Die Saure Lunge, oder das Saure Lüngerl, wie es in Bayern genannt wird, ist ein Gericht, welches ich als Kind verschmäht habe und nun, im Erwachsenenalter, liebe. Die Erinnerung daran, dass mir mein Papa die Saure Lunge einmal als Gulasch verkaufen wollte, bringt mich heute noch zum Schmunzeln. Aber damals konnte er das schlaue kleine Mädchen nicht zum Probieren überlisten – und auch nicht zu seinem Glück zwingen. Nun bin ich aber froh, dass ich doch irgendwann eine Saure Lunge probiert habe.
Saure Lunge Rezept Video

Mein Geschenk für dich
Wie du ALLE Fehler bei den 10 größten Rezeptklassikern vermeidest.
- Über 50 Seiten zu 10 Rezeptklassikern
- Typische Stolperfallen und schnelle Lösungen
- Dazu meine Rezepte bequem per Newsletter
Über 50 Seiten mit typischen Stolperfallen und sofort umsetzbaren Lösungen.
Zutaten und Zubereitung
Saures Lüngerl (Saure Lunge) – mit Semmelknödel
Zutaten
Innereien
- 2 kg rohe Lunge (und Herz)
Sud
- 150 ml Essig
- 2 Liter Wasser
- 4 Lorbeerblätter
- 5 Gewürznelken
- 3 Wacholderbeeren
- 4 Zwiebeln
Einbrenne
- 3 EL Butter
- 4 EL Mehl
- 500 ml vom Sud
Zum Abschmecken
- 1 Schuss Essig
- 2 TL Salz
- 2 TL Pfeffer
- 2 EL Zucker
Anleitung
- Lunge und Herz waschen und mit Wasser, Essig, in viertle geschnittene Zwiebeln, Lorbeerblättern und Gewürznelken einen Sud aufsetzen und die Innereien darin zirka eine Stunde köcheln lassen.
- Lunge und Herz abgießen (den Sud auffangen) und in feine Stücke schneiden.
- Die Butter in einem Topf zum Schmelzen bringen und das Mehl unterrühren, bis es eine braune Farbe annimmt.
- Mit dem Sud nach und nach aufgießen, bis eine cremige Konsistenz erreicht ist.
- Die Lungen- und Herzstücke in die Soße geben und zirka 20 Minuten darin köcheln lassen.
- Mit Salz, Pfeffer, Zucker und Essig abschmecken.
Video
Nährwerte (pro Portion)
Saure Lunge und die Sache mit den Innereien
Zugegeben, Innereien sind nicht jedermanns Angelegenheit. Für unsere Großeltern und Eltern war oder ist das bis heute kein Thema und die Zubereitung eine Selbstverständlichkeit. Denn es gab Zeiten, da konnte man sich keine besseren oder teureren Fleischstücke leisten.
Zudem wurde, beispielsweise bei einer Hausschlachtung, das ganze Tier verwertet. Und somit auch die Innereien wie Lunge und Herz. Eigentlich schade, dass sich mit der Zeit eine Abneigung dagegen entwickelt hat und viele Rezepte somit in Vergessenheit geraten sind.
Saure Lunge selber zubereiten und wissen was drin ist
Wer eine Saure Lunge aus der Dose aus dem Supermarkt etwas genauer ansieht, dem stellt sich die Frage, was da wohl alles darin landet. Diese Frage gilt es sich aber auch unbedingt dann zu stellen, wenn es um Fleischwurst oder andere Fertigprodukte geht. Und wie so oft ist es am besten, das Ganze selbst in die Hand zu nehmen. So weiß man auch beim Zubereiten der Sauren Lunge, genau was man bekommt.
Welche Zutaten kommen in die Saure Lunge?
Für die Saure Lunge wird frische Lunge und meist auch zusätzlich Herz verwendet. Und zwar vom Kalb, Schwein, Rind oder vom Lamm. Wer Saure Lunge zubereiten möchte, der sollte dies zeitlich gut planen, denn nicht immer sind Innereien überall verfügbar.
Wie komme ich denn an Lunge und Herz zum Saure Lunge selber zubereiten?
Am besten Lunge und Herz beim Metzger seines Vertrauens bestellen. Denn es ist nicht üblich, dass sie in der Fleischtheke vorrätig liegen. Wer dies schon am frühen Morgen, bevor die Schlachtung beginnt tut, der kann seine Bestellung vielleicht sogar noch am selben Tag abholen.
Die Soße für die Saure Lunge
Für die Soße wird eine Einbrenne erstellt. Durch diese erhält die Saure Lunge erst ihren typischen Geschmack. Denn die Einbrenne aus Butter und Mehl, wird mit etwas Sud, in dem die Innereien gekocht wurden, aufgegossen. Dieser enthält das volle Aroma der Innereien und Gewürze und eignet sich deshalb hervorragend dafür.
Mit welchen Beilagen wird die Saure Lunge serviert?
Saure Lunge wird typischerweise mit Semmelknödeln und Preiselbeeren serviert. Wer möchte, der kann sie sich aber auch genauso gut mit Salzkartoffeln, Spätzle, Nudeln oder Reis schmecken lassen. Oder, wie ich es gerne mag, pur.

Alles Super
Ganz lieben Dank, Lutz!
War von dem Rezept beeindruckt werde es sicher wieder machen.
Grüß dich Hans,
das freut mich sehr! Wenn ein Rezept so gut ankommt, dass man es wiederholen möchte, dann habe ich alles richtig gemacht 😊
Liebe Grüße, Anja
Super Rezepte. Kurz, informativ und sehr sympathisch rübergebracht. Bist meine erste Wahl bei der Infosuche für ein Rezept.
Grüß dich Simone,
danke dir für das Vertrauen und die wertschätzenden Worte. Schön, dass du hier fündig wirst, wenn du ein Rezept suchst.
Liebe Grüße, Anja
Wunderbares Rezept und Schritt für Schritt super erklärt. Habe ganz frische Innereien bekommen und mit deiner Hilfe ging’s super von der Hand. Bei Unsicherheit einfach nachgeschaut und schon ging’s wieder locker weiter.!!Dankeschön!!!
Hallo Simone,
das freut mich wirklich sehr zu lesen. Schön, dass du dich so sicher gefühlt hast.
Liebe Grüße, Anja
Ich habe Ihr Rezept für das saure Lüngerl heute sofort ausprobiert mit frischer Lunge und frischem Herz vom heute erlegten Reh. Es schmeckt meinem Mann sehr gut👍 ! Vielen herzlichen Dank für das Rezept
Hallo Stefanie,
frischer geht’s kaum – besseres Ausgangsmaterial kann man sich nicht wünschen. Schön, dass das Rezept euch überzeugt hat und deinem Mann geschmeckt hat.
Liebe Grüße, Anja
ein seltenes rezept-aber super.
Hallo Hajo,
ja, es ist ein selten gewordenes Gericht, aber genau deshalb wollte ich es zeigen. Schön, dass es dir gefällt.
Liebe Grüße, Anja
Hallo Anja,
vielen Dank für das Rezept. Meine Oma hat immer Lüngerl gekocht, das jeder liebte. Sie hatte ihre Rezepte immer im Kopf und leider nicht aufgeschrieben. Da mein Mann es so gern mag, wollte ich ein Lüngerl kochen, welches wie von meiner Oma schmeckt. Ich wusste nur, dass sie es ganz einfach und ohne großen Schnickschnack gekocht hat. Nach einiger Recherche kam ich auf dein Rezept…und wie soll ich sagen: es schmeckt genauso, wie es bei meiner Oma geschmeckt hat. Vielen lieben Dank für das Einstellen des Rezepts. Es erinnert mich unglaublich an meine liebe Oma und wie gut es bei Oma immer geschmeckt hat.
Heute mache ich das Rezept zum 2. Mal… 😉
Liebe Jennifer,
so ein schönes Feedback – gerade wenn ein Rezept Erinnerungen an die eigene Oma weckt. Freut mich riesig, dass mein Lüngerl bei dir genau diesen Geschmack getroffen hat. Ich wünsche dir weiterhin viel Freude beim Nachkochen!
Liebe Grüße, Anja
Ich kenne das Gericht von meiner Oma, gebürtig im Sudetenland. Ich wollte es schon lange mal nachkochen und wusste nicht wie. Gott sei Dank hast du ein Rezept, was meinen Kindheitserinnerungen total entspricht.
Jetzt muss ich nur noch eine möglichst lokale Quelle für die Lunge finden und freue mich dann nunmehr selbst Rentner das so lange entbehrte Gericht nach zu kochen.
Kann bisschen dauern, aber ich melde mich, sobald alles gelungen ist … und den Trick von Lissy werde ich dann auch gleich mal testen, mit Einbrennen stehe bisher immer ein wenig „auf Kriegsfuß“😉
Hau rein Walter und Guten Appetit! Liebe Grüße, Anja