Elmar Fetscher Interview-Fire and Food-Elmar Fetscher-größter BBQ Journalist-Die Frau am Grill-Anja Auer

Elmar Fetscher: Europas wichtigster BBQ-Journalist im Exklusiv-Interview

Elmar Fetscher Interview-Fire and Food-Elmar Fetscher-größter BBQ Journalist-Die Frau am Grill-Anja Auer

„Wegen einem Grillrezept braucht man eigentlich kein Grillmagazin mehr.“

Es war im Jahr 2002, als ein grillbegeisterter Mann einen Entschluss fasste: Das inzwischen größte europäische BBQ-Magazin „Fire & Food“ zu verlegen. Sein Name: Elmar Fetscher. Seit nunmehr 17 Jahren ist die Zeitschrift Marktführer wenn’s ums Thema Grillen geht. Hoch im Kurs steht bei Fetscher & seiner Redaktion unter anderem die Nachhaltigkeit bei der Tierzucht – und die damit verbundenen Transparenz. Über das, sein privates Hobby Angeln, sein Must-Have-BBQ-Equipment & einiges mehr konnte ich mit Elmar Fetscher auf der Bavarian BBQ Week in München sprechen (Die Messe findet vom 13. – 17. März 2018 in München statt).

Hallo Elmar, bist Du hier auf der Bavarian BBQ Week privat oder beruflich unterwegs?

Elmar Fetscher (Fire & Food): Bei mir ist es beim Thema Grillen schwierig zwischen privat und beruflich zu unterscheiden. Ich weiß oft selbst nicht auf welchem Feld ich da unterwegs bin. Aber hier auf der Bavarian BBQ Week bin ich tatsächlich beruflich unterwegs. Wir (sein Fire & Food Verlag, d. Red.) haben die Bavarian BBQ Week organisiert.

In Vorbereitung auf dieses Interview habe ich im Internet recherchiert. Dort findet man viel über die Fire & Food aber wenig über Elmar Fetscher. Wie kommt das?

Elmar Fetscher (Fire & Food): Ich halte mich gerne lieber im Hintergrund. Für mich ist das Thema BBQ das Ausschlaggebende, aber nicht meine Person. Zwischenzeitlich kenne ich mich beim Grillen sehr gut aus. Egal ob es jetzt um Rezepte oder Grillgeräte angeht. Auch international. Wir machen die Fire & Food ja seit 2002. Damals waren wir der Zeit wirklich noch richtig voraus.

Was war die Initialzündung für die Magazin-Gründung?

Elmar Fetscher (Fire & Food): 2002, und das war auch der Grund warum wir Fire & Food gegründet haben, gab es schlichtweg keine Informationen zum Thema Grillen. Und zu dem Begriff BBQ. Niemand wusste, dass es da Unterschiede gibt. Das war für uns die Motivation mit der Fire & Food zu beginnen und Informationen zu diesem Thema zu liefern. Ganz einfach Aufklärungsarbeit zu leisten: Wie grillt man richtig? Was ist der Unterschied zwischen Grillen und BBQ? Das war und ist bis heute immer noch unsere Mission.

Was hat sich seit 2002 alles geändert?

Elmar Fetscher (Fire & Food): Was sich besonders verändert hat ist die Schnelligkeit und die Information. Das Internet und das Social Media hat da enormen Einfluss. Wegen einem Grillrezept braucht man eigentlich kein Grillmagazin mehr. Die kann man überall im Internet nachlesen.

Wofür dann ein Grillmagazin?

Elmar Fetscher (Fire & Food): Die ganzen Informationen dahinter: Zum Beispiel zum Thema Grillgut – was eben das Fleisch angeht. Da benötigt man zuverlässige und vertrauenswürdige Informationen. Und für das steht Fire & Food. Wir schauen hinter die Kulissen.

Und welchen Beitrag leisten Blogger oder YouTuber zum Thema BBQ? Oder anders gefragt: Wie haben sie die BBQ-Szene beeinflusst?

Elmar Fetscher (Fire & Food): Die haben eine Dynamik reingebracht, dass dieses Segment, dieser Lifestyle populärer geworden ist.

Mit welchen Herausforderungen hat man sich 2002 im Vergleich zu heute konfrontiert gesehen?

Elmar Fetscher (Fire & Food): Also 2002 ist niemand aktiv in einen Kiosk gegangen und hat sich ein Grillmagazin gekauft. Niemand wusste schlicht weg, dass es so etwas gibt. Das war unsere allererste Herausforderung: Für einen gewissen Bekanntheitsgrad zu sorgen. Zwischenzeitlich hat sich natürlich der Vertrieb geändert. Denn die Zeiten, in denen man eine gewisse Auflage von einem Grillmagazin in den Kiosk stellt, sind vorbei. Heutzutage gibt es verschiedene Vertriebswege. Wir sind ziemlich nach an unserer Leserschaft dran. Zum Beispiel mit einem Vertrieb über einen Grillshop. Wir haben auch sehr gute Zuwächse im digitalen Bereich. Aber es ist nach wie vor so, dass unsere Leser sehr viel Wert auf ein Printmagazin legen. Vor einiger Zeit haben wir die Möglichkeit angeboten unser Printmagazin auf ein Digital-Abo upzugraden.

Und das Ergebnis?

Elmar Fetscher (Fire & Food): Bisher haben keine zehn Prozent dieses Angebot in Anspruch genommen. Also man sieht auch bei den Neu-Abonnenten, dass sie auf Print sehr viel Wert legen. Es erklärt sich auch aus dem Thema heraus. Dass unsere Leser eben gerne noch etwas in die Hand nehmen.

Ihr beschäftigt euch bei der Fire & Food mit dem Thema Nachhaltigkeit…

Elmar Fetscher (Fire & Food): Nachhaltigkeit ist ein sehr wichtiges Thema, wir schauen immer hinter die Kulissen. Wir schauen, inzwischen sogar weltweit, bei Produzenten vorbei. Wir wollen da schon mehr Informationen liefern um einfach das Ganze ein Stück weit transparenter zu machen. Wir haben auch erkannt, dass dies unserem Leser wichtig ist, dass wir selbst vor Ort waren. Weil sie uns eben vertrauen.

Und sind in der Redaktion alle einer Meinung oder kauft der eine oder andere sein Fleisch auch mal beim Discounter?

Elmar Fetscher (Fire & Food):  Bei uns im Speziellen in der Redaktion nicht aber wir werden auch arg verwöhnt. Wir werden mit bester Qualität versorgt. Und wir haben gewisse Probleme mit Discounter-Fleisch. Weil wenn man da die Hintergründe kennt ist bei uns das Credo: Lieber ein bisschen weniger Fleisch essen, dafür aber ein vernünftiges. Und für vernünftiges Fleisch muss man bereit sein ein bisschen mehr auszugeben.

Hier das Interview im Videoformat – wenn Du weiterhin informiert bleiben willst dann abonniere meine Facebook Seite oder meinen YouTube-Kanal:

Themawechsel: Schaust du dir eigentlich BBQ-Videos auf YouTube an und wenn ja: was sind deine Lieblings-Kanäle?

Elmar Fetscher (Fire & Food): Ich schaue diese Videos sehr selten an. Aber wen ich mir anschaue, weil er uns eben seit unserer Anfangszeit begleitet, ist Bob Ahlgren von den BBQ Pit Boys. Was diese Jungs erreicht haben finde ich fantastisch. Aber sonst habe ich keine Zeit dazu, weil wir müssen ja auch unsere eigenen Kanäle von Instagram bis Facebook pflegen. Ab und zu schaue ich vielleicht Jörn Rochow (BBQ aus Rheinhessen, d. Red.). Also wenn ich mit ihm ein Rezeptshooting mache, dass ich mich da vorher mal informieren: Was macht er gerade, was könnte interessant sein. Das kann schon mal vorkommen.

Was ist dein Lieblingsthema aus der großen Grillwelt?

Elmar Fetscher (Fire & Food): Am liebsten habe ich es, wenn ich draußen bin. Der Umgang mit Feuer. Und was zwischenzeitlich eines meiner Lieblings-Werkzeuge geworden ist: der Dutch Oven.

Also ohne den geht nichts?

Elmar Fetscher (Fire & Food): Richtig, das wird zur Sucht!

Wieviele Dutch Oven hast du denn?

Elmar Fetscher (Fire & Food): Sicherlich fünf oder sechs.

Und welches Gericht bereitest du darin am liebsten zu?

Elmar Fetscher (Fire & Food): Sehr gerne mache ich Beinscheiben. Die sind einfach zu machen und schmecken super. Und mein zweit-liebstes Rezept ist eher eine Süßspeise. Und zwar Buchteln. Wenn ich Zeit habe finde ich das super!

Und was macht Elmar Fetscher wenn er nicht gerade als Verleger unterwegs ist und nicht gerade grillt?

Elmar Fetscher (Fire & Food): Wenn mal etwas Zeit bleibt, dann gehe ich gerne angeln. Aber das ist sehr rar geworden. Ich glaube ich bin der am liebsten gesehene Gast am See – weil ich niemandem die Fische wegangle. Und wenn dann noch Zeit bleibt gehe mit meinem Sohn auf den Sportplatz.

Als leidenschaftliche Fischerin interessiert es mich auf welchen Fisch du angelst…

Elmar Fetscher (Fire & Food): Also was Süßwasser angeht, da spinne ich gerne auf Hecht. Das ist spannend. Und bezüglich der Zubereitung: Also Wels macht da echt Laune.

Und wie bereitest du den Wels zu?

Elmar Fetscher (Fire & Food): Kann ich dir pauschal gar nicht sagen. Ich habe da etliche Rezepte. Aber generell gilt: Habe ich eine gute Fischqualität, mache ich nicht viel drumherum. Ab auf den Grill und schauen, dass die Garzeit passt. Ich verwende auch nur relativ wenige Gewürzmischungen.

Noch eine kurze Frage zum Dutch Oven Wettbewerb, der ja am Samstag den 16. März 2018 hier ihm Rahmen der Bavarian BBQ Week stattfindet: Was erwartet die Besucher?

Elmar Fetscher (Fire & Food): Auf alle Fälle ein spannender Wettbewerb. Es ist immer wieder überraschend, was die Jungs und Mädels aus ihren Töpfen herausholen. Bei eigentlich gleichen Vorgaben. Und man darf natürlich als Besucher auch probieren.

 

Wenn du mehr Experten-Interviews lesen oder im Video ansehen willst, dann besuche doch die Interview-Ecke hier auf „Die Frau am Grill“.

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