Rehkeule am Spieß - die frau am grill - carsten bothe

Rehkeule vom Spieß – so gelingt sie am Lagerfeuer

Vor kurzem gab’s hier bei uns im Magazin einen Beitrag zum Thema Rehkeule mit Waldpilzen. In diesem Artikel widmen wir uns einer weiteren Zubereitungsart. Es gibt: Rehkeule vom Spieß – am offenen Feuer gegrillt! Und das passt auch zur Jahreszeit: Zum Auftakt der Bockjagd ist in vielen Jagdrevieren auch das erste Grillen angesetzt.

Wie wäre es also mit einer Rehkeule vom Spieß? Es muss ja nicht diese hier verwendete Ausrüstung sein, ein einfacher Spießmotor aus dem Baumarkt tut es genauso – doch dazu im folgenden Absatz mehr.

Zur Ausrüstung für die Rehkeule vom Spieß

Dieser Bratenwender (siehe Bild unterhalb) ist in Frankreich und Italien weit verbreitet. Er wird heute noch genauso gefertigt wie vor 100 oder 200 Jahren. Der Herzstück ist ein Uhrwerk, das mit einem Schlüssel aufgezogen wird und dann etwa 20 Minuten den Spieß dreht. Zwei Minuten bevor der Spieß stehen bleibt, ertönt eine Klingel und mahnt zum erneuten Aufziehen.

 

Bratenwender für offenes Feuer - die frau am grill - carsten bothe
Mit diesem Bratenwender arbeitet Autor Carsten Bothe. Aber auch mit einem Drehspieß aus dem Baumarkt lässt sich die Rehkeule zubereiten. (Foto: Carsten Bothe)

Unter dem Spieß steht eine Auffangschale für die Bratensäfte, und diese wird zum Feuer hin durch ein Blech abgeschirmt, da die Strahlungshitze des Feuers den Bratensaft anbrennen lassen würde.

Ein Flambadou ist für das Nappieren mit Fett vorgesehen. Dieser Eisenkonus wird in das Feuer gelegt und rotglühend erhitzt. Dann kommt grüner Speck in den Konus, der durch die Hitze augenblicklich schmilzt und brennend auf das Fleisch tropft.

Flambadou - Rehbraten - Lagerfeuer - die frau am grill - carsten bothe
Mit dem Flambadou wird flüssiger Speck über den Braten gegeben. (Foto: Carsten Bothe)

Ein Blick auf die Zutaten

Derer sind es gar nicht so viele:

  • 1 Rehkeule
  • Frische Kräuter (Petersilie, Schnittlauch, Bärlauch)
  • Pfeffer und Salz
  • Grüner Speck (der gesalzene, nicht der geräucherte fette Nackenspeck vom Schwein)
Zutaten Rehkeule vom Spieß - die frau am grill -carsten bothe
Die Zutaten für die Rehkeule. Nur der grüne Speck hat sich kurzfristig aus dem Staub gemacht…
Grüner Speck - die frau am grill - carsten bothe
…kam aber nicht weit. (Fotos: Carsten Bothe)

So gelingt die Rehkeule vom Spieß perfekt

  • Zunächst entbeint man die Keule und legt diese flach aus. Achtung: Die Knochen nicht entsorgen, sie eigenen sich wunderbar für einen Wildfond.
  • Salzt und pfeffert die Rehkeule und würzt diese mit reichlich frischen Kräutern. Anschließend die Keule zu einer möglichst gleichmäßigen Rolle zusammen binden. Diese auf dem Spieß befestigen.
  • Lasst das Fleisch so weit vor einem Feuer aus Hartholz entfernt drehen, dass man die Hand wegziehen muss, wenn man diese drei Sekunden lang vor den Braten hält. Das Tropfblech schirmt man am besten vor der Hitze des Feuers ab, damit die Säfte nicht anbrennen.
  • Den Flambadou bereits jetzt unten in die Glut unter das Feuer platzieren, damit er bis zur Rotglut erhitzt wird.
  • Sobald der Braten eine Zeit lang vor dem Feuer gegart hat und sich die Oberfläche verändert und braun wird, ist es Zeit für das erste Nappieren mit dem Fett. Dazu nehmt ihr den glühenden Flambadou aus dem Feuer und gebt einen Streifen grünen Speck hinein. Er wird sofort schmelzen, sich entzünden und brennend auf den Braten tropfen. Bewegt dabei den Flambadou so, dass möglichst viel von dem Braten mit dem Fett beträufelt wird.
  • Die Behandlung mit dem Fett einige Male wiederholen, bis der Braten innen eine Kerntemperatur von 65 °C aufweist. Dann ist er noch ganz leicht rosa, noch saftig aber schon so weit durch, dass auch Damen ihn essen mögen.

Die Beilagen zu diesem Gericht

Zum Essen würde ich den Braten auf einem Brett auf dem Tisch präsentieren. Aufschneiden und jeder bedient sich selber mit einer Gabel. Als Beilagen nur den Bratensaft und frisches Brot servieren. Und natürlich ein kaltes Bier.

Der Beitrag wurde von Carsten Bothe verfasst. Er ist einer führenden Dutch Oven Experten im deutschsprachigen Raum und betreibt die Carsten Bothe Lagerfeuerkochschule

Rehkeule am Spieß - die frau am grill - carsten bothe
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Rehkeule vom Spieß - so gelingt sie am Lagerfeuer

Vorbereitungszeit15 Min.
Zubereitungszeit1 Std. 30 Min.
Gericht: Hauptgericht, Kleinigkeit
Land & Region: Deutsch
Keyword: drehspieß, lagerfeuer, rotisserie
Portionen: 6 Portionen
Autor: Carsten Bothe

Zutaten

  • 1 Rehkeule
  • Frische Kräuter (Petersilie, Schnittlauch, Bärlauch)
  • 200 g Grüner Speck (der gesalzene, nicht der geräucherte fette Nackenspeck vom Schwein)
  • Salz (zum Würzen)
  • Pfeffer (zum Würzen)

Anleitungen

  • Zunächst entbeint man die Keule und legt diese flach aus. Achtung: Die Knochen nicht entsorgen, sie eigenen sich wunderbar für einen Wildfond.
  • Salzt und pfeffert die Rehkeule und würzt diese mit reichlich frischen Kräutern. Anschließend die Keule zu einer möglichst gleichmäßigen Rolle zusammen binden. Diese diese auf dem Spieß befestigen.
  • Lasst das Fleisch so weit vor einem Feuer aus Hartholz entfernt drehen, so dass man die Hand wegziehen muss, wenn man diese drei Sekunden lang vor den Braten hält. Das Tropfblech schirmt man am besten vor der Hitze des Feuers ab, damit die Säfte nicht anbrennen.
  • Den Flambadou bereits jetzt unten in die Glut unter das Feuer platzieren, damit er bis zur Rotglut erhitzt wird.
  • Sobald der Braten eine Zeit lang vor dem Feuer gegart hat und sich die Oberfläche verändert und braun wird, ist es Zeit für das erste Nappieren mit dem Fett. Dazu nehmt ihr den glühenden Flambadou aus dem Feuer und gebt einen Streifen grünen Speck hinein. Er wird sofort schmelzen, sich entzünden und brennend auf den Braten tropfen. Bewegt dabei den Flambadou so, dass möglichst viel von dem Braten mit dem Fett beträufelt wird.
  • Die Behandlung mit dem Fett einige Male wiederholen, bis der Braten innen eine Kerntemperatur von 65 °C aufweist. Dann ist er noch ganz leicht rosa, noch saftig aber schon so weit durch, dass auch Damen ihn essen mögen

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