Ein Croissant gehört zu den Backwaren, das bei mir sofort ein kleines Urlaubsgefühl auslöst. Der Duft von frisch gebackenem Blätterteig, die goldbraune Oberfläche und das typische Knuspern beim ersten Biss machen sie zu etwas ganz Besonderem.
Viele verbinden das Croissant mit französischen Bäckereien oder dem gemütlichen Frühstück im Hotel – alles im Urlaub selbstverständlich! Doch dabei lassen sie sich auch in der eigenen Küche wunderbar zubereiten. Ein wenig Zeit und Geduld braucht das Rezept zwar, aber der Aufwand lohnt sich.
Selbst gemachte Croissants schmecken unvergleichlich frisch, buttrig und locker. Mit ein paar Handgriffen und etwas Übung gelingt der Klassiker auch zu Hause – und verwandelt jeden Frühstückstisch in ein kleines Café. Darum knöpfen wir uns hier das Croissant Rezept mal vor…klappt auch für Anfänger!
Zutaten – im Überblick
In diesem Abschnitt führe ich die wichtigsten Zutaten des Rezepts auf. Und erläutere kurz, welche Rolle sie beim Croissant selber machen spielen. Die genauen Mengenangaben findest du in der Rezeptkarte unterhalb.
- Weizenmehl: Das Mehl bildet die Basis des Hefeteigs und sorgt für die nötige Struktur, damit der Teig stabil bleibt und sich gut ausrollen lässt.
- Butter: Sie kommt gleich in zwei Formen zum Einsatz und ist der entscheidende Geschmacksträger. Ein Teil wandert in den Hefeteig, der größere Teil bildet die Butterplatte, die später für die vielen feinen Schichten sorgt.
- Frische Hefe: Sie treibt den Teig an und macht ihn locker und luftig. Durch die Hefe gehen die Croissants beim Ruhen und später im Ofen schön auf.
- Zucker: Der Zucker gibt dem Teig eine leichte Süße und unterstützt die Hefe bei ihrer Arbeit.
- Milch: Die Milch verbindet die Zutaten zu einem geschmeidigen Teig und trägt zu einem feinen Geschmack des Croissant bei.
- Eigelb und Milch zum Bestreichen: Diese Mischung verleiht den Croissants vor dem Backen eine schöne, goldbraune Farbe auf der Oberfläche.
Zubereitung – kompakt erklärt
Dieses Croissant Rezept gliedert sich in drei einfache Hauptschritte. Für mich gehört das Croissantbacken zu den schönsten Küchenprojekten, weil man Schritt für Schritt sieht, wie etwas Besonderes entsteht.
1. Hefeteig herstellen
Zuerst entsteht ein klassischer Hefeteig aus Mehl, aufgelöster Hefe, Zucker, Milch und Butter. Alle Zutaten kommen zusammen in eine Schüssel und werden zu einem glatten Teig verknetet.
Danach ruht der Croissantteig eine Stunde an einem warmen Ort und wandert anschließend noch einmal in den Kühlschrank. In dieser Zeit kann in Ruhe die Butterplatte vorbereitet und ebenfalls gekühlt werden.
2. Croissantteig tourieren und kühlen
Der gekühlte Croissantteig wird rechteckig ausgerollt und mit der vorbereiteten Butterplatte belegt. Danach beginnt das mehrfache Falten und Ausrollen, das sogenannte Tourieren – eine ganz besondere Falttechnik.
Zwischen den einzelnen Touren bekommt der Teig immer wieder Ruhezeiten im Kühlschrank, damit Butter und Teig die richtige Temperatur behalten. Durch dieses schrittweise Arbeiten entstehen die typischen, feinen Schichten im Inneren der Croissants.
3. Croissant formen und backen
Nach der letzten Kühlphase wird der Teig erneut ausgerollt, in Streifen und anschließend in Dreiecke geschnitten. Diese Dreiecke werden von der breiten Seite her aufgerollt und zu Croissants geformt.
Nach einer weiteren Gehzeit bestreichst du die Teiglinge mit der Mischung aus Eigelb und Milch, bevor sie im vorgeheizten Ofen goldbraun gebacken werden. Eines meiner Lieblinge der Gebäck Rezepte auf der Welt – neben Waffeln und den klassischen Zimtschnecken.
Woher stammt das Croissant?
Auch wenn Croissants heute als typisch französisch gelten, liegen ihre Wurzeln vermutlich gar nicht in Frankreich. Der Ursprung führt nach Österreich – genauer gesagt nach Wien. Dort gab es bereits im 17. Jahrhundert ein Gebäck namens „Kipferl“.
Diese halbmondförmigen Hefeteilchen sollen der Legende oder Geschichte nach nach der erfolgreichen Abwehr der Osmanen im Jahr 1683 entstanden sein. Die Form erinnerte an den Halbmond der osmanischen Flagge und wurde so zu einem symbolischen Gebäck.
Erst im 19. Jahrhundert gelangte das Kipferl nach Frankreich. Der Wiener Bäcker August Zang eröffnete 1839 in Paris eine Bäckerei und machte das Gebäck dort bekannt.
Die Franzosen entwickelten das Croissant weiter, verfeinerten den Teig mit viel Butter und machten daraus das, was wir heute als Croissant kennen – ein luftiges, blättriges Gebäck aus touriertem Hefeteig. Das seinen Weg zu uns nach Deutschland gefunden hat.
Und wir sind uns wohl bei einer Sache, unabhängig von der Croissant Herkunft, alle einig: Sie machen sich beim Frühstück wunderbar neben French Toast und einem leckeren Shakshuka. Und das Leben schöner!
Was heißt Croissant?
Das Wort Croissant stammt aus dem Französischen und bedeutet wörtlich übersetzt „Halbmond“. Der Name beschreibt ganz einfach die typische Form des Gebäcks, das wie ein gebogener Mond aussieht. Abgeleitet ist der Begriff vom französischen Verb „croître“, was „wachsen“ bedeutet.
Gemeint ist damit etwas, das zunimmt oder sich ausdehnt – passend zum luftig aufblätternden Teig. Auch in anderen Sprachen wurde der französische Name übernommen, weshalb Croissants weltweit fast überall gleich heißen. Der Begriff steht heute nicht nur für die Form, sondern für das gesamte Gebäck aus buttrigem, touriertem Hefeteig.
Gebäck Rezepte für jeden Anlass
Fehler, die man beim Croissant Rezept vermeiden muss
Croissants wirken auf den ersten Blick kompliziert, aber die meisten Probleme entstehen immer an denselben Stellen. Ein häufiger Fehler ist zu warme Butter. Wenn die Butter beim Tourieren zu weich ist, verbindet sie sich mit dem Teig statt klare Schichten zu bilden. Das Ergebnis sind flache, schwere Croissants ohne die typische Blätterung. Deshalb ist es wichtig, Butter und Teig immer wieder gut zu kühlen.
Auch zu viel Druck beim Ausrollen sorgt für Schwierigkeiten. Wer den Teig zu stark bearbeitet, drückt die Butter heraus oder zerstört die Schichten. Besser ist es, mit ruhigen Bewegungen zu arbeiten und dem Teig zwischendurch ausreichend Ruhezeiten zu gönnen. Geduld zahlt sich hier eindeutig aus.
Ein weiterer Punkt ist die Gehzeit. Werden die geformten Croissants zu kurz gehen gelassen, bleiben sie kompakt und gehen im Ofen nicht richtig auf. Zu langes Gehenlassen ist allerdings ebenfalls ungünstig, weil die Butter dann schmelzen kann. Ein warmer, aber nicht heißer Ort ist ideal.
Auch die Backtemperatur spielt eine große Rolle. Ein nicht ausreichend vorgeheizter Ofen führt dazu, dass die Croissants eher trocknen als aufgehen. Erst die richtige Hitze sorgt für den gewünschten Ofentrieb und die goldbraune, knusprige Oberfläche.
Und zuletzt lohnt sich ein Blick auf die Zutaten. Mit minderwertiger Butter oder zu altem Mehl lässt sich kein wirklich gutes Ergebnis erzielen. Gerade beim Croissant machen hochwertige Zutaten den entscheidenden Unterschied zwischen ordentlich und richtig gut.
FAQs
Was ist ein Croissant auf Deutsch?
Inhaltlich beschreibt ein Croissant ein Gebäck aus touriertem Hefeteig mit hohem Butteranteil. Auf Deutsch lässt es sich als „Butter-Hörnchen“ oder „Halbmondgebäck“ umschreiben. Diese Begriffe werden jedoch kaum verwendet. In Bäckereien und Rezepten bleibt fast immer die Bezeichnung Croissant erhalten.
Sind Blätterteig und Croissant-Teig das Gleiche?
Nein, auch wenn beide Teige geschichtet werden. Blätterteig besteht nur aus Mehl, Wasser, Salz und Butter und enthält keine Hefe. Croissant-Teig dagegen ist ein Hefeteig, der zusätzlich mit Butter touriert wird. Dadurch wird er luftiger und lockerer, während Blätterteig eher knusprig und brüchig ist.
Ist Croissant Teig das Gleiche wie Plunderteig?
Sehr ähnlich, aber nicht komplett identisch. Croissant-Teig ist etwas weniger süß und meist stärker auf den reinen Buttergeschmack ausgelegt. Plunderteig enthält oft mehr Zucker und wird häufiger für gefülltes Gebäck verwendet. Die Technik des Butterziehens ist bei beiden jedoch gleich.
Wo kommt das Croissant ursprünglich her?
Trotz seines französischen Rufes hat das Croissant vermutlich österreichische Wurzeln. Als Vorläufer gilt das Wiener Kipferl. Im 19. Jahrhundert wurde dieses Gebäck nach Frankreich gebracht und dort weiterentwickelt. Die heute bekannte, besonders buttrige und blättrige Form entstand schließlich in Paris.
Ist ein Buttercroissant gesund?
Ein klassisches Buttercroissant ist vor allem ein Genussgebäck und kein Diätprodukt. Es enthält viel Butter und damit Fett, dazu Mehl und Zucker. In Maßen genossen spricht nichts dagegen, regelmäßig sollte es aber eher als besondere Leckerei und nicht als tägliches Grundnahrungsmittel betrachtet werden.
Was ist der Unterschied zwischen Franzbrötchen und Croissants?
Ein Franzbrötchen stammt aus Hamburg und besteht aus einem Plunderteig, der mit Butter, Zucker und Zimt gefüllt und flach gepresst gebacken wird. Croissants sind ungefüllt, deutlich luftiger und werden als Hörnchen geformt. Geschmacklich erinnert ein Franzbrötchen eher an ein süßes Zimtschnecken-Gebäck als an ein klassisches Croissant.
Fazit
Natürlich gibt es noch etliche andere Croissant Varianten – besonders jene mit Füllung, meist greift man zu Schokolade. Im Gegensatz oder Vergleich zu meinem Croissant Grundrezept natürlich auch sehr lecker aber in der Herstellung leicht komplizierter. Auch Mini Croissants sind immer eine feine Sache!
Selbst gemachte Croissants brauchen zwar etwas Zeit, aber jeder einzelne Schritt lohnt sich. Ich finde, der Duft aus dem Ofen und das erste knusprige Croissant machen den Aufwand mehr als wett. Wer Geduld mitbringt, bekommt ein Ergebnis, das mit gekauftem Gebäck kaum zu vergleichen ist.
Und wer auf Gebäck steht, dem empfehle ich nun einen Blick auf spanische Churros oder griechisch-türkische Baklava.
Zutaten und Zubereitung
Croissant selber machen | französisches Rezept
Zutaten
Für den Hefeteig:
- 600 g Weizenmehl (Type 550)
- 1 Prise Salz
- 60 g Butter (kalt)
- 21 g frische Hefe (ist ein halber Würfel)
- 60 g Zucker
- 300 ml Milch (lauwarm)
Außerdem:
- 250 g Butter
- 1 Eigelb (Größe M, zimmerwarm, zum Bestreichen)
- 2 EL Milch (zimmerwarm, zum Bestreichen)
Anleitung
- Für den Teig zuerst die Milch lauwarm erhitzen und die Hefe darin auflösen.
- Mehl, Zucker und Salz in einer Schüssel vermischen.
- Die Hefemilch zugeben und etwas unterrühren.
- Die Butterflocken zugeben und alles zu einem glatten Teig verkneten.
- Den Teig abgedeckt mit Folie oder einem Deckel eine Stunde an einem warmen Ort ruhen lassen. Anschließend für 30 Minuten in den Kühlschrank stellen.
- Währenddessen die Butterplatte vorbereiten. Dafür die 250 g kalte Butter in grobe Stücke schneiden und auf einem Stück Backpapier zu einem Quadrat von etwa 20 x 20 cm anordnen.
- Das Backpapier darüberklappen und die Butter mit dem Nudelholz vorsichtig zu einer gleichmäßigen Platte ausrollen. Die Butterplatte anschließend für etwa 30 Minuten kühlen.
- Den gekühlten Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche zu einem Rechteck von etwa 20 x 40 cm ausrollen.
- Die Butterplatte auf die obere Hälfte legen.
- Den Teig darüberklappen, sodass die Butter vollständig eingeschlossen ist.
- Den Teig um 90 Grad drehen und erneut zu einem Rechteck ausrollen.
- Für die erste Tour den Teig gedanklich in drei Teile teilen, das linke Drittel zur Mitte klappen und das rechte Drittel darüberlegen. Den Teig 30 Minuten kühlen.
- Für die zweite Tour den Teig vorsichtig erneut ausrollen, dabei nur wenig Druck ausüben, damit die Butter im Inneren bleibt.
- Dann das obere Drittel zur Mitte klappen und das untere Drittel darüberlegen.
- Den Teig wieder 30 Minuten kaltstellen.
- Für die dritte Tour den Teig nochmals ausrollen.
- Danach das rechte Drittel zur Mitte klappen, anschließend das linke Drittel darüberlegen. Erneut kühlen. Optional kann nach dem gleichen Prinzip eine vierte Tour durchgeführt werden.
- Den gekühlten Teig ein letztes Mal rechteckig ausrollen .
- Den Teig in Dreiecke schneiden, so dass 10 bis 12 längliche Dreiecke entstehen.
- Die Dreiecke von der breiten Seite her zur Spitze aufrollen und zu Croissants formen.
- Die Croissants mit einem feuchten Tuch oder Folie abgedeckt etwa 45 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen.
- Eigelb und Milch verquirlen und die Croissants vorsichtig damit bestreichen.
- Den Backofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.. Die Croissants auf ein mit Backpapier belegtes Blech setzen und etwa 20 bis 25 Minuten goldbraun backen.
Leckere Croissants dazu Himbeer oder Erdbeermarmelade. Einfach das BESTE 🙂
Hallo Heike,
oh ja — warmes Croissant mit Marmelade ist einfach unschlagbar 😊
Liebe Grüße, Anja
Hallo Anja ich habe mich einmal an Croissants versucht. Ergebnis ein Klumpen aus Butter und irgendwas aus Mehl 🤣 deine gefallen mir aber so gut, vielleicht sollte ich dann doch noch einmal einen Versuch starten 😉
Schönen Tag!
Sabine
Grüß dich Sabine,
ach herrje, das klingt nach einem typischen Croissant-Erlebnis 😄 Aber nicht aufgeben! Mit etwas Geduld und den richtigen Tipps klappt es bestimmt beim nächsten Versuch. Ich drücke dir die Daumen!
Liebe Grüße, Anja
In Deutschland sind 10,5 gr. Hefe ein 1/4 Würfel und nicht ein halber Würfel.
Hallo Gertrud,
vielen Dank für deinen Hinweis! Da hast du natürlich recht – das schaue ich mir nochmal genau an und passe es sofort an. Danke fürs Mitdenken!
Liebe Grüße, Anja