Kaum ein Gebäck ist so eng mit der Weihnachtszeit verbunden wie Spitzbuben Plätzchen. Schon der Duft nach Butter, Vanille und frisch gebackenem Mürbteig löst bei vielen Kindheitserinnerungen aus. Oder geht es euch da anders den meisten?
In unserer Küche lagen die kleinen Doppelkekse früher immer in alten Blechdosen auf dem Schrank, gut versteckt vor (neu)gierigen Händen. Heute gehören sie fest in die Kategorie meiner liebsten Plätzchen Rezepte, gleich neben Vanillekipferl, Butterplätzchen und Zimtsternen.

Spitzbuben Rezept Zutaten – im Überblick
In diesem Abschnitt findest du die wichtigsten Zutaten für Spitzbuben und ihre jeweilige Rolle im Rezept. Die genauen Mengenangaben gibt es in der Rezeptkarte unterhalb.
- Butter: sorgt für den typischen mürben Biss und ist die Grundlage des klassischen Mürbeteigs.
- Mehl: gibt dem Teig Struktur und hält die Plätzchen beim Backen in Form.
- Zucker: bringt die notwendige Süße in den Teig, ohne den feinen Geschmack zu überdecken.
- Eier: verbinden die Zutaten miteinander und machen den Teig gut formbar.
- Gemahlene Mandeln: geben den Spitzbuben ihre leicht nussige Note und unterscheiden sie von einfachen Butterplätzchen.
- Marmelade oder Gelee: bildet die fruchtige Füllung in der Mitte und setzt einen klaren Kontrast zum Teig.
Ich greife hier gerne zu klassischer Himbeer- oder Johannisbeermarmelade, weil sie sich über Jahre bewährt hat. Wobei mein Mann eher Kirschmarmelade oder Erdbeermarmelade für diese Weihnachtsplätzchen favorisiert. Die berühmte Prise Salz kommt bei mir übrigens nicht zum Einsatz
Zubereitung – kompakt erklärt
Mein Spitzbuben Rezept gliedert sich in drei einfache Hauptschritte.
1. Spitzbuben Teig vorbereiten
Alle Zutaten werden zu einem glatten Mürbeteig verarbeitet, der weder klebrig noch bröselig sein sollte. Nach dem Ruhen lässt er sich gleichmäßig ausrollen und gut ausstechen.
2. Plätzchen backen
Die ausgestochenen Teiglinge kommen portionsweise in den Ofen und backen hell und gleichmäßig. Nach dem Backen müssen die Plätzchen vollständig auskühlen, damit sie stabil bleiben.
3. Füllen und zusammensetzen
Jeweils ein Boden erhält eine dünne Schicht Marmelade, anschließend wird die gelochte Hälfte aufgesetzt. So entstehen die typischen Doppelkekse mit sichtbarer Marmeladenfüllung.

Warum du das Rezept nachmachen solltest
Spitzbuben sind ein echter Klassiker, der durch seine Einfachheit besticht. Das Rezept braucht nur wenige Zutaten, die man meist ohnehin im Haus hat: Butter, Mehl, Zucker, Eier und ein bisschen Geduld beim Ausstechen.
Der Aufwand lohnt sich, denn das Ergebnis ist ein Gebäck mit zartem Biss und fruchtiger Füllung – ein Gaumenschmaus, der auf keinem Plätzchenteller fehlen sollte. Besonders praktisch ist auch, dass die Spitzbuben in gut verschlossenen Dosen tagelang frisch bleiben.
So lassen sie sich perfekt vorbereiten, etwa für ein Adventswochenende mit der Familie oder für kleine Geschenke aus der Küche sowie Mitbringsel für Weihnachtsfeiern.

Woher haben Spitzbuben ihren Namen?
Der Name „Spitzbuben“ klingt frech – und das ist kein Zufall. Ursprünglich bezeichnete er kleine Lausbuben, die es faustdick hinter den Ohren hatten.
Vermutlich bekamen die Plätzchen ihren Namen wegen ihrer „durchblickenden Mitte“, also der Marmelade, die augenzwinkernd wie das Auge eines Spitzbuben hervorblitzt.
In Süddeutschland und Österreich gehören sie seit Generationen zur Weihnachtsbäckerei.
Meine Mutter erzählte oft, dass bei ihnen früher die Kinder die Aufgabe hatten, die Löcher in die obere Plätzchenhälfte zu stechen – was natürlich zu hitzigen Diskussionen führte, wer das größte Loch gemacht hatte.
Tipps und Tricks
Damit die Spitzbuben schön mürbe bleiben, sollte der Teig nicht zu lange geknetet werden. Kalte Butter ist hier entscheidend, sonst wird der Mürbeteig zu weich.
Außerdem lohnt es sich, die Plätzchen nach dem Backen vollständig auskühlen zu lassen, bevor man sie mit Marmelade zusammensetzt. Ich lege sie anschließend in Dosen mit Backpapier zwischen den Lagen – so brechen sie nicht und behalten ihre Form.
Und falls beim Backen doch mal ein paar „Unfälle“ passieren: Die zerbrochenen Stücke sind perfekt für eine spontane Kaffee-Pause in der Küche. Das gilt aber auch für andere Weihnachtsgebäck Rezepte wie die berühmten Kokosmakronen oder die nicht minder bekannten Vanillekipferl.

Spitzbuben Varianten
Die klassische Variante wird mit Himbeer- oder Johannisbeergelee gefüllt – die fruchtige Säure passt perfekt zum süßen Teig. Wer es milder mag, greift zu Aprikosenmarmelade, und für experimentierfreudige Bäcker gibt es Füllungen mit Pflaumenmus, Quittengelee oder Orangenkonfitüre.
Besonders hübsch wirkt es, wenn man die Plätzchen mit Puderzucker bestäubt – ein leichter Winterhauch, der sie wie Schneeflocken aussehen lässt.
In meiner Familie ist es Tradition, beim letzten Blech immer ein paar Plätzchen „probeweise“ direkt aus dem Ofen zu naschen – warm und leicht mürbe schmecken sie einfach am besten.
Die drei Kardinalfehler bei Spitzbuben
Ein häufiger Fehler ist es, die Plätzchen zu dünn auszurollen – dann bröseln sie schnell. Der zweite: zu heißes Backen.
Eine moderate Backtemperatur sorgt dafür, dass sie gleichmäßig goldgelb werden.
Und drittens: die Marmelade zu heiß auftragen. Sie zieht dann in den Teig ein und weicht ihn auf. Oma hatte dafür immer einen Trick: erst, wenn die Kekse vollständig ausgekühlt waren, kam die Füllung drauf – so blieben sie tagelang perfekt in der Plätzchendose (die eigentlich eine ausgemusterte Keksdose war)
FAQs
Wie nennt man Spitzbuben in Deutschland?
Je nach Region heißen sie auch Linzer Augen, Hildabrötchen oder Ochsenaugen.
Was ist der Unterschied zwischen Linzer Augen und Spitzbuben?
Spitzbuben werden meist mit heller Marmelade wie Aprikose oder Himbeere gefüllt, Linzer Augen dagegen klassisch mit rotem Johannisbeergelee und enthalten häufig gemahlene Haselnüsse im Teig.
Wie lange müssen Spitzbuben trocknen?
Etwa 24 Stunden in einer Blechdose reichen, damit sich die Aromen verbinden und der Teig mürbe bleibt.
Welchen Teig verwendet man für Spitzbuben?
Ein klassischer Mürbeteig aus Mehl, Butter, Zucker, Eiern und Mandeln – er sorgt für den typischen Biss.
Welche Ausstecher für Spitzbuben?
Am schönsten sind runde oder herzförmige Ausstecher mit Loch in der Mitte – der Fantasie sind aber keine Grenzen gesetzt.
Fazit
Spitzbuben gehören zu den Marmeladenplätzchen, die man einmal im Jahr backt und sich jedes Mal fragt, warum nicht öfter. Sie sind einfach herzustellen, lange haltbar und bringen mit ihrer feinen Kombination aus Mürbeteig, Mandeln, Vanille und Marmelade echte Freude auf den Tisch.
Außerdem sind sie ein schönes Familienprojekt, das beim Backen generationsübergreifend verbindet – vom Teigausrollen bis zum Verzieren. Für mich gehören sie in jede Adventsdose – und ganz ehrlich: ein paar überstehen die Weihnachtszeit sowieso nie.
Falls du gerne weiter schmökern magst schau gerne bei den Rezepten zu Gebrannte Mandeln oder den Feenküssen vorbei.
Zutaten und Zubereitung
Spitzbuben | klassisches Weihnachtsgebäck
Zutaten
- 400 g Weizenmehl
- 190 g Zucker (feiner)
- 220 g Butter
- 2 Eier
- 120 g gemahlene Mandeln
- Zum Füllen gute Marmelade oder Gelee (Himbeerkonfitüre
- Zum Wenden Vanillezucker
Anleitung
- Mehl, Zucker, gemahlene Mandeln und gewürfelte Butter auf ein Backbrett geben, eine Mulde eindrücken und die Eier in die Mulde schlagen.
- Mit zwei Teigkarten die Butter und die Eier unter das Mehl arbeiten.
- Alle Zutaten rasch mit der Hand oder einem Knethaken zu einem glatten Teig verkneten (bis ein homogener Teig entstanden ist), diesen zu einer Kugel formen, in Frischhaltefolie wickeln und für 1 Stunde in den Kühlschrank legen.
- Den Backofen auf 190 bis 200 Grad Ober- Unterhitze vorheizen, den Teig portionsweise (den restlichen Teig wieder in den Kühlschrank legen) mit einem Nudelholz auf einer bemehlten Arbeitsfläche ausrollen (zirka 3 mm dick).
- Im nächsten Schritt kommt der Spitzbuben Ausstecher zum Zuge: kleine runde Plätzchen ausstechen und aus jedem zweiten Plätzchen noch einen kleinen Kreis in der Mitte oder drei kleine Kreise ausstechen, sodass man jeweils eine Unterseite und eine Oberseite mit Loch erhält.
- Die Plätzchen auf dem Backblech mit Backpapier auf der mittleren Schiene im Backofen für ein paar Minuten (bitte dabei bleiben!) lichtgelb backen und die Oberseiten mit "Guckloch" noch heiß in Vanillezucker wenden, die unteren Plätzchen nach dem Abkühlen mit Marmelade bestreichen und dann zusammensetzen.
- Dann gerne gleich servieren.

Richtig lecker 😋
Linzer Sterne ⭐️ so wie sie bei uns genannt werden 😊 müssen einfach jedes Jahr zur Weihnachtszeit gebacken werden ist schon Tradition 😉
Ich bin auch immer noch auf der Suche nach einem guten Rezept für Nougatstangen. Vielleicht hast du da ja was im Programm 😉?
Schöne besinnliche Zeit
Johanna
Servus Johanna,
Linzer Sterne gehören für mich auch jedes Jahr dazu – echte Weihnachtsklassiker mit Tradition. Nougatstangen stehen tatsächlich schon länger auf meiner Liste, da könnte also noch was kommen 😉
Liebe Grüße, Anja
Deine Rezepte sind einfach spitze. Weiterhin viel Erfolg. 👍🏼
Hallo Gabi,
vielen Dank für dein liebes Feedback. Genau dafür mache ich die Rezepte so, wie sie sind – unkompliziert, nachvollziehbar und alltagstauglich.
Liebe Grüße, Anja