispiel Knoblauch und frischen Rosmarin und brät darin das Fleisch an. Beim Prozess des Anbratens ziehen die Aromen über das Öl in die äußere Hautschicht vom Fleisch mit ein. Selbstverständlich können auch andere Gewürze und Kräuter außer Knoblauch und Rosmarin ausprobiert werden.

3. Das Roastbeef vor dem Anbraten würzen

Könnt ihr ganz nach euren Vorstellungen machen, aber: Passt auf, dass ihr keine Gewürze verwendet, die beim scharfen Anbraten verbrennen bzw schwarz werden. Pfeffer ist da zum Beispiel ein Gewürz mit dem man diesbezüglich keine Faxen machen sollte.

Roastbeef im Backofen: Bei Umluft oder Ober- und Unterhitze garen?

Nachdem wir uns nun erst einmal ausführlich mit dem Anbraten vom Roastbeef beschäftigt haben ist es an der Zeit, dass das gute Ding in den Backofen wandert. Und zwar, falls ein Fettdeckel vorhanden ist, mit diesem nach oben. Weil das austretende Fett so schön über das Fleisch laufen kann. Es schützt es vor dem Trocken werden und verleiht dem Fleisch noch mehr Geschmack. Bezüglich der Hitzeeinstellung empfehle ich Ober- und Unterhitze, weil die Hitze so gleichmäßig und langsam auf das Fleisch einwirkt, und das Garergebnis positiv beeinflusst.

Bei welcher Temperatur wird das Roastbeef im Backofen wie lange gegart?

Nicht unter 90 und nicht über 100 Grad würde ich empfehlen. Bezüglich der Zeit kommt es immer darauf an, wie schwer euer Roastbeef ist und welche Form es aufweist. Die Daumenregel besagt, dass man pro Kilo hierbei eine Stunde benötigt. Aber: Ihr kontrolliert ja nach einer knappen Stunde ohnehin mit dem Kerntemperatur-Thermometer.

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Welche Kerntemperatur sollte das Fleisch haben?

Wer das Roastbeef aus dem Backofen später schön rosa auf dem Teller liegen haben möchte sollte 55 Grad anvisieren. Danach muss das Fleisch nochmals zehn Minuten ruhen, dass es sich entspannen kann und sich die Fleischsäfte verteilen. Beim Ruhen erhöht sich die Temperatur im Inneren übrigens nochmals um ein bis zwei Grad. Da es aber auch Menschen gibt, die nur komplett durchgegartes Fleisch mögen: wer es durchgegart essen möchte (z.B. schwangere Frauen), sollte mindestens 72 Grad anstreben. Dann können auch die es bedenkenlos genießen.

Soll man Roastbeef eher dick oder dünn aufschneiden?

Da habe ich eine klare Meinung: Wenn ihr das Roastbeef warm essen wollt, dann empfehle ich eher etwas dickere Scheiben. Von mindestens einem Zentimeter Stärke. Denn dickere Scheiben kühlen euch nicht so schnell aus. Ist das Roastbeef zum Verzehr im kalten Zustand vorgesehen, dann machen sich feine dünne Scheiben sehr gut. Diese lassen sich, zum Beispiel auf einer Buffet-Platte, auch sehr schön anrichten.

Die Saucen und Beilagen für Roastbeef aus dem Backofen

Puristen können eine leckere Scheibe Roastbeef ohne alles „verdrücken“. Vielleicht noch, wie schon weiter oben erwähnt, mit Meersalzflocken und Pfeffer gewürzt. Danach ist aber nach oben alles offen. Probiert Roastbeef gerne mal mit ein wenig Chimichurri oder einer selbstgemachten Remoulade.

Welche Beilagen bieten sich für Roastbeef an?

Kaltes Roastbeef eignet sich hervorragend um damit ein Butterbrot zu belegen. Dazu vielleicht noch Essiggurken, eine Deluxe-Brotzeit! Und bei warmem Roastbeef verhält es sich so wie bei anderen Steaks wie Entrecote, Flank Steak oder Flap Steak auch: Erlaubt ist als Beilage was euch schmeckt! Zum Beispiel gegrillte Maiskolben, fast jeglicher Salat (einen Geflügelsalat würde ich aber nicht dazu essen), Pommes Frites oder Kroketten.

Hier ein Video zum Roastbeef im Backofen

Oliver Sievers, der jeden zweiten Freitag hier im Magazin seine Weltmeister-Kolumne schreibt, wurde 2017 als Mitglied seines BBQ-Teams „BBQ Wiesel“ Grillweltmeister. Er nimmt regelmäßig an Grillmeisterschaften teil. Nebenbei gibt er auch Grillkurse. Als einer der ersten in Deutschland sogar online. Zu finden unter www.onlinegrillkurs.de

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Roastbeef im Backofen: ein Rezept für Festtage | von Grillweltmeister Oliver Sievers

Lecker Festtagsessen sehr einfach zubereitet.
Vorbereitungszeit5 Min.
Zubereitungszeit2 Stdn. 10 Min.
Gericht: Hauptgericht
Land & Region: International
Keyword: Festtagsessen, kaltes Buffet
Portionen: 8 Portionen
Autor: Oliver Sievers

Zutaten

  • 2 kg Roastbeef (am besten mit Fettdeckel)

Anleitungen

  • Das Roastbeef für eine Stunde Raumtemperatur annehmen lassen.
  • In einer schweren Pfanne scharf von beiden Seiten anbraten, so dass sich Röstaromen bilden. Mit der Fettdeckel-Seite zuerst in die Pfanne legen, so spart man sich Sonnenblumenöl.
  • Anschließend das Roastbeef bei 100 Grad bei Ober-Unterhitze in den Backofen legen. Auf eine Kerntemperatur von 55 Grad ziehen. So ist es rosa. Wer es durchgegart mag auf 72 Grad ziehen.
  • Danach für 10 Minuten ruhen lassen.

Video

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