Bärlauchöl selber machen | einfaches Rezept

Bärlauchöl selber machen | einfaches Rezept

Wenn im Frühjahr der erste frische Bärlauch in der Küche liegt, wandert ein Teil davon bei mir fast automatisch ins Öl. Bärlauchöl gehört zu den Dingen, die sich ohne großen Aufwand vorbereiten lassen und später erstaunlich oft zum Einsatz kommen.

Schon während das Öl zieht, entwickelt sich ein intensiver Duft, der sofort an die kurze Bärlauchsaison erinnert. Genau das mag ich daran: Man fängt sich dieses frische Aroma ein und kann es auch noch Wochen später nutzen, wenn der Bärlauch längst wieder verschwunden ist.

Im Alltag greife ich dann immer wieder darauf zurück. Ein paar Tropfen über Salat, zu Ofengemüse oder einfach auf ein Stück Brot – mehr braucht es oft gar nicht. Gerade solche kleinen Ergänzungen machen für mich den Unterschied, weil sie einfache Gerichte direkt aufwerten, ohne dass zusätzlicher Aufwand entsteht.

Zutaten – im Überblick

In diesem Abschnitt führe ich die wichtigsten Zutaten des Rezepts auf. Und erläutere kurz, welche Rolle sie im Bärlauchöl Rezept spielen. Die genauen Mengenangaben findest du in der Rezeptkarte unterhalb.

  • Frischer Bärlauch liefert das Aroma und gibt dem Öl seine typische, würzige Note. Je nach Qualität fällt der Geschmack intensiver oder milder aus, deshalb greife ich hier möglichst zu frischen, kräftigen Blättern.
  • Olivenöl bildet die Basis und nimmt die Aromen des Bärlauchs auf. Eine milde Variante passt besonders gut, weil sie den Geschmack unterstützt, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.
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Zubereitung – kompakt erklärt

Dieses Rezept für selbstgemachtes Bärlauchöl gliedert sich in drei einfache Hauptschritte.

1. Bärlauch vorbereiten

Zuerst den Bärlauch gründlich waschen und vollständig trocknen. Dieser Schritt entscheidet über die Haltbarkeit, deshalb lieber etwas mehr Zeit einplanen.

2. Öl ansetzen

Die grob zerkleinerten Blätter in ein Gefäß geben und vollständig mit Öl bedecken. Darauf achten, dass keine Pflanzenteile herausragen, damit sich das Aroma gleichmäßig entwickeln kann.

3. Ziehen lassen und abfüllen

Das Gefäß verschlossen an einem kühlen, dunklen Ort stehen lassen. Nach der gewünschten Ziehzeit das Öl abseihen und in eine saubere Flasche füllen, damit du es direkt verwenden kannst. Bärlauchblätter gerne entsorgen.

Weitere feine Bärlauch Rezepte auf meinem Blog sind das berühmte Bärlauchpesto, die beim Angrillen im Frühling beliebte Bärlauchbutter sowie die feine Bärlauchsuppe.

Welches Öl für Bärlauchöl verwenden?

Für Bärlauchöl greife ich fast immer zu einem milden Olivenöl. Es bringt eine angenehme Basis mit, ohne sich zu stark in den Vordergrund zu drängen. Genau das ist wichtig, damit der Bärlauchgeschmack klar durchkommt und nicht vom Öl überlagert wird.

Ein sehr intensives, kaltgepresstes Olivenöl kann den Geschmack schnell dominieren. Deshalb lieber eine etwas mildere Variante wählen, die den Bärlauch unterstützt, aber nicht überdeckt. Gerade bei solchen einfachen Zubereitungen merkt man sofort, wenn ein Bestandteil zu stark heraussticht.

Alternativ funktionieren auch neutrale Öle wie Rapsöl oder Sonnenblumenöl. Die halten sich komplett im Hintergrund und lassen dem Bärlauch den gesamten Auftritt. Sie eignen sich besonders gut um Lebensmittel bei Pfannengerichten scharf anzubraten.

Ich persönlich bleibe meistens beim Olivenöl, weil es für mich geschmacklich einfach am besten passt und für meine Zwecke (Salate) bestens einsetzbar ist.

Welche Fehler beim Bärlauchöl vermeiden?

Beim Bärlauchöl sind es oft kleine Dinge, die am Ende einen großen Unterschied machen. Gerade weil die Zubereitung so simpel ist, fallen Fehler schneller auf.

Ein häufiger Punkt ist zu viel Feuchtigkeit. Wenn der Bärlauch nach dem Waschen nicht richtig trocken ist, verkürzt sich die Haltbarkeit deutlich. Ich nehme mir dafür immer ein paar Minuten mehr Zeit, weil sich das später wirklich auszahlt. Nutzt gerne auch eine Salatschleuder.

Auch die Lagerung spielt eine Rolle. Steht das Öl zu warm oder zu hell, verliert es schneller an Aroma. Ein kühler, dunkler Platz sorgt dafür, dass sich der Geschmack gleichmäßig entwickeln kann.

Wichtig ist außerdem, dass der Bärlauch komplett vom Öl bedeckt ist. Ragen Teile heraus, können sie schneller verderben. Das lässt sich leicht vermeiden, indem man beim Einfüllen darauf achtet.

Und zuletzt: Geduld beim Ziehen lassen. Zu kurz angesetzt bleibt das Aroma schwach, zu lange kann es kippen. Nach ein bis zwei Wochen passt es für mich meistens genau, je nachdem wie intensiv das Öl werden soll.

Für was kann man Bärlauchöl verwenden?

Bärlauchöl lässt sich im Alltag erstaunlich vielseitig einsetzen. Ich greife immer dann dazu, wenn ein Gericht noch eine frische, würzige Note vertragen kann.

Besonders gut passt es über Salate oder Ofengemüse. Ein kleiner Schuss reicht oft schon aus, um mehr Geschmack auf den Teller zu bringen. Auch zu Kartoffeln funktioniert es richtig gut, egal ob als Ofenkartoffel oder Bratkartoffeln – weniger beim Püree…

Auf einem frischen Stück Brot kommt das Aroma ebenfalls gut zur Geltung. Gerade in Kombination mit etwas Butter oder Frischkäse entsteht schnell eine einfache, aber richtig gute Kleinigkeit mit feiner Knoblauchnote.

Beim Grillen nutze ich es gern als Finish über Fleisch oder Gemüse. Das hebt den Geschmack noch einmal an, ohne dass viel zusätzlicher Aufwand entsteht.

FAQ zum Bärlauchöl

Für was kann man Bärlauchöl verwenden?

Ein Hauch Bärlauchöl passt zu Salaten, Suppen, Pasta Gerichten, Ofengemüse und Kartoffelgerichten. Auch auf frischem Brot oder als Finish beim Grillen kommt das Aroma gut zur Geltung.

Wie lange hält sich selbstgemachtes Bärlauchöl?

Im Kühlschrank hält es sich etwa ein bis zwei Wochen. Entscheidend ist, dass der Bärlauch gut getrocknet war und vollständig vom Öl bedeckt ist.

Wie lagert man Bärlauchöl richtig?

Am besten kühl und dunkel lagern, idealerweise im Kühlschrank. So bleibt das Aroma erhalten und die Haltbarkeit verlängert sich.

Kann man Bärlauchöl erhitzen?

Ja, aber nur vorsichtig. Zu hohe Hitze nimmt dem Öl schnell das Aroma, deshalb eher zum Verfeinern als zum scharfen Anbraten verwenden.

Kann man Bärlauchöl einfrieren?

Das ist möglich, zum Beispiel portionsweise in Eiswürfelformen. So lässt sich das Öl später gut dosieren.

Wie gesund ist Bärlauchöl?

Bärlauch enthält wertvolle Inhaltsstoffe und wird oft als würzige Ergänzung in der Küche geschätzt. Das Öl selbst sollte wie jedes Öl in normalen Mengen verwendet werden.

Fazit

Ich bereite Bärlauchöl jedes Jahr in der Saison zu, weil es sich vielseitig einsetzen lässt und ohne großen Aufwand entsteht. Das Aroma bleibt lange erhalten und passt zu vielen einfachen Gerichten. Ein sehr leckeres Kräuteröl mit einem Hauch von Knoblauch.

Passiert bei mir eigentlich an einem Vormittag im Frühjahr, wenn ich gleichzeitig noch Bärlauchbrot backe und die Hitze im Ofen fürs Bärlauchsalz Rezept nutze.

Zutaten und Zubereitung

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Bärlauchöl selber machen | einfaches Rezept

Bärlauchöl selber machen: frisches Aroma aus der Frühlingsküche. Mit Tipps zur Zubereitung, Haltbarkeit und Verwendung vielseitig einsetzbar.
Vorbereitungszeit10 Minuten
Zubereitungszeit10 Minuten
Gesamtzeit20 Minuten
Gericht: Beilage, Öl
Küche: International
Stichwort: einfach, erprobt, frühlingshaft, gelingsicher, gesund, lecker, schnell
Portionen: 1 Portionen
Kalorien: 4096 kcal
Autor: Anja Würfl

Zutaten

  • 100 g frischer Bärlauch
  • 500 ml Olivenöl

Anleitung

  • Den Bärlauch gründlich unter kaltem Wasser waschen, damit kein Schmutz oder Sand zurückbleibt.
  • Anschließend zwischen zwei Küchentüchern sorgfältig trocknen, da Feuchtigkeit die Haltbarkeit beeinträchtigt.
  • Die Bärlauchblätter grob zerkleinern, die Stiele können mitverwendet werden.
  • Den geschnittenen Bärlauch in ein sauberes, hohes Glasgefäß geben.
  • Mit Olivenöl vollständig bedecken, sodass keine Pflanzenteile mehr aus dem Öl herausragen. Das Gefäß verschließen und an einem kühlen, dunklen Ort bis zu 1 Woche, je nach gewünschter Intensität, ziehen lassen.
  • Danach das Bärlauchöl durch ein feines Sieb oder Passiertuch abgießen, in eine saubere Flasche füllen und kühl lagern.

Nährwerte (pro Portion)

Kalorien: 4096 kcal | Kohlenhydrate: 15 g | Protein: 1 g | Fett: 456 g | Gesättigte Fettsäuren: 63 g | Mehrfach ungesättigte Fettsäuren: 48 g | Einfach ungesättigte Fettsäuren: 333 g | Natrium: 9 mg | Kalium: 5 mg | Fasern: 2 g | Zucker: 3 g | Vitamin A: 1700 IU | Vitamin C: 12 mg | Kalzium: 65 mg | Eisen: 5 mg

12 Kommentare

  1. Avatar
    Laura B.

    5 Sterne
    Wir lieben alles was mit Bärlauch zu tun hat 😉 Egal ob Butter, Pesto, Öl… immer gerne her mit den leckeren Rezepten

    Laura

    • Anja Würfl
      Anja Würfl

      Liebe Laura,

      Bärlauch hat im Frühjahr einfach etwas Besonderes 😊 Gerade Öl, Butter oder Pesto gehen bei uns auch jedes Jahr wieder schnell weg.

      Freut mich sehr, dass du genauso ein Fan davon bist 🙂

      Liebe Grüße
      Anja

  2. Avatar
    Katrin die Kräuterhexe :) :) :)

    5 Sterne
    Hallo Anja ich bin auch eine alte Kräuterhexe 😉 Experimentiere gerne mit Öle und Gewürzen. Das Bärlauchöl muss jährlich einfach immer sein und gehört schon zum Standart 🙂 Mit deinem Tipp, dass der Bärlauch wirklich trocken sein muss, liegst du vollkommen richtig. Bei meinen anfänglichen Flaschen hatte ich nicht drauf geachtet und wunderte mich immer, wieso das nicht klappt… Deshalb guter Tipp und weiter so 😉
    Es grüßt aus dem Wald die Kräuterhexe – Katrin (hihihi)

    • Anja Würfl
      Anja Würfl

      Grüß dich Katrin,
      das klingt nach richtig viel Erfahrung 🙂 Und ja, das mit dem Trocknen ist wirklich entscheidend. Danke dir fürs Teilen!

      Liebe Grüße, Anja

  3. Avatar
    Marion Ubbenhorst

    Danke für das Rezept für das Bärlauch Öl werde es nach machen. Ich liebe Bärlauch. Danke

    • Anja Würfl
      Anja Würfl

      Grüß dich Marion,
      sehr gerne 🙂 Viel Spaß beim Nachmachen!

      Liebe Grüße, Anja

  4. Avatar
    Schwerdtfeger Günter

    5 Sterne
    Danke für das ausführliche und tolle Rezept zum Bärlauchöl. Ich hätte den Fehler gemacht, den Bärlauch nicht lange genug zu trocknen.
    Danke Anja

    • Anja Würfl
      Anja Würfl

      Grüß dich Günter,
      freut mich sehr, dass dir das Rezept geholfen hat und du dir den Schritt mit dem Trocknen so bewusst mitnimmst!

      Liebe Grüße, Anja

  5. Avatar
    Peter

    Sehr anregend. Leider habe ich keinen dunklen kühlen Ort außer mein Kühlschrank, hat sogar eine 0 Grad Zone. Geht das trotzdem?
    LG Peter

    • Anja Würfl
      Anja Würfl

      Hallo Peter,
      ja, das funktioniert auch im Kühlschrank problemlos. Wichtig ist einfach, dass es kühl und lichtgeschützt steht, und das ist dort ja gegeben.

      Liebe Grüße, Anja

  6. Avatar
    Mechthild

    5 Sterne
    Hallo liebe Anja, ich würde so gern einmal Kräuteröl versuchen, aktuell natürlich Bärlauch. Aber ich habe so oft Artikel gelesen, die davor aufgrund Botulismus warnen. Man müsse besondere Vorsichtsmaßnahmen ergreifen. Das hat mich so verängstigt, dass ich mich nicht traue, selbst zu versuchen. Ich habe einst eine Frau in der Klinik erlebt, die verstarb. Das werde ich nie vergessen. Auch, wenn die grundsätzliche Gefahr sehr gering ist. Vielleicht kannst du mich ja beruhigen. 🥹

    • Anja Würfl
      Anja Würfl

      Servus Mechthild,
      das Thema wird tatsächlich immer wieder angesprochen. Wichtig ist vor allem, sauber zu arbeiten und den Bärlauch wirklich gut zu trocknen, bevor er ins Öl kommt. Wenn das beachtet wird, bewegt man sich in einem sicheren Rahmen. Deine Vorsicht ist absolut verständlich, aber mit den richtigen Schritten lässt sich das gut umsetzen.

      Liebe Grüße, Anja

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