sloppy joe burger rezept - die frau am grill

Sloppy Joe Burger: der schlampig-schnelle Burger für Groß und Klein

sloppy joe burger rezept - die frau am grill

Es muss im Jahr 1997 gewesen sein. Damals, nach dem Abitur, bin ich mit drei Freunden in die USA geflogen. Um von St. Louis aus mit einem Van einen sechswöchigen Trip durch die Staaten zu unternehmen. In unserem „Basislager“, bei Freunden in besagter Großstadt im mittleren Westen, wurde uns von der Mutter eines Abends ein Topf mit dampfender, dickflüssiger Soße vorgesetzt. Dazu weiche, nicht krosse Burger Buns. Es hieß: die Soße zwischen die Burger Brötchen geben und herzhaft abbeißen. Das war, vor über zwanzig Jahren, meine erste Begegnung mit dem Sloppy Joe Burger.

Der Name ist beim diesem Burger Programm:

Sloppy Joe bedeutet soviel wie schlampiger Joe. Und das trifft auf dem Sloppy Joe Burger wahrlich zu: Zum einen klatscht man ganz schlampig die Soße zwischen zwei Burger Buns. Zum anderen wird’s eine schlampige Angelegenheit, weil schon einiges an Soße heraustropfen wird.

Der Sloppy Joe Burger – ein amerikanische Bolognese Burger?

Damals dachte ich mir: das ist ja nichts anderes als ein Burger mit Bolognese Sauce – wie ich sie vom heimischen Spaghetti-Essen her kannte. Abgesehen davon, dass die Bolognese Sauce (die ja nur bei uns Bolognese Sauce heißt und in Italien unter „Ragu alla Bolognese“ läuft) doch noch ein wenig anders zubereitet wird. Darin finden sich nämlich in den seltensten Fällen Ketchup, Worcester Sauce oder Essig wieder.

Aber sei’s drum: Zumindest von der Optik her – ein Blick auf die Bilder in diesem Beitrag machen es deutlich – besteht eine Verwechslungsgefahr mit der uns bekannten Bolognese Sauce. Ach ja: auf die Sloppy Joe Sauce gehe ich hier in diesem Beitrag übrigens nicht ein – denn dazu haben wir ja bereits hier im Magazin einen Artikel (Sloppy Joe Sauce). Aber das Rezept dazu wird natürlich unterhalb nochmals im Rezept-Formular zum Download aufgeführt.

sloppy joe burger - die frau am grill

Der große Unterschied zwischen beiden Saucen

Wie bereits erwähnt unterscheiden sich die Soße für den Sloppy Joe Burger und die Bolognese Sauce aufgrund ihrer Zutaten. Was aber noch hinzu kommt: eine total unterschiedliche Zubereitungszeit! Während eine gute Bolognese Sauce Stunden köchelt, ist die Sloppy Joe Sauce ratzfatz zubereitet. Mit 45 Minuten Kochzeit (nachdem sich alle Zutaten im Topf befinden) eine wirklich schnelle Nummer.

Das perfektes Party Food

Aus dem Grund ist der Sloppy Joe Burger auch das perfekte Party-Food wenn’s schnell gehen muss, denn: Zum einen lässt sich die Soße ja vorbereiten und, wenn benötigt, auch sehr flott erhitzen. Zum anderen: Wer hat schon Lust sich für den Mitternachtssnack auf einer Party nochmals zwei Stunden in die Küche zu stellen. Gleiches gilt für den Kindergeburtstag: wenn man sich als Eltern vorrangig ums Aufpassen und Entertainment der lieben Kleinen kümmern muss, dann ist eine Pfanne voll mit warmer Sloppy Joe Soße und ein paar Burger Buns eine willkommene Arbeitserleichterung. Ach ja, die Sloppy Joe Sauce bietet sich auch als Taco-Füllung an:

sloppy joe in tacos - die frau am grill

Eine „batzige“ Angelegenheit

Man kann es sich bestimmt vorstellen: Der Sloppy Joe Burger ist, noch mehr als seine Artgenossen, eine sehr „batzige“ Angelegenheit. Heißt: Die Soße läuft rechts und links sowie hinten und vorne gerne mal heraus. Servietten beiseitelegen.

Auf die Konsistenz der Sauce kommt es an!

Und damit nicht all zuviel Soße aus dem Sloppy Joe Burger entweicht, sollte die Soße maximal dickflüssig sein. Wie das gelingt: So lange köcheln lassen, bis viel Flüssigkeit und Feuchtigkeit entwichen ist. Die Kunst dabei: die Soße nicht anbrennen zu lassen. Hierfür gibt’s zwei Tipps:

Sachte Köcheln lassen – wir sind nicht auf der Flucht

Das ist sehr wichtig! Denn sonst habt ihr einen Bodensatz im Topf, den ihr schwerlich heraus bekommt. Und der Geschmack nach Verbranntem bereichert den Sloppy Joe Burger wahrlich nicht! Also mit maximal mittlerer Hitze am Herd operieren.

Und das Umrühren nicht vergessen

Oder vielmehr: Andauernd umrühren. So alle fünf Minuten. Denn nach jedem Umrühren werden die festen Bestandteile der Soße Richtung Süden, sprich nach unten wandern. Und obenauf befindet sich die Flüssigkeit. Das ist einerseits gut so, denn die Flüssigkeit kann verdampfen. Nur ohne Flüssigkeit am Boden brennt euch sonst alles an. Also: Immer ein bisschen umrühren und im Auge behalten!

Wie schmeckt dieser Sloppy Joe Burger überhaupt?

Süß und leicht säuerlich. Die süße Note bekommt er vom Ketchup, das ja nicht zu knapp bei der Zubereitung in den Topf wandert. Die Säure vom Essig. Und die Würze von der Worcester Sauce.

Burger Buns kaufen oder selber machen?

Das bleibt euch überlassen. Für einen solchen "Quickie-Burger" muss man sich vielleicht nicht Burger Buns selber machen. Die weichen vom Discounter tun es hierfür allemal. Wer aber die Zeit und Muse besitzt: Hey, ich will euch nicht aufhalten. Und übrigens, es müssen nicht unbedingt Burger Buns sein. Okay, wenn es ein Sloppy Joe Burger sein soll, dann schon. Aber die Soße passt auch wunderbar zwischen zwei Scheiben weiches Toastbrot! Und eignen sich auch um mit Tortilla Chips gegessen zu werden:

sloppy joe mit tortilla chips - die frau am grill

Die Burger Buns doch anrösten?

Das ist nun die große Frage beim Sloppy Joe Burger. So wie ich den Burger kennen gelernt habe: Ein klares „Nein“. Was natürlich dazu führt, dass eine zu flüssige Soße die Buns in Kürze sehr stark aufweicht und schnell in ihre Einzelteile zerlegen kann. Der Vorteil, wenn man den Burger aber rasch verputzt: Beim In-die-Hand-nehmen geben die Burger Buns nach und umspielen somit den Inhalt des Burgers. Versucht das mal mit stark angerösteten Buns: Da drückt es euch die Soße an allen Seiten heraus. Welchen Weg ihr geht: „Your call“ würde der Amerikaner sagen, also eure Entscheidung.

Erweiterungsoptionen gibt es einige

Was ich verstehen könnte ist, wenn jemand sagt: „Nur Hackfleischsoße zwischen zwei Burger Buns? Nein, das ist mir zu langweilig“. Akzeptiert! Dann startet mit einem frischen grünen Salatblatt auf der unteren Hälfte vom Burger Bun. Gefolgt von der Sloppy Joe Sauce. Darauf vielleicht Essiggurken-Scheiben oder um die Sache zu verschärfen vielleicht Jalapeno-Stückchen? Tomatenscheiben, krosser Speck und auch eine Scheibe Käse können den Burger-Bau beschließen, bevor der Burger-Bau mit dem Aufsetzen des oberen Burger Buns vollendet wird. Ihr seht: der Kreativität sind beim Sloppy Joe Burger wenig Grenzen gesetzt. Was mir jetzt noch einfällt: Genial schmeckt die Sauce auch als Pizzafüllung: bei der Sloppy Joe Calzone Pizza:

sloppy joe pizza calzone - die frau am grill

Die Soße einfrieren? Das ist kein Problem!

Wer um die Ecke denkt und Platz in der Gefriertruhe hat: gleich ein wenig mehr Soße zubereiten und einfrieren. Denn: kommt überraschender Besuch ist sie gleich aufgetaut. Und ganz ehrlich: ich bin mir sicher, dass sie auch als Pasta-Sauce eine gute Nummer abgibt. Serviert sie vielleicht nur keinem Italiener oder Pasta-Fanatiker…

sloppy joe burger rezept pinterest - die frau am grill

Das Fazit zu diesem Fastfood

Für Gourmets wird der Sloppy Joe Burger immer ein Hinterwäldler bleiben. Klar, alleine optisch kann er schon nicht mit irgendwelchen Deluxe-Burger-Kompositionen mithalten. Doch gebt jenen Gourmets mal auf einer Party, wenn gegen Mitternacht der zweite Hunger kommt, mal die Aussage, dass es nichts mehr zu futtern gibt. Dann würden sie ein Königreich für einen Sloppy Joe Burger offerieren. Sprich: Der Sloppy Joe Burger ist sicherlich kein vollwertiges Essen. Aber eine schnelle und wirklich leckere Nummer – wenn es eben mal flott gehen muss. Und in solchen Situationen befinden wir uns ja das eine oder andere Mal.

sloppy joe burger rezept - die frau am grill
Rezept drucken Rezept Pinnen
5 von 2 Bewertungen

Sloppy Joe Burger: der schlampig-schnelle Burger für Groß und Klein

Sloppy Joe Burger Rezept
Vorbereitungszeit10 Min.
Zubereitungszeit45 Min.
Arbeitszeit1 Std. 5 Min.
Gericht: Hauptgericht
Land & Region: Amerikanisch
Keyword: einfach, lecker
Portionen: 10 Portionen
Autor: Matthias Würfl

Zutaten

  • 10 Burger Buns
  • 1 kg Rinderhack
  • 2 EL mittelscharfer Senf
  • 2 große Zwiebeln
  • 2 Paprika (rot und grün)
  • 2 EL Kräuteressig
  • 2 EL Worcestershire Sauce
  • 200 ml Wasser
  • 500 ml Ketchup
  • 3 EL Sonnenblumenöl
  • 1 Prise Salz
  • 1 Prise Pfeffer

Anleitungen

  • Zwiebeln und Paprika sehr klein schneiden.
  • Das Hackfleisch im Öl anbraten, bis es in ganz kleine Klümpchen zerfallen ist und das ausgetretene Wasser verdampft ist.
  • Paprika und Zwiebeln zugeben und andünsten.
  • Das Ketchup, die Worcestershire Sauce, den Senf, den Essig und das Wasser zugeben und alles leicht köcheln lassen, bis eine cremige Masse entsteht, die weder zu trocken noch zu suppig ist.
  • Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  • Nun die Sauce auf die Buns geben und genießen!

Was hältst Du von diesem Beitrag?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Rezept Bewertung




*