Jetzt stellt euch mal vor: ihr hattet einen bescheidenen Tag in der Arbeit, das Wochenende ist immer noch fern und ihr kommt am Abend nach Hause und der Magen knurrt. Die Lust auf eine Aktion in der Küche tendiert gegen Null. Aber es muss rasch Soulfood her, sonst steigt das Zorn-Barometer in gefährliche Höhen.
Und ihr habt keine Lust auf eine Kochaktion – weder groß noch klein. Tja, dann sage ich: in den Keller gehen, die Currywurst im Glas in einem Topf erhitzen und diese mit einem Baguette bei der Lieblingssendung im TV verspeisen…
Zutaten – im Überblick
In diesem Abschnitt führe ich euch die wichtigsten Zutaten des Rezepts auf. Und erläutere kurz, welche Rolle sie bei der Currywurst im Glas spielen. Die genauen Mengenangaben findest du in der Rezeptkarte unterhalb.
- Bockwürste: Bringen die herzhafte Basis ins Glas und liefern den typischen Currywurst-Charakter, da die Scheiben direkt mit der Sauce vermischt sind. Gerne auch eine Bratwurst oder welche ihr eben wollt – ich streite mich da nicht…
- Tomaten, Tomatensaft und Tomatenmark: Sorgen gemeinsam für die fruchtige Grundlage der Sauce und geben ihr Tiefe und Fülle.
- Zwiebeln: Geben beim Andünsten eine milde Würze ab und tragen zum runden Geschmack der Sauce bei.
- Brauner Zucker: Sorgt beim Karamellisieren mit Tomatenmark für eine leicht süßliche Note, die gut zur Würze passt.
- Gewürzessig: Gibt der Sauce eine feine Säure und sorgt für Frische im Gesamtgeschmack.
- Currypulver: Prägt den typischen Charakter der Currywurst und gibt der Sauce ihre bekannte Würze.
- Worcestersoße: Steuert eine zusätzliche würzige Tiefe bei und rundet den Geschmack ab.
- Speisestärke: Hilft dabei, die Sauce etwas sämiger zu halten, damit sie gut an den Wurststücken haftet.
- Rapsöl: Dient zum Andünsten der Zwiebeln und zum Anbraten der Wurstscheiben im Topf.
Zubereitung – kompakt erklärt
Dieses Rezept für das Einmachen der Currywurst im Glas gliedert sich in drei einfache Hauptschritte.
1. Sauce kochen
Zwiebeln kommen mit Öl in den Topf, anschließend folgen Tomatenmark und Zucker zum Karamellisieren, bevor mit Worcestersoße und Essig abgelöscht wird.
Tomaten, Tomatensaft und Currypulver ergänzen die Mischung, danach dickt die angerührte Stärke die Currywurst Sauce leicht an, sodass eine stimmige Grundlage entsteht, die du später mit den angebratenen Wurstscheiben vermengst.
2. Würste anbraten und mit Sauce vermischen
Die in Scheiben geschnittenen Bockwürste braten im Öl von allen Seiten an, bis die gewünschte Bräune erreicht ist. Anschließend kommen die Wurststücke direkt in die fertige Sauce und alles verbindet sich gleichmäßig.
3. Gläser füllen und einkochen
Die Mischung füllt ihr in sterile Gläser, verschließt sie und stellt sie in einen Topf mit Wasser, das bis knapp unter den Deckel reicht. Nach dem ersten zweistündigen Einkochen folgt nach 24 Stunden ein zweiter Durchgang, bevor die Gläser an einem kühlen und dunklen Ort lagern.
Currywurst im Glas Rezept Video
Beilagen
Zur Currywurst passen vor allem Beilagen, die unkompliziert sind und den würzigen Geschmack unterstützen. Pommes gehören zur naheliegendsten Begleitung und funktionieren sowohl zu Hause als auch klassisch wie am Imbiss.
Ein frisches Brötchen, Baguette oder eine Scheibe Brot eignet sich ebenfalls gut, um die Sauce aufzunehmen und macht das Essen schnell und alltagstauglich.
Wer es etwas leichter halten möchte, serviert die Currywurst einfach pur und ergänzt sie höchstens mit etwas zusätzlichem Brot – alles andere lenkt vom eigentlichen Charakter des Gerichts eher ab.

Hinweis: Toxine, Botulismus und andere schlimme Dinge
Ja, beim Einkochen (wie zum Beispiel auch beim Fleisch im Glas) können sich in seltenen Fällen Toxine entwickeln, die mitunter tödlich sein können. Wer also auf Nummer sicher gehen will: nach 24 Stunden ein zweites Mal einkochen. Das empfiehlt das Rührwerk.
Häufige Fehler vermeiden
Beim Currywurst im Glas gibt es ein paar Punkte, die entscheidend für ein gutes Ergebnis sind. Die Gläser sollten wirklich sauber und steril sein, sonst leidet die Haltbarkeit.
Wichtig ist auch, die Füllhöhe einzuhalten und genug Platz bis zum Rand zu lassen, damit beim Einkochen nichts überläuft und die Gläser korrekt schließen
Das Wasser im Topf muss während des Einkochens bis knapp unter den Deckel reichen und darf nicht stark absinken, sonst erhitzen sich die Gläser ungleichmäßig.
Der zweite Einkochvorgang nach 24 Stunden sollte nicht ausgelassen werden, da er ausdrücklich zur Sicherheit empfohlen wird. Wer hier sorgfältig arbeitet, erspart sich späteren Ärger und kann die Gläser mit gutem Gefühl lagern.

Die Haltbarkeit
Leider kann ich dazu nichts sagen. Warum? Weil ich zum einen nicht so viele Gläser produziere und sie zum anderen schnell aufgebraucht werden. Sieht man sich aber im Internet um, so rechne zumindest ich mit einer Mindesthaltbarkeit der eingekochten Currywurst von einem halben Jahr.
Die Gläser sollten aber auch kühl und dunkel gelagert werden. Sprich: am besten im Kühlschrank. Falls da kein Platz ist in einem Keller.
Fazit
Currywurst im Glas ist eine praktische Möglichkeit, den Imbiss-Klassiker auf Vorrat griffbereit zu haben. Der Aufwand lohnt sich vor allem dann, wenn mehrere Gläser auf einmal vorbereitet werden. Im Alltag macht es die Mahlzeit spürbar unkomplizierter.
Wobei ich sagen muss: Currywurst aus dem Backofen oder die schnelle Currywurst in der Heißluftfritteuse sind auch sehr flott zubereitet…
Zutaten und Zubereitung
Currywurst im Glas | Imbiss-Klassiker einkochen
Zutaten
- 1 kg Bockwürste
- 1 kg Tomaten
- 250 g Zwiebeln
- 60 g brauner Zucker
- 40 ml Gewürzessig
- 25 g Currypulver
- 400 ml Tomatensaft
- 30 ml Worcestersoße
- 40 g Tomatenmark
- 10 g Speisestärke
- Rapsöl (Zum Andünsten)
Anleitung
- Die Zwiebeln schälen und fein würfeln. Die Tomaten in kleine Stücke schneiden.
- Das Öl in einem Topf erhitzen und die Zwiebeln andünsten.
- Das Tomatenmark unterrühren und mit dem Zucker karamellisieren.
- Mit Worcestersoße und Essig ablöschen.
- Die Tomaten sowie 300 ml Tomatensaft zugeben und das Currypulver einrühren.
- Einmal aufkochen und währenddessen die Stärke in die übrigen 100 ml Tomatensaft einrühren. Das Gemisch dann in die Currysauce geben und unterrühren.
- Die Würste in mundgerechte Scheiben schneiden und im Öl von allen Seiten anbraten, bis sie die gewünschte Bräunung haben.
- Die Wurstscheiben mit der Sauce vermischen.
- Die sterilen Gläser füllt ihr bis zu zwei Zentimeter unter den Rand und schließt den Deckel.
- Stellt sie nun in einen Kochtopf mit kaltem Wasser und bringt dieses zum Kochen.
- Wenn’s kocht fängt die Zeit an zu laufen: Und zwar lasst ihr den Vorgang für 120 Minuten laufen. Sollte Wasser verdampfen, was bei 100 Grad meist der Fall ist: ab und zu Wasser nachgießen.
- Hinweis: die Füllhöhe vom Wasser im Topf sollte bis knapp unter den Deckel der Gläser gehen. Darum am besten gleichgroße Gläser verwenden.
- Den Einkochvorgang nach 24 Stunden nochmals wiederholen, dann die erkalteten Gläser an einem kühlen und dunklen Ort lagern.
Tolles Rezept, wie all deine anderen Rezepte, wo da auch unbe die Currywurst Lasagne zu erwähnen ist. Beide zum Finger und Teller a lecken.
Grüß dich Peter,
herrlich geschrieben – Teller ablecken ist immer ein gutes Zeichen 😉 Freut mich sehr, dass dir die Rezepte so gut gefallen. Danke für deine lieben Worte!
Liebe Grüße, Anja
Sehr feines Rezept. Gut erklärt und leicht verständlich. Danke
Danke fürs super Feedback Hermann! Liebe Grüße, Anja
Nichts wird 2 mal eingekocht. Stärke ist nicht einkochbar
Es kommt auf die Menge an. Im Zweifel einfach weglassen und später andicken. Danke und liebe Grüße, Anja
Hallo Anja, jeder kennt Curry Ki… und Co. deshalb war ich am Anfang ziemlich skeptisch.
Ich habs nach Rezept gemacht. Auch 2x sterilisiert !
Gestern, nach einem tierisch heißen Tag hab ich ein Glas aufgemacht…
…War mehr als lecker !!!
Dieter Bohlen würde sagen…
MEEEGA 🙂
LG Bre
Hallo Bre, wie schön, ich freu mich sehr und danke Dir! 🙂 Bis bald und liebe Grüße, Anja
Warum nach 24 Stunden nochmal einkochen?
Hallo Rosi, wurde auf den Sicherheitsaspekt Botulismus hingewiesen und hab es ergänzt. Wir kochen schon seit Generationen so ein, aber sicher ist sicher. Danke und liebe Grüße, Anja
Das Rezept ist sehr lecker aber 2x einkochen ist wirklich übertriebener Quatsch. Sowas lese ich hier echt zum 1. Mal. 100 Grad sind bei Fleisch ein Muss, dem stimme ich zu aber welche Bakterien überleben dies bzw. können sich bei dieser Temperatur erneut vermehren? Sorry das ich darüber schmunzeln muss. Bin kein Anfänger und auch meine Oma bzw. Mama hat schon erfolgreich beim 1. Mal eingekocht.
Hallo R&R, das kann ich verstehen. Wir halten es auch so und ich kenne es von meiner Oma und Uroma nicht anders, wurden aber auf diese Sache schon mehrmals hingewiesen, dass es notwendig ist zweimal einzukochen und haben dies zur Sicherheit so angegeben. Danke und liebe Grüße, Anja
Das Rezept klingt sehr lecker. Ich werde es mal ausprobieren! ☺️
Beim einkochen reicht jedoch 1 Einkochvorgang. Beim 2ten mal einkochen wird das vorherige Vakuum aufgehoben und noch mal neu gebildet, was ja Quatsch wäre, da es schon existiert. ? So kenne ich es und praktiziere es mit Erfolg.
Bei Fleisch und erdnahem Gemüse ist die Einkochzeit immer 120 Minuten bei 100°, was du richtig angegeben hast.
Genussvolle Grüße
Einkoch-Trienchen
Hi Einkoch-Trienchen! Vielen Dank, ich sehe schon ich habe es hier mit einem Profi zu tun 🙂 Super, weiterhin Viel Freude und lass Dir die Currywurst im Glas schmecken 😉 Liebe Grüße, Anja
Es geht hier um Sporen, nicht um ein doppeltes Vakuum. Ist aber laut Weckbuch nicht notwendig.
Von Wikipedia:
Standardprotokoll zur Tyndallisation: Zunächst wird die Probe für 30 min auf 100 °C erhitzt, wodurch eine Abtötung vegetativer Bakterien- und Pilzzellen erfolgt und die Auskeimung hitzestabiler, stationärer Sporen durch Hitzeschock induziert wird. Eine anschließende Inkubation für 12 h bei 37 °C führt zur Auskeimung der stationären Sporen zu vegetativen Zellen. Diese können nun durch ein erneutes Erhitzen für 30 min auf 100 °C abgetötet werden. Das Ergebnis ist eine deutliche Keimreduktion.
Danke Simon für die Ausführung! Und viele liebe Grüße, Anja
Tolles Rezept, werde gerne mal ausprobieren und.
Vielen lieben Dank Brigitte! Das freut mich zu lesen… Liebe Grüße, Anja
Hallo miteinander,
habt ihr schon mal euren Currywursttopf eingekocht?
LG, Nadja
Hallo Nadja, noch nicht, aber das wäre was! Danke Dir und liebe Grüße, Anja
Warum sollten sich nach 120 Minuten bei 100Grad nach dem Einkochen noch Bakterien bilden?
Wir hatten mal Roten- und Weißen Preßsack in Weck Gläsern nach ca. 10 Jahren im Keller entdeckt der war noch Super. Ist keiner Krank geworden.
Hallo Lothar, wir haben auch immer ganz „normal“ eingekocht. Ich verstehe Dich, aber man muss es zur Sicherheit so machen, es wird so empfohlen. Bei uns war auch nie was. Aber dann müssen wir doch auch lieber auf Nummer Sicher gehen wenn wir so ein Rezept vorstellen. Danke Dir und liebe Grüße, Anja
warum 2mal einkochen , kann man nicht auch die doppelte Zeit nehmen ? Warum 2mal für 1Std ,1mal für 2Std geht doch auch , oder ?
Hallo Kirsten, der Grund liegt darin, dass man Bakterien, die sich nach dem ersten Einkochen noch bilden beim zweiten Mal abgetötet werden. Liebe Grüße, Anja
Hallo Anja, ich finde dein Rezept super. Ich habe mich nie getraut komplette Essen einzu kochen. Dachte immer, wg. der Wurst/Fleisch ginge das nicht. 2x einkochen macht Sinn, wegen der Eiweiße. Ich werde aber Rostbratwurst ausprobieren. Bockwurst als Currywurst mögen meine Leute nicht so gerne.
Alkes Gute Dir noch, Barbara
Hallo Barbara, vielen Dank für Deine Nachricht. Freu mich sehr! 🙂 Gutes Gelingen und lass es Dir schmecken! Liebe Grüße, Anja
Speisestärke ist nicht einkochbar, das wird sauer und kippt.
Hallo Caro,
das bisschen Speisestärke? Gründliches Einkochen denaturiert die Amylasen auf die Du wahrscheinlich hinauswillst. LG Anja
Hallo Cato, so kenne ich das auch. Ich würde sie einfach weglassen und dann kurz vor dem Verzehr zufügen. Das Gericht muss ja sowieso erhitzt werden.
☺️
😉 Merci Dir! Liebe Grüße, Anja
Hallo , ein toller Beitrag aber alles was Eingekocht ist hält sich normaler weise viel länger das wussten schon unsere Großmütter. Beim einfüllen nehme ich ein
Einfüllstutzen / Trichter denn die Ränder müssen unbedingt sauber sein. Vielen Dank
Hallo Isolde, da hast Du recht, da gehen aber heute die Meinungen in eine andere Richtung. Das haben wir zumindest festgestellt und gehen daher auf Nummer Sicher. Bei uns ist das auch so, meine Oma hat auch schon immer eingekocht und es war noch nie was. Aber es ist ja trotzdem gut, wenn man aufpasst. Aber normalerweise geht das sehr gut und Du hast Recht, es hält noch viel länger. Danke und liebe Grüße, Anja
Absolut tolles Rezept aber, für 2 x einkochen und nur ein halbes Jahr haltbar ist mir der Aufwand zu hoch. Es sollte schon in meinem Vorrat ein Jahr oder länger haltbar sein. Viele Grüße!
Hallo Günter, ja, da geht man eben dann auf Nummer Sicher. Ich danke Dir für Dein Lob und Feedback! Bis bald und liebe Grüße, Anja